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WLAN auf Reisen ist nur eine Notlösung

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Für manche steht und fällt der Urlaub mit schnellem WLAN auf Reisen. Sie wollen mobiles Datenvolumen sparen. Fakten und Tipps statt Vermutungen.

Funksignale kann jeder in Reichweite des Senders abhören. Verschlüsselte Daten sind sicher, unverschlüsselte Daten können missbraucht werden. WLAN gibt es sicher und unsicher.

WLAN auf Reisen ist nötig

Mobilfunknetze wurden als flächendeckend versprochen. 98% der Haushalte sollen lt. Bundesnetzagentur mit 4G, d.h. mit brauchbar schnellem Internet, versorgt werden. Wie sieht es damit Mitte 2020 aus?

  • Infrastruktur der Funkmasten: Wir sind im Übergang zum Mobilfunk-Standard 4G. 4G ist noch nicht fertig. 3G wird schon abgebaut und erzeugt Funklöcher. 5G wird noch lange nicht in der Fläche sein.
  • Smartphones und Tarife müssen 4G beherrschen: Es gibt noch ein paar ältere Smartphones und auch Tarife, die nur 3G beherrschen. Diese Nutzer werden mehr Funklöcher erleben statt weniger. Smartphones müssen ausgetauscht werden, Tarife lassen sich evtl. hochstufen oder kündigen.
  • Urlaub findet oft dort statt, wo es schön ist, wo weniger Bevölkerung und entsprechend weniger Funkmasten sind. Wenn die Bundesnetzagentur 98% der Haushalte vorgibt, versorgt das nur ca. 80% der Fläche. Dort fehlt der Anreiz für Netzbetreiber, Funklöcher zu schließen.

Funklöcher sind in dieser Situation unvermeidbar. Wünschenswert ist WLAN als Ersatz für Mobilfunk. Wie realistisch ist das?

WLAN auf Reisen ist weniger sicher als zuhause

Wo die Mobilfunknetze wegen der Bevölkerungsdichte schwach sind, ist auch das Festnetz schwach. Klagen aus dem ländlichen Raum sind lange bekannt. WLAN hängt am Festnetz – damit ist es systembedingt auch schwach.

WLAN hat eine Reichweite von ca. 30 Metern. Betreiber der Router können die Reichweite mit Access Points / Hotspots etwas erweitern. WLAN versorgt also mehr oder weniger kleine “Inseln”. Zwischen den Inseln gibt es kein WLAN, nur Mobilfunk. Auch wenn WLAN an immer mehr Orten angeboten wird, ist es von flächendeckender Versorgung weit entfernt.

  • WLAN im privaten Einsatz ist üblicherweise verschlüsselt und sicher. WLAN auf Reisen ist selten so sicher wie privat.
  • Es gibt zunehmend “offenes WLAN” z.B. im Straßenraum, in Geschäften, Bahnhöfen, Verkehrsmitteln etc. Offenes WLAN ist leicht zugänglich, ohne WLAN-Schlüssel oder andere “Bürokratie”.
  • Wenn Sie WLAN z.B. in Hotels nutzen, ist es üblicherweise verschlüsselt. Aber die Schlüssel sind oft kurz und einfach (= unsicher), um den Gästen die Bedienung zu erleichtern. Viele Gäste, die vor Ihnen im Hotel waren, kennen die Schlüssel ebenfalls. Ich nenne das “halboffenes WLAN”, ähnlich unsicher wie offenes WLAN.

Auch für Kriminelle mit “Sniffer-Apps” ist das offene und das halboffene WLAN leicht zugänglich. Diese “Schnüffelprogramme” können unbeobachtet alles protokollieren, was Sie über dieses WLAN senden und empfangen. Z.B. auch Namen und Passwörter zum Onlinebanking, zu E-Mails etc. Auch wenn Sie Namen und Passwörter nicht eintippen (weil sie im Smartphone gespeichert sind), werden sie übertragen! Gangster können damit über Ihre Konten verfügen, vertrauliche Nachrichten lesen und schreiben …

Die Sicherheit ist so, als wenn Sie während Ihrer Reise Ihre Wohnung nicht abschließen (offen) oder als ob Sie vielen Menschen Kopien Ihrer Schlüssel geben (halboffen). Es muss ja nichts passieren, es gibt ja auch gute Menschen.

WLAN kann Mobilfunk nicht ersetzen

Sie sehen, dass WLAN meist kostenlos ist, kein kostbares Datenvolumen verbraucht und mögliche Drosselung vermeidet oder verzögert. WLAN hat auch die Nachteile, dass es nur in den “Inseln” verfügbar ist und dass die Sicherheit viel schlechter ist als im heimischen WLAN.

WLAN auf Reisen

Machen Sie sich noch einmal bewusst, welche Aktivitäten wie viel Datenvolumen verbrauchen: Videos/Filme bis 2.000 MB (2 GB) pro Stunde, Texte nur 3 MB pro Stunde. Texte belasten das mobile Datenvolumen kaum, Videos als Datenfresser verlangen WLAN.

Die folgende Tabelle zeigt meine Vorschläge, in welcher Situation ich welchen Internet-Zugang empfehle. Der grüne Haken bedeutet: problemlos. Das rote Kreuz mit der Anmerkung “Tarif” bedeutet Ablehnung, weil zu viele Daten verbraucht werden. Das rote Kreuz mit der Anmerkung “Sich.” bedeutet Ablehnung wegen (vermeidbarer) Sicherheitsrisiken.

WLAN auf Reisen

Verschlüsseltes WLAN wie zuhause geht immer, das ist aber auf Reisen selten. Mobilfunk geht aus Sicherheitsgründen auch immer, kann aber die Drosselung schneller aufrufen. Halb-/offenes WLAN verbietet sich wegen fehlender Sicherheit bei Daten der Privatsphäre.

Hotels und Internet-Cafés werden Sie nicht vor “halboffenem” WLAN warnen – das ist kein Fachwort und das WLAN ist ja verschlüsselt. Sie selbst müssen die Situation abschätzen: Sind Sie einer von ganz wenigen oder von vielen Gästen? Lassen Sie sich nicht vom offenen WLAN irritieren. Wenn Sie dort nach E-Mail und anderen Daten gefragt werden, dient das nicht der Verschlüsselung, sondern dem Datensammeln für Werbung.

Bremsen Sie Ihre Begeisterung für WLAN auf Reisen. Das ist nur eine Notlösung.

Fragen Sie sich beim fremden WLAN, ob Sie zu der Handvoll von persönlich Vertrauten gehören oder ob Sie einer von unüberschaubar vielen Gästen / Kunden/ Passanten sind. Verlassen Sie sich nicht auf den Standpunkt “Ich habe nichts zu verbergen”.

PrivatstundenHandyTipp Fernsteuerung


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