Senioren, Smartphones, Sicherheit Privatstunden, Hilfe, Seminare – damit Technik Spaß macht

WhatsApp-Argumente – mehr Kontra als Pro

Aufrufe: 145

WhatsApp-Argumente treffen aufeinander. Jubelnutzer sind beharrlich, Kritiker lehnen es ab und brauchen dafür gute Gründe.

WhatsApp-Argumente

Eigentlich hat es mich nicht überrascht, dass die WhatsApp-Argumente der einzelnen Kontakte und der “erzwungenen” Gruppe sehr ähnlich waren. Es gab Fakten, Aufgeschlossenheit, Vorurteile, Vermutungen, Unkenntnis, Ignoranz. Ich fasse hier einige Argumente / Fragen und Erwiderungen / Antworten zusammen. Vielleicht findet dabei jemand Denkanstöße oder Argumentationshilfen.

So verstärken Sie Ihre WhatsApp-Argumente

Wenn Sie andere motivieren wollen, WhatsApp mit Ihnen zu verlassen, dann stoßen Sie es jetzt an. Jetzt ist das Thema noch im Bewusstsein und in der Presse. In Kürze wird eine neue “Sau durchs Dorf getrieben” und die WhatsApp-AGB sind wieder vergessen. Aber sie bleiben gültig!

Ein Verkaufsprofi gab diesen Tipp: Stellen Sie sich vor, Sie bekommen unerwartet Besuch und wollen etwas zu trinken anbieten. Sie haben aber gerade nur Bier und Brause zuhause. Wenn Sie fragen “Möchten Sie Bier oder Brause?”, ist die Situation für alle übersichtlich und einfach. Wenn Sie fragen “Was möchten Sie trinken?”, reichen die Wünsche vielleicht vom Apfelsaft bis zum Zombie Cocktail.

Und denken Sie daran: Wer fragt, der führt. Am besten stellen Sie “offene” W-Fragen (wie, was, warum …), die nicht nur mit JA oder NEIN beantwortet werden können. Das bringt Ihre Gesprächspartner zum Nachdenken.

Was wird Ihr Vorschlag? Ich bevorzuge Threema als noch sicherer: Die Server sind in Europa und die Registrierung ist anonym ohne Telefonnummer möglich. Aber für Gruppen könnte Signal einfacher sein, z.B. weil es kostenlos ist und mehr Nutzer als Threema hat. Außerdem empfiehlt Edward Snowden diesen Messenger als sicher. Signal könnte auch für WhatsApp-Jubelnutzer WhatsApp ganz ersetzen. Wenn Sie “Threema oder Signal oder weitere Messenger” vorschlagen, wird es eine (ablenkende) Diskussion um Details geben. So könnte also z.B. Ihre Frage sein: “Bleiben wir bei WhatsApp oder gehen wir zu [Vorschlag]?”. Bier oder Brause?

Und ganz pauschal können Sie Druck herausnehmen: “Installieren Sie doch einfach mal Signal als Test. Die Ähnlichkeit zu WhatsApp wird Sie überraschen. Und wahrscheinlich sind schon etliche Ihrer Kontakte bei Signal. Wenn es nicht passt, deinstallieren Sie es einfach wieder”.

Konzepte liefern WhatsApp-Argumente

Manche Fragen werden aus Unkenntnis nicht ausdrücklich gestellt. Aber sie sind nicht weniger wichtig. Diese Hintergrund-Informationen können Ihre WhatsApp-Argumente verstärken.

Threema und Signal sammeln keine Nutzerdaten: Stimmt, die arbeiten “datensparsam”. Sie arbeiten nur mit den Daten, die für die Messenger-Funktionen notwendig sind. Z.B. kennen sie keine Gruppen, die werden nur von den Nutzern bei den Nutzern verwaltet. Im Gegensatz zu WhatsApp.

Welche Messenger sind DSGVO-konform? Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung der EU) regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten in der EU. Signal (USA) und Threema (Schweiz) entsprechen der DSGVO, unter anderem wegen ihrer “Datensparsamkeit”. WhatsApp (ebenfalls USA) greift auf alle Kontakte zu und entspricht allein deswegen der DSGVO nicht. Der Facebook-Konzern, zu dem auch WhatsApp gehört, ist immer wieder durch Verstöße gegen den Datenschutz und z.T. milliardenschwere Strafzahlungen aufgefallen. WhatsApp wurde wegen der DSGVO in der Bundeswehr, bei Bundes- und EU-Behörden verboten.

Wie transparent arbeiten die Messenger? Ein Maßstab ist die Überprüfbarkeit der Programmierung. “Open Source” (offener Quellcode) bedeutet, dass die Programmierung von außenstehenden Fachleuten überprüft werden kann. Der Programm-Code von Signal und von Threema ist “Open Source”, WhatsApp zeigt nur die Verschlüsselung, sonst nichts.

WhatsApp-Argumente bei unkonkreter Ablehnung

Bei WhatsApp sind doch alle: “Nur” zwei Drittel aller Deutschen nutzen WhatsApp täglich. Nach dem Eklat werden es offensichtlich weniger. Völlig egal, es geht nur um uns, nicht um “alle”.

Ich musste auf “Akzeptieren” tippen, sonst wäre ich rausgeflogen: Sie können bei WhatsApp bleiben oder sich trotzdem abmelden. Aber Sie können auch einen zusätzlichen (gemeinsamen) Messenger nutzen.

Auch wenn Sie wechseln – ich bleibe bei WhatsApp!: Was ist Ihnen wichtiger, eine sichere Kommunikation oder der Name der App? Ist Bequemlichkeit wichtiger als Solidarität?

Paranoia! Wir besprechen hier keine Geheimnisse! Es geht hier nicht um inhaltliche Geheimnisse. Die sind auch bei WhatsApp Ende-zu-Ende verschlüsselt, sagt WhatsApp. Es geht um das Abgreifen von Kontakten durch WhatsApp. Und um Metadaten. Und um Rechtsrisiken für Sie, z.B. Abmahnungen.

Die Klassenpflegschaft hat schon genug Arbeit mit der Kommunikation. Bei einem anderen Messenger parallel müsste der Austausch eben reduziert werden: Mehr Arbeit wollen wir vermeiden. Umso wichtiger ist eine einheitliche und akzeptable Lösung für alle. Bequemlichkeit oder Ignoranz einzelner Eltern überzeugt nicht. Warum sollte es keinen Mehrheitsbeschluss geben?

Ich bleibe auf jeden Fall bei WhatsApp, ich habe keine Zeit auszuprobieren: Die Bedienung der Konkurrenten ist so ähnlich, dass Sie kaum umlernen müssen.

Mein altes Handy hat nicht genug Platz für weitere Apps: Evtl. generell aufräumen, z.B. alte WhatsApp-Backups löschen, WhatsApp nicht ergänzen sondern ersetzen.

WhatsApp hat so schöne Emojis: Ist das wichtiger als Privatsphäre und Solidarität?

Ich freue mich, wenn Werbung nur meine Themen betrifft, nichts Überflüssiges: Keine Werbung ist besser als Werbung; keine gibt es bei Signal und Threema.

WhatsApp-Argumente gegen das Abwiegeln

Ich bin doch immer ganz vorsichtig: Das ist ein Widerspruch in sich. Sie können WhatsApp entweder nutzen oder nicht. Nutzung ist unvorsichtig: Sobald Sie die App öffnen, kann WhatsApp auf Ihre Kontakte zugreifen. Nur Nicht-Nutzung ist vorsichtig.

Ich nehme WhatsApp doch nur für meine x-Gruppe. Sonst bin ich bei Threema: Vielleicht ist Ihre x-Gruppe jetzt auch nachdenklich geworden? Eine Frage dort wäre es doch wert?

WhatsApp ist verschlüsselt, da kann doch nichts passieren: Nur die Nachrichten sind verschlüsselt, sonst nichts. Nutzerprofile nicht. Metadaten nicht: Wer, wann, mit wem, wie oft, wie lange, wo etc. Kontakte nicht: die reicht WhatsApp an Facebook und andere Unternehmen weiter, auch wenn die Kontakte nichts davon wissen, wenn sie das nicht wollen und sich nicht dagegen wehren können.

Google weiß doch auch alles über uns: Kommt drauf an. WhatsApp holt sich persönliche Daten, immer, bei jedem Schreiben oder Lesen. Google kann ich selbst beeinflussen und oft vermeiden. Z.B. Suchen mit Startpage, Navigieren mit Here Wego, irgendeine E-Mail-Adresse statt Gmail, Speicherkarte oder Gerätespeicher statt Google Cloud, Galerie statt Google Fotos, Firefox statt Chrome, MS Office oder Libre Office statt Google Docs etc. Ich muss auf nichts verzichten.

Ich habe nichts zu verbergen! Würden Sie einer fremden Person Ihr entsperrtes Handy in die Hand drücken und erlauben “Ich bin einverstanden, dass Sie alles durchsuchen”? Das ist es, wofür WhatsApp Ihre Zustimmung erzwingen will. Und es geht nicht nur um Ihr bisheriges Verhalten, sondern auch um Ihre Zukunft und um Ihre Verhandlungspositionen. Und es geht um Verantwortung für Ihre gespeicherten Kontakte.

Jeder ist gläsern, auch ohne WhatsApp und Facebook: Mehr oder weniger, das hängt vom persönlichen Verhalten ab. Mir ist weniger lieber. Das möchte ich selbst entscheiden.

Alle Messenger sollen Gewinne für den Betreiber generieren: WhatsApp ist für Nutzer kostenlos und verhökert deren Privatsphäre (WhatsApp muss die 19 Milliarden Dollar hereinholen, die Facebook / Zuckerberg dafür gezahlt hat). Signal ist eine gemeinnützige Stiftung und finanziert sich aus Spenden. Threema verkauft seine App an private Nutzer und verdient mit Service für Unternehmen.

Ich bin zum Wechseln bereit, auch zur Installation eines anderen Messengers: Danke!

Solidarität und Eigenverantwortung

Vom Abgreifen der Kontakte wusste ich ja gar nichts: Die Weitergabe fremder Daten bedarf der Einwilligung der Betroffenen. Daten von Familie oder Freunden sind schutzbedürftiger als die eigenen Daten, denn die Betroffenen wissen nichts davon. Und wenn Sie Firmendaten preisgeben, kann das böse rechtliche Folgen haben.

Soll doch jeder selber entscheiden: Ja, Sie für sich, ich für mich, aber nicht Sie für mich. Mit einzelnen Partnern können Sie alles verabreden. In der Gruppe geht es auch um Zumutbarkeit für alle. Wenn jetzt unzumutbare Bedingungen in den Fokus rücken, müssen wir neu nachdenken.

Das ist doch mein Handy: Ja, Ihr Handy. Aber nicht alle Daten darauf sind Ihre Daten.

Richtig abmelden

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung, wie Sie sich sicher abmelden können:
Nase voll? WhatsApp-Konto löschen (Android)

Diesen Ratgeber können Sie selbst nutzen und gern an andere Wechselwillige weitergeben.

Warum ich gegen WhatsApp bin

Ich bin schon lange im Internet, obwohl ich anfangs mehrfach betrogen und einmal abgemahnt wurde. Teuer, nicht bedrohlich, aber ärgerlich. Das wäre – mit Durchblick – vermeidbar gewesen. Was hätte ich tun können? Auf das Internet verzichten wollte ich nicht. Verschweigen und schämen hätte auch niemandem geholfen. Stattdessen habe ich meine Fehler untersucht, um sie zukünftig vermeiden zu können. Und um Ihnen solche Schäden zu ersparen.

Denn WhatsApp ist aufgrund seiner Marktmacht und der bekannten Skrupellosigkeit des Facebook-Konzerns ein von Nutzern unterschätztes Risiko.

Fragen Sie WhatsApp-Jubelnutzer

Wie Gruppen Kontakt halten können

 

Weg von WhatsApp

PrivatstundenHandyTipp Fernsteuerung


Print Friendly, PDF & Email