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Warum gefällt Ihnen Ihr Selfie nicht?

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Ein Selfie mit der Smartphone-Kamera (früher: Selbstportrait) ist besonders. Viele machen es, vielen gefällt es nicht. Warum?

Selbstkritik beim Selfie

Im Forum gutefrage gefiel einem Fragesteller nicht dass “meine Nase dabei irgendwie immer schief dargestellt” ist und “mein Kinn auf den Bildern noch länglicher gezogen aus als es ist schon ist”. Der Fragesteller vermutete, dass sein Missfallen am Selfie an der Kamera seines Smartphones liegt.

Ich kenne den Fragesteller / die Fragestellerin nicht. Und “Schönheit liegt im Auge des Betrachters”, wie es der Grieche Thukydides gesagt haben soll. Vielleicht beruhigt diese Erklärung?

Das Selfie ist anders

Kameraausstattung im Smartphone

Smartphones sind heute mit Kameras ausgestattet, mindestens zwei Kameras in jedem Smartphone:

  • Das Objektiv der “normalen” Kamera an der Rückseite blickt wie bei herkömmlichen Kameras in Richtung Objekt, in Blickrichtung des Fotografen. Manche höherwertigen Smartphones haben mehrere Objektive für unterschiedliche Aufgaben an der Rückseite, z.B. Weitwinkel-Objektive sind “normal”, Tele- und Zoom-Objektive sind Extras. Diese Ausstattung ist mit den Wechselobjektiven mancher herkömmlichen Kameras zu vergleichen.
  • Zusätzlich gibt es ein Selfie-Objektiv an der Vorderseite des Smartphones. Das dreht die Blickrichtung um und wirkt ähnlich wie ein Spiegel. Der Fotograf kann sich selbst aufnehmen, z.B. vor einer Sehenswürdigkeit. Manchmal führt das bei der Aufnahme zu “seltsamen” oder sogae gefährlichen Verrenkungen für die Bildgestaltung. Aber der Fotograf kann im Display verfolgen, wie das Ergebnis aussehen wird.

Als “Sucher” für alle Objektive dient das Display des Smartphones. In den Einstellungen der Kamera-App kann man mit Hilfe eines Umschalters festlegen, ob die nächste Aufnahme mit mit der Hauptkamera an der Rückseite oder der Selfie-Kamera an der Vorderseite gemacht werden soll.

Selfie-Kameras haben oft eine schlechtere Auflösung (weniger Megapixel) als die Haupt-Kameras. Das macht weniger scharfe Bilder und beschränkt die Vergrößerung. Vermutung: Die Hersteller betrachten die Selfie-Kamera als zusätzlich, als “Nebenkamera”; für die Werbung nennen sie die Daten der “besseren” Kamera der Rückseite.

Das Besondere beim Selfie: Näher wirkt größer

Bei der Frontalaufnahme des Kopfes ist die Nasenspitze näher am Objektiv als die Ohren. Die Nasenspitze ist vielleicht 15 cm näher als die Ohren. Das ist immer so, bei einem Foto mit einer Armlänge Abstand (ca. 50 cm) und einem “Nicht-Selfie” aus 5 Meter Abstand. Im Verhältnis zum Kamera-Abstand ist die Nasenspitze beim Selfie also viel näher als beim “Nicht-Selfie”. Näher wirkt größer.

Die folgenden Fotos sind zwar keine Selfies, aber auch mit unterschiedlicher Perspektive aufgenommen, 15 cm Abstand bzw. 75 cm Abstand. Die Nase beim linken Foto (mit dem weißen Kreis markiert) ist deutlich größer als beim rechten Foto.

Selfie-Abstand

Das ist eine so genannte “Verzeichnung”, die sich aus den unterschiedlichen Abständen bzw. Perspektiven ergibt. Sie lässt das Foto aus kurzem Abstand weniger natürlich wirken.

Die Verzeichnung wird noch größer, wenn man z.B. aus einer halben Armlänge Abstand fotografiert. Der Effekt wird reduziert, wenn man den Arm mit einem “Selfie-Stick” verlängert. Profi-Fotografen nutzen den Effekt der Perspektive bewusst. Sie nehmen für Portraits ein “kurzes Teleobjektiv”, das einen größeren Abstand erlaubt und die Proportionen “natürlicher” darstellt.

Das Selfie ist “spiegelverkehrt”

Eigene Fotos kommen dem Fotografen oft “fremd” vor. Das liegt daran, dass die Gesichtshälften nicht ganz symmetrisch sind. Beispiel: Ich kenne mich selbst aus dem Spiegel, z.B. mein Scheitel ist in meiner Blickrichtung links. Die Kamera blickt (wie eine andere Person) aus der anderen Richtung, die sieht den Scheitel aus ihrer Blickrichtung rechts.

Selfie-Spiegel

Links und rechts sind exakt identische Bilder, nur eins ist gespiegelt, also “spiegelverkehrt”.

Das Selfie wirkt “unvertraut”

Wenn Ihnen Ihr Selfie nicht gefällt, liegt das an einem Mix aus Physik/Optik und Seh-Gewohnheit. Daran müssen Sie sich gewöhnen – oder auf solche Aufnahmen verzichten.

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