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Virenschutz-Maßnahmen für Android-Geräte

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Virenschutz-Maßnahmen gehen weit über das “Aufpassen” der Nutzer hinaus: einmalige Einrichtung und laufende Aktualisierung.

Virenschutz im Betriebssystem

Weil Viren “ganz nah” am Betriebssystem wirken, spielt das Konzept des Betriebssystems eine große Rolle. Im Vergleich zwischen dem Computer-System “Windows” und dem Smartphone-System “Android” wird klar, dass Android besseren Virenschutz bietet. Android nutzt

  • Sandboxing: Jede App arbeitet in einem abgeschlossenen “Sandkasten”, Viren können die Wände des Sandkastens in keiner Richtung überwinden.
  • Berechtigungen: Für jede App kann der Nutzer festlegen, auf welche System-Komponenten die App zugreifen darf.

Wegen des Sandboxing haben Android-Geräte systembedingt besseren Virenschutz als Windows-PCs. Aber Nutzer müssen sich stärker mit den Berechtigungen beschäftigen. Bei der Installation von Apps und während deren Nutzung können sie den Zugriff auf System-Komponenten freigeben oder sperren.

Die besten Virenschutz Apps

Wer mit PCs umgeht, hat vielleicht “seine” Sicherheits-App. Erfahrungen mit PC-Software lassen sich aber nicht exakt auf Smartphones übertragen, weil die Betriebssysteme und Angriffs-Szenarien sich unterscheiden.

Welche Virenschutz-App für Smartphones ist die beste? “Normale” Nutzer können diese Frage nicht qualifiziert beantworten. Aussagen wie “xxx hat mich bisher bestens geschützt” sind eher zufällig und sagen nichts über die tatsächliche Bedrohungs-Situation aus.

Besser sind regelmäßig wiederholte systematische Vergleiche wie z.B. von AV-Test. Dieses Forschungsinstitut prüft Virenschutz-Produkte in realistischen Testszenarien gegen aktuelle Bedrohungen. Es bewertet mehrmals jährlich die Merkmale Zertifizierung, Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Im September 2020 wurden von ca. 50 Herstellern diese differenziert beschrieben (alphabetisch):

Ahnlab, avast, AVG, Avira, Bitdefender, eset, F-Secure, G-Data, Google Play Protect, Ikarus, Kaspersky, McAfee, Norton, Securion, Trend Micro.

In diversen Berichten wird beschrieben, dass die Qualität der Schutzprogramme nicht vom Preis abhängt, kostenlose Programme müssen nicht schlechter als kostenpflichtige sein.

Ich halte es nicht für sinnvoll, nach jedem Test die Virenschutz-App zu wechseln – von der “bisherigen” zur “besten”. Ich wähle eine App aus der genannten Spitzengruppe und vertraue auf die Kompetenz der Hersteller – auch wenn von einem Test zum anderen die Rangfolge variiert.

Welche Bezugsquelle bietet Virenschutz?

Für Smartphones gibt es viel mehr Apps als z.B. für Windows-Computer. Es gibt also auch viel mehr App-Entwickler, professionelle und halb-professionelle.

Viele Apps können kostenlos genutzt werden. Trotzdem wollen und müssen Entwickler Geld verdienen. Unseriöse Entwickler greifen Daten vom Smartphone ab und senden sie “nach Hause”, um sie zu verwerten. Die Vielzahl der Apps und der Entwickler macht es unmöglich, alle neuen oder geänderten Apps gründlich auf Malware zu testen.

Ein gewisser Schutz ist von App-Anbietern zu erwarten, die Apps bei der Installation und bei Updates testen. Als relativ sicher gelten Apps, die aus dem Google Play Store stammen.

Virenschutz durch Updates und Upgrades

Updates sind kleinere Schritte, Upgrades sind größere Schritte der Aktualisierung. Die Grenzen zwischen diesen Begriffen sind fließend. Aktualisierungen können das Betriebssystem und Apps betreffen. Sie dienen der Systempflege, z.B. beseitigen sie Fehler, schließen Sicherheitslücken, verbessern Design oder Funktionalität.

Hersteller bzw. Entwickler bieten Ihnen die Updates oder Upgrades an:

  • Apps werden weitgehend automatisch über den Google Play Store aktualisiert. Sicherheitshalber sollten Sie gelegentlich (z.B. wöchentlich) den Google Play Store öffnen und im Menü die Position “Meine Apps und Spiele” aufrufen. Wenn dort ausstehende Updates aufgelistet sind, können Sie “Alle aktualisieren”. Danach können Sie den Google Play Store wieder beenden.
  • Zu Android gibt es (je nach Hersteller z.B. monatlich) Sicherheits-Updates. Öffnen Sie die Geräte-Einstellungen. Scrollen Sie bis “System”. Tippen Sie auf “Erweitert” und dort auf “Systemupdate”. Wenn dort “Update verfügbar” angezeigt wird, wählen Sie anschließend “Jetzt neu starten”. Lassen Sie sich vom System führen. Das Smartphone fährt herunter und startet neu. Fertig.
  • Selten gibt es eine neue Android-Version (wenn überhaupt jährlich oder seltener). Das erfahren Sie beim Starten Ihres Smartphones als “Benachrichtigung”. Lassen Sie sich vom System führen. Das Smartphone fährt herunter und startet neu. Fertig.

Schutz nach Verlust / Diebstahl

Spezielle Funktionen können das Smartphone aus der Entfernung steuern, wenn es sich außerhalb des Zugriffsbereichs des rechtmäßigen Besitzers befindet:

  • Ortung: Das Smartphone kann den aktuellen Standort ermitteln und mitteilen.
  • Bildschirmsperre: Der berechtigte Nutzer kann die Bildschirmsperre einrichten oder ändern, um unberechtigten Zugriff zu verhindern.
  • Löschen: Der berechtigte Nutzer kann alle Daten löschen und vor fremdem Zugriff schützen, indem er das Smartphone auf Werkseinstellungen zurücksetzt.

Diese Funktionen sind nur unter bestimmten Bedingungen möglich:

  • Das Smartphone ist beim Anbieter dieser Schutzmaßnahmen angemeldet, z.B. beim Google-Konto oder beim Anbieter der Virenschutz-App.
  • Es ist eingeschaltet und aufgeladen.
  • Über mobile Daten oder WLAN besteht Zugang zum Internet.
  • GPS ist für die Ortung eingeschaltet.

Eines dieser Schutz-Angebote ist in Android integriert. Eine zusätzliche App ist nicht erforderlich. Der Nutzer muss den Vorgang bewusst auslösen. Die Schritte habe ich hier beschrieben.

Die Angebote der Virenschutz-Apps können über diese Basis-Leistungen von Android hinausgehen. Beispiele: Bei mehrfachen erfolglosen Versuchen, das Gerät zu entsperren, wird der berechtigte Nutzer per E-Mail informiert. Bei der gleichen Gelegenheit kann das Smartphone ein Selfie-Foto des Täters aufnehmen und versenden.

Fazit

Unter dem umgangssprachlichen Begriff “Virenschutz” sind unterschiedliche Schutzmaßnahmen zusammengefasst. Es geht nicht nur um Malware-Bedrohung, sondern auch um Risiken aus der Mobilität. Maßnahmen reichen von einmaliger Installation über regelmäßige Aktualisierung und ständige Aufmerksamkeit gegen Manipulation bis zu nachträglichen “Rettungsversuchen”.

Datensicherung (Backup) bedeutet Aufbewahrung einer aktuellen Kopie der Daten z.B. auf einem Computer. Vor dem Eintritt des Risikos. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Manche behaupten “Ich habe nichts zu verbergen”, also muss ich nichts schützen. Diese Fragen könnten Klarheit bringen: Kann ich die verschwundenen Daten wieder herstellen, z.B. Adressen, Kalendertermine, Passwörter? Passt ein neues Smartphone ins Budget? Wer richtet es ein? Was kann passieren, wenn meine Daten in falsche Hände gelangen? Wenn das alles kein Problem ist: Brauche ich ein Smartphone oder genügt ein herkömmliches Handy?

 

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