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Ohne Netzabdeckung zum Adler, Löwen und Ochsen

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Je schöner die Freizeit-, Wander- oder Wein-Region ist, desto schlechter ist die Netzabdeckung. Erfahrungen helfen durch eine “vergessene” Infrastruktur.

Reise in die unbekannte Netzabdeckung

Ohne Netzabdeckung reisenWir wollten ein paar Tage verreisen. Ohne vorgebuchte Ziele und mit flexiblen Terminen wollten wir uns spontan entscheiden. Nur die Region war klar: Kaiserstuhl in Baden, wo die Gastronomie Tiernamen hat: Adler, Löwen, Ochsen.

Nur die erste Station hatte ich zuhause mit stabilem Festnetz recherchiert: Adresse und Öffnungszeiten einer Tourist-Info für die Hotelsuche.

Wir bekamen dort kurz vor deren Feierabend eine Empfehlung, die leider nicht den Erwartungen entsprach – ein Missverständnis. Die Tourist-Info war natürlich inzwischen geschlossen.

Ab jetzt waren wir auf das Smartphone und die Netzabdeckung angewiesen. Das hatte ich vermeiden wollen :-\

Hotelsuche ohne Netzabdeckung

Was tun? Haupt- und Nebenstraßen abfahren und “Zimmer frei” erraten? Lieber wollte ich per Smartphone eine andere Tourist-Info suchen.

Vor dem Hotel war ein Funkloch. Also 100 Meter oder einen Kilometer oder bis zum Nachbarort weiter fahren. “Da links ist eine Winzergenossenschaft, vielleicht haben die einen Tipp”. Wir bekamen wir ein Heft mit Adressen. Telefonieren? Immer noch keine Netzabdeckung. Also weiter fahren. Irgendwo gab es wieder eine Stelle mit Netzabdeckung. Anrufbeantworter statt Mensch: “Keiner erreichbar – bitte später anrufen!”. Aber hier konnte ich wenigstens eine andere noch geöffnete Tourist-Info finden. Sofort hinfahren, bevor die auch schließt.

Navigation braucht Satelliten-Positionen

Als ich die Adresse ins Navigationssystem im Smartphone eingeben wollte, kam eine Fehlermeldung: “Warten auf GPS”. Navigation war nicht möglich. Wieso? GPS-Ortung braucht doch gar kein Mobilfunknetz?

GPS-Ortung braucht Satelliten-Positionen. Navigations-Satelliten kreisen um die Erde. Z.B. für Norddeutschland sind andere Satelliten zuständig als für Süddeutschland. Wenn man mit eingeschaltetem GPS fährt, hangelt sich das Smartphone kontinuierlich durch die zuständigen Satelliten. Wenn der Kontakt zum Satelliten abreißt (z.B. im Tunnel, im Wald, in Straßenschluchten, im Parkhaus), muss das Smartphone mehr oder weniger mühsam die Bahndaten zuständiger Satelliten suchen:

  • Mit “normalem” GPS ohne Unterstützung kann das bis zu einer Viertelstunde dauern.
  • Wenn das Smartphone mit “A-GPS” (“assisted GPS”, GPS mit Assistenz) ausgestattet ist, ist das in Sekunden möglich. A-GPS braucht dafür die Position von Funkmasten. Im Funkloch fehlen die.
  • Spezielle Apps (z.B. GPS Status) können die Bahndaten aus dem Internet abrufen. Wer noch genug Datenvolumen hat, kann unterwegs eine GPS-App über das Mobilfunknetz installieren – aber nicht im Funkloch.
    Vorsicht Falle: Wer den Google Play Store “sicher” eingestellt hat, kann Apps nur im WLAN installieren, nicht mit mobilen Daten. Dann lautet die App-Einstellung z.B. “Bevorzugte Downloadvariante für Apps: Nur über WLAN”. Diese Einstellung kann man aber für die Installation ändern. Aber bitte nicht vergessen, den Play Store anschließend wieder auf WLAN abzusichern.

Das Warten auf GPS-Bahndaten oder das Abrufen per App unter Zeitdruck kann Nerven kosten.

Navigation und Netzabdeckung

Irgendwann hatten wir wieder GPS, konnten aber trotzdem nicht navigieren. Was war denn jetzt schon wieder?

  • Normal navigiere ich mit HERE WeGo, das mir auch den GPS-Fehler gemeldet hatte. HERE WeGo speichert das Kartenmaterial im Smartphone und kann auch die Fahranweisungen (“jetzt rechts abbiegen”) im Smartphone errechnen. Dafür benutzt es die Ergebnisse der GPS-Ortung. Weil alles im Smartphone passiert, ist diese Art der Navigation unabhängig vom Mobilfunknetz.
  • Ganz anders arbeitet die “Standard”-Navigation Google Maps. Diese App sendet den aktuellen Standort (aus der GPS-Ortung) zu Google ins Internet. Dort ist das Kartenmaterial gespeichert, dort wird auch die Fahranweisung errechnet. Die Fahranweisung wird aus dem Internet zum Smartphone übertragen. Solche Internet-abhängigen Systeme haben im Funkloch keine Chance.

HERE WeGo ist eigentlich vom Mobilfunknetz unabhängig, funktionierte aber hier trotzdem nicht. Warum?

Mir fiel dann ein, dass HERE WeGo auch Online-Verkehrsdaten für Stau-Warnungen verwendet. Und dafür wird doch das Netz benötigt. In den App-Einstellungen von HERE WeGo erinnerte ich mich an einen Befehl “App offline verwenden”. Ich schaltete auf OFFLINE – Navigation ohne Verkehrsdaten.

Geschafft

Nun konnten wir mit Navi auch durch die Funklöcher fahren. Die Tourist-Info war immer noch geöffnet. Deren Empfehlungen waren Spitze. Mit GPS fanden wir das Hotel. Wir buchten und verlängerten später noch. Gasthof und Metzgerei zum Ochsen. Lecker, freundlich, komfortabel – zum Wiederkommen.

Irgendwann kam bei unserer “technischen Abenteuerreise” die Frage “Fahren wir nach Hause, wenn wir hier ausgebremst werden?” Ernst gemeint war das nicht. Sollen wir bei nächster Gelegenheit besser detailliert alle Ziele und Termine vom Festnetz aus vorplanen? Oder wollen wir lieber spontan entscheiden, wo es uns gefällt? Das mag jeder selbst entscheiden.

 

Smartphone-Navigation

  • Ohne Netzabdeckung zum Adler, Löwen und Ochsen
  • in Kürze: Smartphone-Navigation im Vergleich


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