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Identifikation – Adressen im Internet

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Die riesigen Datenmengen im Internet fordern Identifikation. Wie kann ich eine Webseite eindeutig benennen? Welche E-Mail-Adresse hat ein Briefpartner?

Eindeutige Identifikation durch Nummernsysteme

Wir kennen ähnliche Fragen vom Telefon. Wenn wir jemanden anrufen wollen, finden wir die Telefonnummer z.B. im privaten Adressbuch beim Namen.

Die Telefonnummer muss weltweit eindeutig sein: Nur ein Anschluss darf zu einer Telefonnummer gehören. Aber eine Person kann mehrere Anschlüsse haben, z.B. Festnetz, mobil, Büro. Die Identifikation wird durch ein international vereinbartes System erreicht. Im Festnetz ist das z.B. Ländervorwahl – Städtevorwahl – Anschluss – evtl. Durchwahl. Die Nummern muss man aufschreiben oder wissen; man kann sie bestenfalls teilweise ableiten.

Im Internet gibt es “IP-Adressen” (für Internet Protocol) für alle Internet-Geräte (z.B. Server). Das sind komplexe Nummernsysteme (bekannt als “IPv4” und “IPv6”), die zwar eindeutig sind, die man sich aber nicht merken kann.

Domainnamen für “handliche” Identifikation

Weil das Internet Computer benutzt, kann deren Leistung auch zur Vereinfachung der Identifikation von Webseiten benutzt werden. Eine komplizierte Nummer kann durch einen einfachen Namen ersetzt werden.

Beispiele: ard.de ist der Name der Webseite der ARD-Mediathek, berlin.de führt zur Webseite der Stadt Berlin. Das sind “Domainnamen” oder “Domains”. Die Namen können wir uns merken, wir kennen sie so ähnlich aus dem “analogen” Leben. Für das “digitale” Internet sind das “Zeichenketten”, die ebenso eindeutig sind wie Nummern, weil jede Zeichenkette nur an einen Besitzer vergeben wird.

Z.B. eine Firma Auto-Reifen-Dienst könnte “ard.de” nicht für sich registrieren, wenn die ARD sich früher dafür angemeldet hat.

Die weltweite Eindeutigkeit ist zweistufig. Beispiel ard.de:

  • Der Namensteil “de” weist auf Deutschland hin, vergleichbar mit der Ländervorwahl bei der Telefonnummer. Dieser Teil wird Top Level Domain (TLD) genannt. Andere Länderkennungen sind z.B. nl für Niederlande, at für Österreich, ch für Schweiz. Sie haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Autokennzeichen. Weitere TLD sind unabhängig von Ländern, z.B. com für kommerzielle Unternehmen, org für Organisationen, net für Netz.
  • “ard” gibt es in Deutschland (“de”) nur ein Mal. Dieser Teil der Domain ist unter gewissen Regeln unterhalb einer TLD frei wählbar. Z.B. sind Leerstellen nicht zugelassen. Nationale Sonderzeichen sind extrem selten, ä ö ü ß werden normal durch ae oe ue ss ersetzt. Kleinbuchstaben (z.B. “abc”) und Großbuchstaben (z.B. “ABC”) sind gleichwertig. Z.B. führen diese Schreibweisen zur gleichen Webseite: ard.de = ARD.DE.

Z.B. könnte der Auto-Reifen-Dienst es mit “ard.net” versuchen – die Eindeutigkeit wäre durch die TLD (“net”) gegeben.

Die Domain wird vom Browser automatisch vervollständigt, z.B. ard.de wird zu https://www.ard.de/. Dabei ist https:// das “Protokoll” (das “s” steht für “secure”, das ist sicherer als das einfache http:// ohne “s”). Das www kommt gelegentlich vor als “Subdomain” (ein Teil der Domain) und steht für World Wide Web, das Multimedia-Internet. Um diese Vervollständigungen müssen Sie sich nur kümmern, wenn das ausdrücklich genannt wird. Je nach Einstellung Ihres Browsers sind diese Ergänzungen sichtbar oder nicht.

Wenn Sie diesen “Bauplan” (domain.tld) verstanden haben, können Sie “versuchen”, Webseiten zu finden – auch wenn Sie sie nicht kennen. Beispiele:

  • Hamburg könnte die Webseite hamburg.de haben
  • Düsseldorf > duesseldorf.de
  • Mercedes-Benz > mercedes-benz.de
  • Canon Deutschland > canon.de
  • Samsung International > samsung.com

Nur E-Mail-Adressen haben das “@” in der Identifikation

Auch E-Mail-Provider bieten Ihre Leistungen auf Webseiten an. Beispiele: gmail.com, gmx.net, t-online.de, web.de. Solche Domains bilden den Kern von E-Mail-Adressen. Die E-Mail-Adressen haben diese Struktur:

  • nutzername@provider.tld
    (Nutzername des Besitzers, “@”-Zeichen, Webseite des E-Mail-Providers mit Top Level Domain)

Angenommen Herr Max Muster möchte eine E-Mail-Adresse bei web.de registrieren. Dann kann er es nach diesem Muster versuchen:

  • max.muster@web.de – mit seinem “Klarnamen” wie im Ausweis,
  • rumpelstilzchen@web.de – um anonym zu bleiben.

Das “@”-Zeichen steht für das englische Wort “at” und bedeutet “bei”, gesprochen “ät”. max.muster@web.de bedeutet also: Der Nutzer max.muster heißt vermutlich Max Muster und hat eine E-Mail-Adresse beim E-Mail-Provider web.de.

Auch E-Mail-Adressen müssen weltweit einmalig sein. Die Domain des E-Mail-Providers ist nach den oben genannten Regeln schon einmalig. Nun kommt es “nur” noch darauf an, dass der Nutzername unterhalb des E-Mail-Providers eindeutig ist. Dann landen E-Mails an max.muster@web.de nur bei Max Muster. Und niemand, der das Passwort nicht kennt, kann sich als max.muster@web.de ausgeben und mit dessen Identität Geschäfte machen, Meinungen äußern etc.

Ein Konflikt entsteht, wenn mehrere gleichnamige Herren Max Muster die E-Mail-Adresse max.muster@web.de registrieren wollen. Nur der erste kann diese Adresse anmelden, die anderen müssen auf andere (ähnliche) Nutzernamen ausweichen, z.B. m.muster@web.de, muster-max@web.de, muster-m@web.de, mmuster4711@web.de.

Der Nutzername steht links vom “@”. Er muss nicht mit dem “Klarnamen” im Personalausweis übereinstimmen. Der Domainname steht im öffentlichen Teil, rechts vom “@”-Zeichen. Auch hier sind Groß- und Kleinbuchstaben gleichwertig. Z.B. führen diese Schreibweisen zum gleichen E-Mail-Nutzer: max.muster@web.de = MAX.MUSTER@WEB.DE = Max.Muster@web.de.

Eindeutige Identifikation im Internet

Für die Sicherheit und Eindeutigkeit im Internet müssen die vielen “Elemente” eine eindeutige Identifikation bekommen. Nummernsysteme (wie beim Telefon) wären möglich, sind aber für den praktischen Umgang ein deutliches Hindernis. Namen sind viel leichter zu merken. Nummern bleiben im Hintergrund. Namens-Server im Internet (DNS) übernehmen die “Übersetzung”.

Namen können (innerhalb bestimmter Regeln) willkürlich gewählt werden. Die erforderliche Identifikation wird durch eindeutige Hierarchie-Ebenen erreicht.

Identifikation - Adressen im Internet

Die Reihenfolge in der Schreibweise stimmt nicht mit den Hierarchie-Ebenen überein. Aber das “verstehen” die Namens-Server. Die eindeutigen Identifikationen aus diesem Beispiel sind die Internet-Adressen ard.de, berlin.de und die (fiktiven) E-Mail-Adressen max.muster@web.de, muster-m@web.de.

Hinweise:

  • Nur E-Mail-Adressen haben das @-Zeichen.
  • Nutzernamen stehen links vom @-Zeichen. Möglich sind Klarnamen und Pseudonyme / Spitznamen. Bei der Registrierung findet normalerweise keine Identitätsprüfung statt.
  • Nutzernamen müssen nicht auf Personen hinweisen. Auch Funktionen werden wie Namen verwendet, z.B. “info”, “service” etc., dafür gibt es keine Regeln.
  • Rechts vom @-Zeichen steht die Domain, die oft aus dem Namen der Organisation abgeleitet ist.
  • E-Mails von Organisationen sind erst auf den “zweiten Blick” erkennbar, weil der Nutzername (z.B. ein Mitarbeiter) am Anfang der Adresse steht. Fiktives Beispiel: max.muster@ard.net.


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