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WLAN – mit 30 m Reichweite in den Urlaub?

WLAN kostet für Smartphone-Nutzer nichts. Das ist es, was immer mehr Nutzer wollen. Was ist das, wie funktioniert das?

Urlaub kann so schön sein – wenn man gutes WLAN hat

Der Auslöser für diesen Artikel war ein Comedy-Rundfunkbeitrag im WDR 2 am vergangenen Sonntag: „Irres ist menschlich: Urlaub ohne WLAN?“. Klicken Sie mal rein, der Beitrag ist nur zweieinhalb Minuten lang:

Urlaub ohne WLAN

Wenn es nach dieser Comedy-Meinung geht, hängt für viele (besonders für Jugendliche) die Urlaubs-Qualität vom Internet-Zugang ab: Nur Urlaub mit schnellem WLAN ist Urlaub, sonst nicht.

WLAN funkt über kurze Entfernungen

Ich versuche, WLAN anhand dieses Artikels zu erklären. Ich habe ihn für das Internet geschrieben. Wenn Sie ihn jetzt lesen, benutzen Sie ein Netzwerk für den Zugang zum Internet. Mehrere Netzwerke stehen in Deutschland zur Wahl:

  • Das Festnetz wurde für ortsgebundene Telefone und Computer konzipiert. Es kann natürlich auch von mobilen Geräten benutzt werden. Festnetz ist die Voraussetzung für WLAN.
  • Drei Mobilfunknetze (Telekom, Vodafone, O2) wurden für mobile Telefone und Computer konzipiert, also für Handys, Smartphones sowie für einige entsprechend ausgestattete Tablets und Notebooks. Ein Mobilfunknetz ist eine Alternative zum Festnetz, keine Voraussetzung.

Festnetz: WAN, LAN und WLAN ergänzen sich

WLAN, LAN, WAN

WAN: Das Festnetz wurde ursprünglich für das Telefon entwickelt – große Entfernungen überwinden. Später wurde es für die großen Datenmengen des Internets weiter ausgebaut. Die Festnetz-Provider (z.B. Telekom) liefern die Daten aus dem Internet bis ins Haus, bis zu Ihrer Telefon-Steckdose. Das Festnetz transportiert Daten über lange Strecken. Dafür gibt es den Begriff Wide Area Network für „Langstreckennetz“, abgekürzt WAN. Dieses Netz benutzt z.B. fest verlegte Kupferkabel, Funkstrecken und neue schnelle Glasfaserkabel.

LAN oder WLAN: An der Telefonsteckdose beginnt Ihr „lokales Netzwerk“, Ihr Local Area Network, abgekürzt LAN. Sie entscheiden, ob Sie Ihren Computer per Kabel oder per Funk mit der Telefon-Steckdose verbinden. Für die Funk-Verbindung brauchen Sie ein „drahtloses“ (engl. „wireless“) Netzwerk. Das heißt dann WLAN als Abkürzung von „Wireless Local Area Network“.

LAN-Kabel müssen verlegt werden; sie übertragen Daten schnell; sie können nicht abgehört werden. WLAN-Funkwellen durchdringen Wände; sie übertragen Daten langsamer; sie können abgehört werden.

Der „Router“ ist eine Art Vermittlungs-Station zwischen der Telefonsteckdose einerseits und den „Endgeräten“ (Telefone, Computer, Smartphones) andererseits. Der Betreiber des lokalen Netzes stellt die Weichen, indem er Router und Endgeräte per Kabel oder per Funk verbindet.

Weil diese Funkverbindung nur die Wohnung, das Büro oder das Gebäude versorgen muss, hat man eine Funktechnik mit einer Reichweite bis ca. 30 Meter gewählt und genormt. Diese Basis-Reichweite kann durch Hindernisse eingeschränkt werden, z.B. durch Mauerwerk mit installierten Strom- und Wasserleitungen. Sie kann erweitert werden, z.B. durch Repeater (Funk), HotSpots (Kabel plus Funk kombiniert) und PowerLine (das Stromnetz wird um Steckdosen-Adapter für die Datenübertragung erweitert).

Der Begriff „WLAN“ wird umgangssprachlich nicht immer eindeutig benutzt. In manchen Ländern wird diese Technik „Wi-Fi“ oder „WIFI“ genannt. Der Begriff wird häufig auch irreführend als Synonym für „WLAN-Hotspots“ verwendet.

WWAN: Mobilfunk konkurriert mit dem Festnetz

Ein weiteres Netz ist das Wireless Wide Area Network, abgekürzt WWAN. Das ist ein seltener benutzter Begriff für die Mobilfunknetze. Während das WAN (Festnetz) nur bis zur Telefonsteckdose reicht, reicht das WWAN bis direkt in das mobile Endgerät (Smartphone, Tablet o.ä.). WWAN braucht daher kein Festnetz.

Die wichtigsten Eigenschaften von WLAN

Installations-Vorteil für den Betreiber

Ein eindeutiger Vorteil der Funkverbindung ist, dass die Installation sehr einfach ist. Der Router wird in der Nähe der Telefonsteckdose aufgehängt oder aufgestellt. Alle weiteren Verbindungen laufen über Funk.

Im Gegensatz zum LAN müssen keine Kabel zwischen Router und Endgerät verlegt werden. „Baumaßnahmen“ sind überflüssig und der Standort des Endgeräts kann innerhalb der WLAN-Reichweite frei gewählt werden – drinnen oder draußen.

Kosten-Vorteil für die Nutzer

Zwischen dem Provider und dem Nutzer wird die Breitband-Datenübertragung zum Internet vertraglich vereinbart. Dieser „Digitale Teilnehmer-Anschluss“ ist in der Anbietersprache die „Digital Subscriber Line“, abgekürzt DSL. Der DSL-Vertrag reicht bis zur Telefon-Steckdose. Der Nutzer entscheidet, ob das lokale Netz per LAN und / oder WLAN betrieben wird und welche bzw. wie viele Endgeräte betrieben werden. Das spielt also für die Nutzungsgebühren keine Rolle.

Typisch sind so genannte „Doppel-Flatrates“: Der Anschluss-Inhaber kann zeitlich unbegrenzt im Inland-Festnetz telefonieren und er kann unbegrenzte Datenmengen mit dem Internet austauschen. D.h. zusätzlich übertragene Datenmengen verursachen keine zusätzlichen Gebühren.

Weder Betreiber noch Nutzer eines WLAN haben wegen der Daten-Flatrate zusätzliche Kosten. Wenn Smartphone-Nutzer Internet-Daten per Festnetz übertragen, sparen sie ihre (normalerweise begrenzten) mobilen Daten. Das kann das „Mobilfunk-Budget“ deutlich entlasten.

Achtung: Obwohl die Festnetz-Provider keine WLAN-Gebühren berechnen, verlangen einige LAN-Betreiber (z.B. Flughäfen) Gebühren von den Endnutzern.

Sicherheits-Auswirkungen für die Nutzer

Ein eindeutiger Nachteil von WLAN ist, dass Funk unberechtigt „abgehört“ werden kann. Kabel im LAN sind dagegen geschützt. Z.B. können Kriminelle nicht nur unberechtigt Inhalte ausschnüffeln, sondern z.B. auch Namen und Passwörter, um sie für Betrug zu missbrauchen.

Dieser Nachteil kann ausgeglichen werden, indem die Übertragung zwischen Router und Computer / Smartphone verschlüsselt wird. Jeder Betreiber eines WLAN entscheidet, ob die Daten verschlüsselt übertragen werden oder nicht.

  • „Normal“ genutzte WLANs übertragen die Daten zwischen Router und Endgerät verschlüsselt. Daten aus dem Internet werden im Router verschlüsselt und im Endgerät entschlüsselt. Die Übertragung ins Internet (z.B. Anmeldedaten und Passwörter) macht die Verschlüsselung umgekehrt. Jedes Gerät muss sich beim Router „ausweisen“, dass es zum Internet-Zugang berechtigt ist. Als Ausweis dient der „WLAN-Schlüssel“, den der WLAN-Betreiber dem Nutzer mitteilt und der ins Endgerät eingetragen wird. Dieser Ausweis gilt dauerhaft, die Eintragung muss nicht wiederholt werden. So werden üblicherweise private und Firmen-WLANs betrieben.
  • Sogenannte „offene WLANs“ erlauben den unverschlüsselten Zugang zu Router und Internet. Ein WLAN-Schlüssel ist nicht erforderlich. D.h. jeder darf sich in ein offenes Netz einwählen – ehrliche Nutzer und Kriminelle. Andere Nutzer, die gleichzeitig eingeloggt sind, können das weder erkennen noch verhindern. Offene WLANs werden z.B. auf öffentlichen Straßen, Flughäfen, Bahnhöfen, Gastronomie angeboten, um Passanten (wie Kunden, Touristen, Flüchtlingen) freien kostenlosen Internet-Zugang zu ermöglichen.

Verfügbarkeits-Nachteil für die Nutzer

Ein wichtiges Merkmal dieser Funkverbindung ist, dass seine Reichweite begrenzt ist. Sie liefert keine flächendeckende Internet-Versorgung, sondern nur „Insellösungen“ in der Umgebung des Routers.

Für stationäre Nutzung spielt die Reichweite keine Rolle. Wenn z.B. der PC immer am gleichen Platz innerhalb des WLAN steht, hat immer die gleiche Verbindungs-Qualität.
Bei der mobilen Nutzung muss man die Entfernung vom Router beachten:

  • Die beste Verbindung besteht, wenn das Smartphone im gleichen Raum wie der Router ist.
  • Die Verbindung kann gestört sein, wenn Smartphone in einer anderen Etage (störende Wände, Decken) oder im Garten (zu große Entfernung) betrieben wird.
  • Smartphone auf Reisen fordert Geduld bis zum nächsten Router. Zwischen den Routern funktioniert nur das Mobilfunk-Netz.

WLAN – mit 30 m Reichweite in den Urlaub?

Ja, man kann im Urlaub WLAN mit 30 m Reichweite benutzen. Wenn man Daten-Volumen und Gebühren sparen will, muss man also Geduld bis zum nächsten zugänglichen Router haben.

Wem diese „Inseln“ nicht genügen, muss ins flächendeckende Mobilfunknetz ausweichen. Das kann – im Rahmen des mobilen Daten-Volumens – bis zur Drosselung gehen.

In Kürze werde ich hier den sicheren Umgang im „offenen WLAN“ beschreiben.


Mit WLAN mobil ins Internet

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Ist WLAN unterwegs besser als Mobilfunk?

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