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Welches Smartphone soll ich wählen?

Wer ein neues Smartphone sucht, hat irgendwann eine enge Auswahl getroffen und muss entscheiden: Welches Smartphone soll es sein? Z.B. sieht eins besser aus, das andere hat den besseren Prozessor, aber die schlechtere Kamera, die Benchmark-Tests sind so unterschiedlich, ist der goldfarbene Metallrahmen wichtiger als der stärkere Akku etc.? Eine unübersichtliche Vielfalt von Merkmalen und Argumenten.

Wenn alle Argumente für ein Smartphone und gegen das andere sprechen, ist die Wahl einfach – dann wäre die Frage „Welches Smartphone“ schnell entschieden. Aber so einfach ist das Leben leider nicht …

Welches Smartphone empfiehlt mir jemand?

Ich habe ganz unterschiedliche Entscheidungshilfen erlebt, z.B.

  • Was sagen meine Freunde dazu? Haben die genug Ahnung und Vergleichsmöglichkeiten oder kennen die auch nur ihr eigenes Smartphone? Mögen die evtl. eigene Fehlentscheidungen nicht zugeben?
  • Was empfiehlt der Verkäufer? Vielleicht, was ihm die beste Provision bringt?
  • Wie ist mein Bauchgefühl? Das ist bestimmt kein sachlicher Ratgeber!
  • Muss ich meine Wahl (und den Preis) in meiner Umgebung begründen?
  • Was sagen die Teilnehmer in Smartphone-Foren dazu? Da gibt es mehr Nutzer mit hoffentlich vielen Vergleichsmöglichkeiten.

Foren und Suchmaschinen können hilfreich sein

Die Foren versprechen vielleicht die beste Entscheidungshilfe, weil dort viele Erfahrungen oder Überlegungen versammelt sind. Wie finde ich solche Foren? Mit der Suchmaschine und z.B. den Stichwörtern „Forum Smartphone“. Hier eine kleine Auswahl (diese Reihenfolge ist alphabetisch und keine Bewertung):

ANDROIDPITCHIPgutefrage.netHandy-FAQHandy-HilfeforumSmartphoneForum.deUSP-Forum

Beispiel: In einem der Foren stellte ein Mitglied diese Frage „Welches der beiden Smartphones würdet ihr mir empfehlen?“ Das Forum ermöglichte sogar eine Umfrage mit Abstimmung. Das Ergebnis: Aus 9 Abstimmungen wurde ein Verhältnis von 78%:22% für eins der beiden genannten Smartphones ermittelt. Die Begründungen streuten von der bloßen Nennung des empfohlenen Smartphones über „Hörensagen“ bis zu ausführlichen Erfahrungsberichten. Manche Meinungen fand ich qualifiziert, andere überhaupt nicht.

Man kann natürlich auch im Internet suchen, indem man den Namen eines der Wunschgeräte eingibt und um Begriffe wie „Meinung“, „Erfahrung“, „Vorteil“, „Nachteil“, „Problem“ o.ä. ergänzt (immer nur jeweils eine der Ergänzungen).

Wer Pech hat, kommt so zu Zufallsergebnissen, die nicht besser sind als „Kopf oder Zahl“. Wer aufmerksam liest, kann sich aber aus allen Empfehlungen die Merkmale heraussuchen, die für den eigenen Bedarf wichtig sind.

Eine Methode zeigt, welches Smartphone passt

Zufallsergebnisse mag ich nicht, wenn ich längere Zeit täglich mit einem Ding umgehen will. Ich will damit zufrieden sein und mich nicht täglich ärgern. Sonst würde ich es bald wieder abgeben, das kann auf Dauer teuer werden.

Die Methode ist eigentlich ganz einfach:

  1. Merkmale: Ich überlege, was für mich am Smartphone wichtig ist. Das kann für jeden Nutzer anders sein!
  2. Gewicht: Manche Merkmale sind wichtiger, andere sind weniger wichtig. Das Gewicht drücke ich als Zahl aus.
  3. Datensammlung: Ich habe mehrere Smartphones in enger Wahl. Um sie vergleichen zu können, muss ich ihre technischen Daten kennen.
  4. Bewertung: Wenn die Daten eines Smartphones zu meinen Merkmalen passen, ist das gut und es bekommt den Wert 1, sonst ist es schlecht und bekommt den Wert 0.
  5. Punkte: Jetzt kann das Smartphone Punkte sammeln, die errechnen sich aus Gewicht x Bewertung.
  6. Summe: Wie gut das Smartphone meinem Bedarf entspricht, zeigt die Summe seiner Punkte.

Die Methode im praktischen Einsatz

Um die Methode an einem Beispiel deutlich zu machen, habe ich zwei Samsung-Smartphones verglichen, beide in der Mittelklasse, beide aus 2016. Das Samsung Galaxy J5 ist etwas später im Jahr gekommen als das A3, dazu gab es weniger Testberichte und es war schwieriger, die technischen Daten zu ermitteln.

welches-smartphone

Das Beispiel ist echt, nicht erfunden. Die Merkmale und deren Gewichtung entsprechen meinem Bedarf. Z.B. habe ich das größere Gehäuse des J5 schlechter bewertet; kleiner wäre es mir lieber, für die Hemdentasche. Z.B. ist mir die maximale Helligkeit des Displays wichtig, die Auflösung ist mir egal (obwohl Daten zur Helligkeit schwerer zu finden als Daten zur Auflösung).

Vielleicht haben Sie zusätzliche oder weniger Merkmale, vielleicht gewichten Sie die ganz anders. Die technischen Daten sind echt, ich habe sie aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen. Die Bewertung entspricht meiner Einschätzung. D.h. das J5 liegt deutlich vorn; mit diesem Ergebnis könnte ich es jetzt kaufen. Mit der festen Überzeugung, dass es das beste aus meiner engen Auswahl ist.

Erläuterungen zur Methode „Welches Smartphone“

  1. Merkmale: Ich muss mir ziemlich genau klar machen, was ich vom neuen Smartphone erwarte. Das fällt mir leicht, wenn ich schon Erfahrungen mit dem Vorgänger habe. Sonst suche ich mir dafür einen Leitfaden, z.B. Technik der Smartphones und Tablets.
  2. Gewicht: Manche Merkmale sind wichtiger, andere sind weniger wichtig. Ich gebe mir „Gesamtgewicht“ von 100 Prozent, die verteile ich auf die einzelnen Merkmale – je wichtiger ein Merkmal für mich ist, desto höher ist der Anteil am Gesamtgewicht, desto mehr Prozente gebe ich dem Merkmal. Ich kann mich selbst zu einer für mich sinnvollen Gewichtung „zwingen“, indem ich als Summe genau 100 Prozent anpeile.
  3. Datensammlung: Wenn ich nun die Merkmale und deren Gewicht festgelegt habe, stelle ich die Daten der interessanten Smartphones für alle Merkmale zusammen. Die finde ich z.B. in Testberichten von Online-Magazinen und auf den Webseiten der Hersteller. Wenn ein Gerät zu neu im Markt ist, sind evtl. nicht alle Daten verfügbar (k.A. bedeutet keine Angabe); dann sind auch nicht alle verfügbaren Daten zuverlässig. Je mehr Gewichtsprozente ein Merkmal hat, desto intensiver sollten Sie sich um die Daten kümmern. Unwichtige Merkmale brauchen keine Daten.
  4. Bewertung: Nun kann ich die gesammelten Daten bewerten. Wenn das Smartphone im Hinblick auf dieses Merkmal gut oder noch akzeptabel ist, bewerte ich es mit 1. Wenn es dem Merkmal relativ schlecht entspricht, bewerte ich es mit 0. So bewerte ich jedes Smartphone für jedes Merkmal. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ich beide Smartphones mit 0 (=ungeeignet) oder 1 (=geeignet) bewerte.
  5. Punkte: Nun kommt ein einfacher Rechenvorgang: Gewicht x Bewertung = Punkte. Beispiel: Wenn die Android-Version für mich das Gewicht 20% hat und wenn ein Smartphone aktuell ist, bekommt es 20 x 1 = 20 Punkte; wenn ein anderes Smartphone nicht aktuell ist (kein Upgrade zu erwarten ist), bekommt es bei mir 20 x 0 = 0 Punkte. Wenn mir die Android-Version egal ist, gewichte ich sie mit 0%, dann bekommen die Smartphones die gleiche Punktzahl 0.
  6. Summe: Nun muss ich nur noch die Punkte für jedes Smartphone addieren. Das Smartphone mit den meisten Punkten hat „gewonnen“.

Praktische Beobachtungen

Meine Beobachtung zu den technischen Daten: Wenn ein Smartphone noch nicht lange im Markt ist, gibt es wenig oder keine Testberichte. Die Daten sind unvollständig und z.T. erst vorläufig. Manchmal habe ich den Eindruck, sie werden aus Vergleichen „abgeleitet“, wenn sie noch unbekannt sind. Sie können sich ändern, wenn die Smartphones für den europäischen Markt erscheinen. Zum Beispiel fand ich in einem frühen Bericht ein „Amoled“-Display, in einem späteren Bericht aus anderer Quelle wurde es zum besseren „Super-Amoled“-Display.

Wenn ein Merkmal für Sie besonders wichtig ist, sollten Sie versuchen, bestehende Informationslücken zu füllen. Für unwichtige Merkmale können Sie ganz auf Daten verzichten.

Auf zwei Quellen habe ich für die technischen Daten zugegriffen: areamobile (deutschsprachig, nicht ganz vollständig) und GSMARENA (englischsprachig, aktueller und mehr Daten). Viele weitere Quellen liefert die Suchmaschine mit der Modellbezeichnung und dem Zusatz „technische Daten“ o.ä.

Fazit zur Frage „Welches Smartphone“

Diese Methode ist übrigens als „Nutzwertanalyse“ bekannt. Mein Ansatz mit dieser Bewertungsmethode ist mühsamer als die Methode „Kopf oder Zahl“ oder die Fremdentscheidung. Ich wende sie trotzdem gern an. Sie bewahrt mich davor, Daten zu verwechseln oder zu vergessen und zu sehr nach „Eindrücken“ zu entscheiden. Die Tabelle sieht groß aus, aber ein Smartphone ist auch viel komplexer als ein schlichtes „suuuper“.

Ich habe in „halbleeres“ Blatt bereitgestellt, als Grundraster mit vorbereiteten Merkmalen, aber ohne Gewichtung, ohne technische Daten, ohne Bewertung. Damit können Sie Ihre ganz persönliche Auswahl treffen.
Welches Smartpone?

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