Was sich beim Online-Banking 2019 verändert hat

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Das Filialsterben der Banken zwingt Kunden zur Selbstbedienung im Internet: Online-Banking per PC und/oder Smartphone nach der neuen Zahlungsdienstrichtlinie PSD2. Was bedeutet das?

Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Beitrag zu den Änderungen schreiben. Aber bei meinen Recherchen wurde mir klar, wie brisant das Thema ist, wie viele Nutzer betroffen sind, wie wenig zusammenhängende Informationen es gibt. Nun wird es ein Vierteiler. Bleiben Sie bitte trotzdem dran. Das Online-Banking / Homebanking wird wohl zukünftig unverzichtbar werden.

Filialsterben erzwingt Online-Banking

Es war einmal: Bankkunden kamen mit einem Stapel Rechnungen in ihre Bankfiliale und baten die Mitarbeiter am Schalter, dafür die Überweisungen auszufüllen. Später wurden Filial-Mitarbeiter durch Automaten in den Filialen ersetzt. Jetzt werden immer mehr Filialen geschlossen. Den Kunden bleibt Selbstbedienung per Online-Banking.

Banken werben mit den Vorteilen: Kunden sind unabhängig von Öffnungszeiten und Parkplatzsuche. Wenn das Geld schneller beim Lieferanten ist, kann die Ware früher beim Kunden sein.

Banken haben Vorteile vom Online-Banking. Sie sparen Kosten für Personal, teure City-Immobilien und Logistik. Sie brauchen das Geld wegen der Zinskrise, der Finanzkrise, der Zockergeschäfte, der Boni für Vorstände etc.

Die Begriffe um das Online-Banking werden in der Werbung der Banken und in Fachartikeln nicht ganz einheitlich verwendet: Electronic Banking, E-Banking, Online-Banking, Homebanking, E-Bank, Mobile Banking, M-Banking, mBanking. Gemeint ist die Abwicklung von Bankgeschäften mit Hilfe von PCs, Smartphones und anderen elektronischen Endgeräten.

Umgangssprachlich scheinen sich “Online-Banking” und “Homebanking” für beleglose Bankgeschäfte per Internet durchzusetzen. Ich verwende in diesem Beitrag “Online-Banking”.

Auch im deutschen Banking gibt es Abkürzungen englisch-sprachiger Begriffe ohne Ende. Ich will sie wenigstens einmal erwähnen und übersetzen. Vielleicht hilft das beim Verständnis.

PSD2 ändert das Online-Banking

Die europäische “zweite Zahlungsdienstrichtlinie” PSD2 (Payment Services Directive PSD) erzwingt Änderungen im Umgang mit dem Online-Banking. Ziele: Die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen mit der “starken Kundenauthentifizierung”, den Verbraucherschutz stärken, Innovationen fördern und den Wettbewerb im Markt steigern.

Der große Rahmen seit 2014 ist SEPA (Single Euro Payments Area), der “einheitliche EURO-Zahlungsverkehrsraum”. Europaweit, also auch für Deutschland, gelten einheitliche Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr (Überweisungen, Lastschriften).

Die Bundesbank beschreibt Details. Zum 14. September 2019 trat die Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 in Kraft. EU-Recht wurde jetzt in nationales Recht umgesetzt, im Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG).

Schon beim Anmelden zum Online-Banking muss der Bankkunde seine Berechtigung mit zwei “Passwörtern” PIN und TAN beweisen. Im Verlauf des Banking muss er für jede Transaktion ist eine “dynamisch verknüpfte” TAN erforderlich, eine “Transaktionsnummer” mit der Bedeutung einer elektronischen Unterschrift. TAN-Listen gelten nicht mehr.

Zur Authentifizierung (zum Nachweis der Berechtigung des Nutzers) gilt ab jetzt die “starke” Zwei-Faktor-Authentifizierung: Schon beim Anmelden zum Banking (“Login”) müssen zwei von drei Faktoren kombiniert werden:

  • Wissen (ich kenne es), z.B. PIN, die nur der Kontoinhaber kennt.
  • Besitz (ich habe es). Beispiel 1: mobile Rufnummer im Handy oder Smartphone, auf die per SMS eine TAN gesendet werden kann. Beispiel 2: persönliche Bankkarte / Signaturkarte / Girocard, die von einem Chipkarten-Leser bzw. TAN-Generator gelesen werden kann.
  • Inhärenz, z.B. Biometrie (ich bin es) , z.B. Fingerabdruck, Gesichts- oder Spracherkennung. Nur der Kontoinhaber hat dieses Merkmal.

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist eine Sonderform der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).

Die Selbstbeteiligung für Schäden, die im Falle einer Verfügung mit einer gestohlenen, abhandengekommenen oder missbräuchlich verwendeten Zahlungskarte entstehen, wurde von 150 Euro auf 50 Euro begrenzt. Darüber hinaus muss bei Zahlungen, die vom Zahler nicht autorisiert wurden (z. B. in Betrugsfällen), der Betrag dem Zahlerkonto innerhalb eines Bankarbeitstages erstattet werden.

Aus der Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 ergeben sich weitere regulierte Möglichkeiten z.B. beim Einkauf im Internet:

  • Zahlungsauslösedienst: Kunden können die Überweisung über einen auf der Händlerseite angebotenen Zahlungsauslösedienst beauftragen. Kunden müssen sich nicht extra in das Online-Banking Ihres Kreditinstituts einloggen.
  • Kontoinformationsdienste: Kunden haben die Möglichkeit, sich für alle Zahlungskonten, die Sie bei verschiedenen Banken haben, die Kontostände und Umsätze in aufbereiteter Form anzeigen zu lassen.

Online-Banking 2019

  1. Was sich beim Online-Banking verändert hat
  2. PIN und TAN sichern das Online-Banking
  3. in Kürze: Risiken im Online-Banking
  4. in Kürze: So geht sicheres Online-Banking

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