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Vom Handy zum Smartphone – Vertragswechsel vorbereiten

Wer vom Handy zum Smartphone „aufsteigen“ will, muss mehr bedenken als den Kauf. Ein Vertragswechsel als Praxis-Beispiel.

Umdenken braucht noch keinen Vertragswechsel

Das alte „Dampfhandy“ funktioniert noch gut. Die Nutzerin geht routiniert damit um. Aber Fotos, E-Mails und evtl. Messenger haben doch Vorteile gegenüber SMS. Navigation kann das Handy auch nicht. Vielleicht bringt so ein Smartphone doch ein paar Vorteile? Auch wenn es mit Umlernen verbunden ist?

Zwei Smartphones stehen im Familienbestand zur Verfügung. Früher waren sie Mittelklasse, als Einsteigergerät taugen sie immer noch. Das ältere hat ein etwas größeres Display. Die Nutzerin wählt es, weil z.B. die etwas größere Tastatur komfortabler wirkt. Und wenn der Bedarf wächst, kann sie immer noch auf das jüngere oder auf ein neues Smartphone umsteigen.

Wer nicht in die Schublade greifen kann, kann hier sein Anforderungsprofil für ein passendes Smartphone zusammenstellen.

Das Internet fordert einen Vertragswechsel

Neue Leistungen brauchen einen neuen Tarif

Der geplante Umstieg vom Handy auf ein Smartphone bringt eine grundsätzliche Änderung mit. Bisher genügte ein „Sprachtarif“ für Telefon und SMS.

Im Internet werden „Daten“ übertragen, z.B. Texte, Fotos, Musik, Videos. Daten werden nicht, wie das Telefonieren, nach Zeit abgerechnet. Stattdessen wird ihre Menge in der Maßeinheit „Bytes“ abgerechnet, zusammengefasst zu Kilo-, Mega- und Giga-Bytes bzw. abgekürzt KB, MB, GB. Ein „Datentarif“ für die Internetnutzung muss also zusätzlich ein „Datenvolumen“ berücksichtigen.

Den wirtschaftlichen Tarif sollte man nach dem eigenen Bedarf wählen, nicht nach fremden Empfehlungen. Hilfreich ist es, sich an den Verbrauchswerten vergangener Monate zu orientieren (Telefon und SMS) und den zukünftigen Bedarf zu schätzen (die Datenmengen für das Internet). Wer keine Verbrauchswerte hat, kann den zukünftigen Bedarf grob schätzen: Tarif-Profil und Netz.

Als „Grundversorgung“ steht der Nutzerin das Festnetz mit einer Telefon- und Internet-Flatrate zur Verfügung. Sie schrieb bisher viele SMS und telefonierte mobil relativ wenig; das wird sich nicht grundsätzlich ändern. Der zukünftige mobile Datenbedarf wird eher gering sein: Navigation, evtl. wird Threema als Messenger einige SMS ersetzen, keine Videos. Das Festnetz mit WLAN für’s Smartphone bleibt ja erhalten.

Der Vertragswechsel kann einen Netzwechsel auslösen

Wenn ein Netz am gewünschten Standort nicht stark genug ist, sind die Angebote für dieses Netz nicht attraktiv. Einen ersten Eindruck gibt es auf der Webseite 4G.DE. Um die Netzverfügbarkeit zu testen, muss man die volle Anschrift haben: PLZ, Ort, Straße und Hausnummer. Dann erscheint eine Übersicht dieser Art:

Netze zum Vertragswechsel

Für diese Adresse fällt auf: Telekom und Vodafone mit grünen Häkchen sind in allen Geschwindigkeitsbereichen gut, O2 zeigt Schwächen bei 2G mit einem roten Kreuz, 3G und 4G sind gut.

Die Schwächen sind der Auslöser, für O2 auf den Link „Netzkarte des Anbieters“ zu klicken. Es erscheint eine interaktive Landkarte mit Kommentaren:

O2-Netz zum Vertragswechsel
O2 Netzabdeckung

Die blauen Bereiche der Landkarte sind stark genug für die „Versorgung in Gebäuden“, die orangefarbene Insel reicht nur für die „Versorgung im Freien“. Genau in diesem Bereich befindet sich die gesuchte Anschrift. Der erläuternde Text sagt dazu, dass GSM (also Telefon und SMS) „in Gebäuden eingeschränkt“ zur Verfügung steht.

Weil die anderen Netze hier stärker sind, scheiden alle Angebote im O2-/Telefonica-Netz für diesen Standort bzw. für diese Nutzerin aus. Schade, denn die O2-Angebote sind meist günstiger als die von Telekom und Vodafone. Vielleicht wirkt sich das kaum aus. Aber wenn Funklöcher vermeidbar sind, vermeidet man sie lieber. Nutzer in ländlichen Bereichen werden das als „Luxusproblem“ einschätzen. Viele wären schon zufrieden, überhaupt ein Netz zu haben.

Weitere Eckdaten für diesen Vertragswechsel

  • Für diesen Bedarf genügt ein Vertrag mit Sprach- und Datentarif ohne Smartphone (das Gerät ist vorhanden und muss nicht finanziert werden).
  • Priorität hat Telefon und SMS. Die höchste Datengeschwindigkeit LTE ist nicht erforderlich, mobile Videos wird es wohl nicht geben.
  • Wünschenswert wäre ein Tarif beim Provider von Familienmitgliedern, weil deren Community-Tarif kostenlose Kommunikation ermöglicht. Der Vorteil ist in diesem Fall aber nicht sehr groß, er kann durch „Freieinheiten“ des zukünftigen Tarifs ausgeglichen werden.

Die bisherige Rufnummer des Handys soll auf den neuen Vertrag übernommen werden: „Portierung“. Das ist aber kein Auswahl-Merkmal. Die Portierung ist ein Recht des Kunden, das für alle Anbieter und Tarife gilt.

Der alte Vertrag wird gekündigt

Vor der Kündigung sollte ein möglicher zukünftiger Tarif bekannt sein, um nicht in einen unerwünschten Zugzwang zu kommen. Eine kurze Suche (noch nicht endgültig) führte zu einem OTELO-Tarif: Vodafone-Netz, ausreichend Telefoneinheiten, kleines Datenvolumen (vermutlich ausreichend, ohne LTE akzeptabel), Prepaid (keine Laufzeit über 24-Monate).

Wer noch keinen geeigneten Tarif kennt, kann hier sein Anforderungsprofil zusammenstellen: Tarif-Profil und Netz

Die erste Prüfung galt den bisherigen Kündigungsbedingungen. Ja, Umsteigen ist möglich mit 14 Tagen Kündigung zum nächsten Monatsende. Ein baldiger Vertragswechsel ist also möglich.

Die Kündigung beim alten Anbieter (in diesem Fall 1&1) war relativ einfach. Der bestehende Vertrag war ein „Anhängsel“ eines Festnetz-DSL-Vertrags. Während der DSL-Vertrag 24 Monate Laufzeit hatte, hatte dieser Mobilfunkvertrag eine Kündigungsfrist von 14 Tagen zu jedem Monatsende. Das ergab sich ohne lange Suche in alten Ordnern, sondern nach dem „KUNDENLOGIN“ im „Control-Center“. Dort sind alle 1&1-Verträge des Kunden zusammengefasst.

Nach einiger Suche im Control-Center fand sich die Möglichkeit, online zu kündigen. Vielleicht war die Kündigung so „versteckt“ um den abspringenden Kunden doch noch zum Bleiben zu „motivieren“? 1&1 forderte zur Sicherheit, dass die Kündigung telefonisch bestätigt wurde.

Am Telefon wurde der Kunde nach dem Grund der Kündigung befragt, um die Kundin mit einem neuen Angebot zu halten. Das war aber nicht attraktiv, es blieb bei der Kündigung. Innerhalb von Minuten kamen eine SMS und eine E-Mail mit der Kündigungsbestätigung.

Im Control-Center stand ein Hinweis auf die Portierung. Die Freigabe der Telefonnummer dient dazu, dass ein neuer Partner sie termingerecht übernehmen kann. Die Freigabe gilt für vier Wochen und kann bei Bedarf verlängert werden.

Bei der Kündigung und der Vorbereitung der Telefonnummern-Übergabe sind nun keine Hindernisse zu erwarten.


Vom Handy zum Smartphone

  1. Vertragswechsel vorbereiten
  2. Der neue Vertrag – die Pflicht
  3. Der neue Vertrag – die Kür
  4. Kritik an den Anbietern

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