Am Tablet scheiden sich die Geister: Zu groß für die Hosentasche, zu klein für das produktive Arbeiten. Oder ist es der ideale Kompromiss als “mobiles Endgerät”? Eine Entscheidungshilfe.
Tablet im Vergleich

Tablet – was ist das, was kann das?

Martina Hill ist überrascht, wie Papa mit dem geschenkten iPad umgeht – oder hat Papa das “Tablett” missverstanden? 44 nette Video-Sekunden! Papa hätte sich besser bei Wikipedia informiert:

“Ein Tablet (englisch tablet, deutsch “Schreibtafel”, US-engl. tablet “Notizblock”) oder Tabletcomputer, Tablet-PC, selten auch Flachrechner ist ein tragbarer, flacher Computer in besonders leichter Ausführung mit einem Touchscreen, aber, anders als bei Notebooks, ohne ausklappbare mechanische Tastatur.”

Die Bauweise ermöglicht die Mobilität, ähnlich wie ein Smartphone. Zum komfortableren Transport gehört, dass kaum Zubehör transportiert werden soll und dass dafür dann keine Anschlüsse erforderlich sind. Wenn z.B. eine Tastatur benötigt wird, wird sie in das Display eingeblendet (“virtuelle Tastatur”). Anstelle der Maus gibt es die “Gesten” für den Touchscreen. Auf Drucker samt Druckerkabel wird verzichtet. Zusätzlich gibt es Funktionen, die den geografischen Standort erkennen und viele Dienste um den Standort ermöglichen, z.B. Navigation.

Daraus ergeben sich gewisse Einschränkungen für die Nutzung. Diese Geräte sind gut für das “Konsumieren” geeignet: Lesen, Fotos / Videos ansehen, im Internet surfen. Zum “Produzieren” sind PCs und Notebooks deutlich komfortabler: umfangreichere Texte, Präsentationen, grafische Daten, Automatisierung, Drucken etc.

Tablet Nutzung
Für Smartphones gibt es diese Erfahrungswerte für die Nutzung. Ich gehe davon aus, dass Tablets mit ähnlichen Schwerpunkten genutzt werden: Fotos und Videos aufnehmen, ansehen und evtl. bearbeiten, Suchen / Surfen im Internet, Musik anhören aus dem Internet oder aus dem eigenen Speicher, Nachrichten aus dem Internet, Kommunikation mit E-Mails und in sozialen Netzen. Ein Unterschied zum Smartphone besteht: Zum mobilen Telefonieren ist das Gerät zu groß, nicht alle dieser Geräte können Mobilfunknetze per SIM-Karte benutzen.

Diese und viele weitere Aufgaben kann man damit erledigen, aber nicht jeder Nutzer hat Bedarf für alle Funktionen.

Tablet – typische Nutzer

Wer Computer-Erfahrungen und einen Computer hat, wird man sich leicht mit einem Tablet anfreunden. Der Computer mit seinem angeschlossenen Zubehör kann leicht die Einschränkungen des Tablets ausgleichen, z.B. das Drucken. Das mobile Gerät ist dann eine Ergänzung. Es kann den Computer sogar in bestimmten Situationen ersetzen. Z.B. kann es unauffällig und griffbereit neben dem Sessel liegen und lässt sich schneller hochfahren als ein Computer. Das bietet zusätzliche Anwendungen.

Wer Smartphone-Erfahrungen hat, kann mit dem größeren Gerät Bedien-Komfort erleben: Größere Bilder, größere Tasten, größere Schrift, evtl. mehr Überblick. Fast alles, was das Smartphone beherrscht, kann man auch mit dem Tablet erledigen. Aber:

  • Nicht alle Tablets lassen sich mit einer SIM-Karte betreiben. Dann kann man nicht mobil telefonieren und der mobile Zugang ins Internet fehlt. Ohne SIM-Karte ist man auf den WLAN-Zugang begrenzt, zu Hause oder im fremden WLAN unterwegs.
  • Wer “seine vertrauten” Apps im Smartphone hat, möchte vielleicht im Tablet nicht darauf verzichten. Dann müssen mit etwas Aufwand beide Geräte “verwaltet” werden. Trotzdem kann es Abweichungen zwischen den Geräten geben, wenn z.B. eine App die unterschiedlichen Displaygrößen nicht beherrscht oder wenn eine App nicht zu unterschiedlichen Versionen des Betriebssystems passt.

Wer das Tablet als einziges Gerät benutzt (ohne Ausweichmöglichkeit auf den Computer), wird gelegentlich Computer-Komponenten vermissen. Beispiele: Fahrplanauskünfte, im Internet bestellte Tickets oder andere detailreiche Informationen lassen sich nicht drucken.

Meine persönliche Situation: Ich benutze den großen PC mit einigem Zubehör z.B. für umfangreichere Texte, Präsentationen, Seminarvorbereitung. Zum Einstieg in die Android-Welt erwarb ich ein 7″-Tablet mit SIM-Karte. Mein Einsatz: Lesen, Fotos / Videos, schnell mal im Internet was nachsehen – fast ausschließlich zu Hause am WLAN. Ich probierte immer mehr Apps, auf die ich dann unterwegs nicht verzichten wollte. Also landete das Tablet bald in der Schublade und ich kaufte mein erstes Smartphone. Das kann ich seitdem immer mitnehmen.

Tablet-Größe zwischen Smartphone und Computer

Als typisches Maß für die Größe der “mobilen Endgeräte” dient die Bildschirm-Diagonale. Die wird, wie bei Fernsehern, in Zoll gemessen.
Tablet-Größen
Das iPhone von Apple hat die Smartphone-Entwicklung angestoßen, darum nehme ich dessen 3,5″ hier als Basis für den Vergleich. Im Verhältnis zu den Handys war das seinerzeit groß. Heute wäre das lächerlich klein.

Aktuelle Smartphones werden mit 5,0″ bis 5,5″ angeboten, mit wachsender Tendenz. Als Tablet werden Geräte mit 7,0″ bis 10,0″ bezeichnet. Dazwischen hat sich das Phablet mit 5,5″ bis 7,0″ geschoben. Die größeren Tablets haben die gleiche Größe wie ein “kleines” 10,0″-Netbook.

Smartphones, Phablets und Tablets können im Hoch- oder Querformat benutzt werden – Drehen genügt. Netbooks und die noch größeren Notebooks sind auf das Querformat festgelegt. Geräte bis 7,0″ kann man bequem in der Hand halten, meist im Hochformat. 10,0″-Tablets liegen hoch oder quer auf dem Tisch; Netbooks stehen auf dem Tisch, bedingt durch Ihre Bauart.

Können so unterschiedliche Gerätegrößen Internet-Inhalte, E-Mails, Bücher, Presseinhalte, Spiele etc. lesbar darstellen? Im Beitrag Mit dem Smartphone ins Internet – ganz einfach habe ich die Möglichkeiten beschrieben. Was Smartphones können, können Tablets im Prinzip auch. Eine Besonderheit sind PDF-Dateien, die eigentlich für Drucker getaltet sind. PDF-Dateien auf einem 10″-Display sind bequem zu lesen; auf kleineren Displays ist das sehr unbequem und mit viel Schieben verbunden. Manche mobilen Zeitungs-Ausgaben verwenden das PDF-Format.

Einschränkungen kann es geben, wenn das Tablet keinen Internet-Zugang hat oder wenn es für das Tablet keine passende App gibt.

Ein Convertible kann auch ein Tablet sein

Die direkten Vorbilder für Tablets waren die Netbooks, kleine vollständige Computer mit Tastatur, mehr Anschlüssen und einem 10″-Display. Netbooks waren ein Kompromiss zwischen Transport-Komfort und Ausstattung zum “Produzieren”.

Ähnliche Kompromiss-Lösungen werden aktuell als “Convertible” (“verwandelbar”) angeboten: Klapp-Computer mit Touchscreen, bei dem die Tastatur abgenommen werden kann.

Ein Tablet ist kein E-Book-Reader

Tablets haben eine Ähnlichkeit mit E-Book-Readern. E-Book-Reader sind für das Lesen von E-Books spezialisiert. Das wirkt sich besonders im Display und im Akku aus. Displays sind aufgrund einer speziellen Displaytechnik weniger “farbenfreudig” (viele sind nur für schwarz/weiß ausgelegt). Dafür ist der Kontrast so groß, dass E-Books auch bei heller Sonne gut gelesen werden können. Diese Displaytechnik sorgt auch dafür, dass weniger Strom verbraucht wird und eine Akku-Ladung länger ausreicht.

Ein E-Book-Reader kann mit Einschränkungen für Aufgaben eines Tablets genutzt werden. Das ist im Einzelfall zu prüfen. Dagegen kann man mit dem Tablet auch E-Books lesen – schlechter in heller Sonne, mit kürzerer Akku-Laufzeit.

Ob man gleichzeitig ein Tablet und einen E-Book-Reader braucht? Ich sehe diese Notwendigkeit für mich nicht.

Tablet mit Android, Windows oder Apple-iOS?

Der Lernaufwand beim Umsteigen auf ein anderes Gerät soll möglichst gering sein, d.h. die neue Bedienung soll der vertrauten Bedienung möglichst ähnlich sein. Wer Daten auf einem Gerät hat, will sie oft auf das andere Gerät übernehmen, sie müssen kompatibel sein oder kompatibel gemacht werden. Beides hängt vom Betriebssystem ab:

Welche Betriebssysteme zur Wahl stehen

  • Android ist das Betriebssystem, das auf den weitaus meisten Smartphones unterschiedlicher Hersteller eingesetzt wird (z.Z. 86% der Geräte). Android ist ein relativ junges System, das von Google angeboten wird. Wer Erfahrungen mit einem Android-Smartphone hat, wird beim Umsteigen auf ein Tablet nicht viel Neues lernen müssen. Android-Tablets sind eigentlich nur “etwas größere” Smartphones. Wegen der großen Verbreitung gibt es z.B. im Internet, in Volkshochschulen und im Buchhandel viele Informationsangebote.
  • Auch Windows ist unabhängig von Hardware-Herstellern, die meisten PC-Hersteller setzen es ein. Wer Erfahrungen mit einem Windows-PC (auch Notebook, Laptop, Netbook etc.) oder einem Windows-Smartphone hat, dem fällt der Umstieg auf ein Windows-Tablet relativ leicht. Die Bedienung ist in Grundzügen ähnlich.
  • iOS von Apple ist das Betriebssystem, das ausschließlich von Apple für die mobilen Endgeräte eingesetzt wird. Umsteiger vom iPhone auf ein iPad tun sich leichter, als wenn sie auf ein anderes Betriebssystem umsteigen.

Was das für Sie bedeutet

Nutzer von Android-Smartphones haben es leicht. Sie finden eine reichhaltige Auswahl an Android-Tablets. Das Umsteigen vom Smartphone auf ein Tablet ist einfach, der auffälligste Unterschied ist die Größe des Geräts.

Apple-Nutzer werden auch beim Tablet bei Apple bleiben wollen. Auch für Apple gibt es ausreichend viele Apps, fast wie bei Android. “Apple oder nicht” ist eine Art “Glaubensfrage”, wenn ich manche Diskussionen verfolge. Gut zu wissen: Apple-Geräte sind deutlich teurer als vergleichbare Geräte anderer Hersteller.

Wer Windows-Vorkenntnisse hat, sollte nicht “automatisch” bei Windows bleiben. Der Grund: Die Produktion von Windows-Smartphones wurde kürzlich eingestellt, weil es viel zu wenig Windows-Apps gab. Dieser Mangel bei Smartphones gilt auch für Tablets. Wenn man also das Tablet nur für die gleichen Anwendungen wie den Computer nutzen will, kann man bei Windows bleiben. Technisch “Neugierige”, die neue Möglichkeiten “unterwegs” erforschen wollen, sollten zu Android mit seinem riesigen App-Angebot wechseln – damit sie nicht durch fehlende Apps “ausgebremst” werden.

Wer keine Vorkenntnisse mit PCs oder Smartphones hat, muss jedes Betriebssystem neu erlernen. Unter dem Aspekt des Erfahrungsaustauschs mit seiner Umgebung sollte er das System wählen, das in seiner Umgebung vorherrscht. Dann findet er leichter “Lernpartner”. Wenn diese Umgebung fehlt oder keine erkennbaren Schwerpunkte hat, empfehle ich wegen dessen Verbreitung Android.

Tablet-Auswahl im Vergleichsportal

Der Markt ändert sich laufend, alte Geräte verschwinden, neue kommen dazu. Für den einzelnen Nutzer ist es praktisch nicht möglich, einen brauchbaren Überblick über das aktuelle Angebot zu erhalten. Wer eine zukunftssichere Entscheidung treffen will, orientiert sich am besten in einer professionell gepflegten Datenbank mit strukturierten Informationen.

Verivox ist eines von mehreren Vergleichsportalen, das unter anderem Strom-, Gas, DSL-, Handy-, Versicherungs- und andere Tarife in Datenbanken sammelt und so aufbereitet, dass Nutzer sie einfach und übersichtlich abfragen können. Die Nutzung dieser Informationen ist kostenlos.

Eine dieser Datenbanken befasst sich mit Tablets: Verivox Vergleich. Man kann bis zu drei Tablets miteinander vergleichen, übersichtlich jedes Tablet in einer Spalte. Der Nutzer legt fest, welchen Hersteller und welches von dessen Geräten er anzeigen lässt. Für jedes gewählte Gerät werden dann Daten dieser Kategorien gezeigt: Allgemein, Display, Speicher, Prozessor und Akku, Software, Daten und Netze, Messaging und Multimedia.

Dieses interaktive Angebot ist nützlich, wenn man mehrere Geräte in enger Wahl hat und deren Eigenschaften direkt miteinander vergleichen will.

Fazit: Vergleichen Sie!

Ein Tablet ist ein “mobiles Endgerät”, mit dem man Computer- und Internet-Aufgaben bewältigen kann. Ein großer Vorteil der mobilen Endgeräte ist gegenüber stationären Computern , dass sie standortbezogene Aufgaben übernehmen können, wie Navigation, Erkundung der Umgebung, Reiseinformationen.

Seine Größe ist mit einem “zu kleinen” Computer oder einem “zu großen” Smartphone vergleichbar, seine Vielseitigkeit mit einem Smartphone. Probieren Sie aus, welche Größe Ihnen am besten gefällt: bis 7″ passt es in die Hand, größer muss es auf den Tisch.

Wegen des Lernaufwands und wegen der Datenübernahme ist die Frage nach dem Betriebssystem eine grundlegende Weichenstellung.

Ein Tablet kann einen Computer nicht ersetzen, nur ergänzen. Zum produktiven Arbeiten fehlen Ausstattungs-Merkmale. Als “Zulieferer” für einen Computer ist es durchaus geeignet, dann sollte es das gleiche Betriebssystem (z.B. Windows) und kompatible Anwendungs-Software / Apps haben (z.B. Microsoft Office). Dafür gibt es z.B. auch Convertibles (mit Tastatur).

Wenn man Computer und Smartphone hat, ist das Tablet eher eine zusätzliche “Luxus-Investition” – nett, aber nicht zwingend. Ein Tablet kann einen E-Book-Reader ersetzen. Sogar ein Smartphone kann das.

Machen Sie sich Ihren Bedarf bewusst, und Ihre Lernmöglichkeiten. Vergleichen Sie: Tablet mit Computer, Tablet mit Smartphone, Tablet mit anderen Tablets. Vergleichen Sie! Viel Erfolg!

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