Smartphones für Kinder – Wissen für Kinder?

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Sollen Kinder ein Smartphone bekommen?” oder “Wann sollen Kinder ein Smartphone bekommen?” Wichtige Fragen für verantwortungsbewusste Eltern und evtl. Großeltern.

Kinder, Skifahren und Smartphones

Kinder und Smartphones

In der Marketingsprache sind Kinder die “digital Natives”, die “digitalen Eingeborenen”, die mit der Digitalisierung aufwachsen. Die Erwachsenen sind die “digital Immigrants”, die “digitalen Einwanderer”, die die Digitalisierung erst für den Beruf erlernen mussten. Marketingleute wollen keine Kompetenz vermitteln: Wenn Kunden zu viel von der Komplexität des Produkts wissen, zögern sie wahrscheinlich, das Produkt zu kaufen.

Wer schon als Kind z.B. Skifahren lernt, verlernt es nicht und kann es bis ins hohe Alter beherrschen und verfeinern (vergleichbar mit den digital Natives). Wer erst als Erwachsener einsteigt, wird selten die gleiche Souveränität erlangen (vergleichbar mit den digital Immigrants).

Erwachsene lernen zielgerichtet “sparsamer”, z.B. nur was sie für die eigene Aufgabe brauchen und weniger “interdisziplinär”. “Digital Immigrants” bedürfen großer Integrations-Anstrengungen – wie andere Immigranten auch. Was Erwachsene nicht verinnerlicht haben, können sie auch nicht weitergeben.

Kinder sollten von ihren Eltern lernen können

Kinder lernen von ihren “Vorbildern”. Wenn die Eltern z.B. mit dem Smartphone nicht genug vorleben können, lassen sich die Kinder “auf der Straße aufklären”. Ob das immer im Sinn der Eltern ist?

Digitalisierung bedeutet für jeden etwas anderes. Kinder wollen spielen und kommunizieren. Berufstätige nutzen die Digitalisierung oft nur, weil es nicht mehr anders geht. Manager und Politiker wollen Kontrolle und Macht. Medienkompetenz spielt dabei, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle.

  • Was den meisten Nutzern fehlt, ist ein “angemessener” Respekt bzw. Problembewusstsein.
  • Respekt ist schwer, weil die Smartphones relativ klein und unspektakulär wirken, sie sind ja vermeintlich “nur Telefone”. Der Lernbedarf ist riesig, es gibt dafür viel zu wenig Wissensvermittlung.
  • Und das Marketing (z.B. von WhatsApp) produziert “Jubelnutzer”, bis hin zu Nutzern, die wegen Unkenntnis verurteilt wurden. Die Marketingleute der “sozialen Medien” können stolz sein auf ihr “virales” Marketing. Für die “Einfalt” ihrer Nutzer haften sie nicht.

Versuchen Sie, aus Sicht der Kinder zu denken

Am 24.10.2019 gab es im Fernsehen von planet wissen ein Video (ca. 58 Minuten): Ständig online – Mein Kind und sein Smartphone. Ich empfehle Ihnen: Nehmen Sie sich die Zeit und sehen Sie sich das Video an, im PC oder auf dem Smartphone / Tablet. Die Moderatoren Caro Matzko und Rainer Maria Jilg sprechen mit dem Digital-Trainer Daniel Wolff und der Medienpädagogin Dr. Maya Götz. Das Gespräch wird durch Einspieler angereichert. Die Informationen kommen offensichtlich aus vielen praktischen Erfahrungen im Umgang mit Kindern und liefern wertvolle Tipps.

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Das Besondere im Gespräch ist der Blick aus Sicht der Kinder. Das Smartphone ist Teil unserer Gesellschaft. Kinder sind neugierig. Das Smartphone ist das mächtigste Gerät, es bietet unendliche Unterhaltung, unendliche soziale Anerkennung. Es führt bis zu Berufswünschen wie YouTuber, Influencer, Hacker. Vorbilder bei Instagram beeinflussen Schönheitsideale; das führt bis hin zu Essstörungen bei Mädchen und zum Eindruck “In der Welt gibt es keine Pickel”. Auch Probleme und Risiken werden offen angesprochen, Cyber-Mobbing und Hardcore-Pornographie und Kriminalität.

Problem: Eltern wollen “Freunde” der Kinder sein. Eltern werden ihrer Verantwortung oft nicht gerecht. Unrealistisch ist die Hoffnung “Mein Kind tut so was nicht”. Eltern und Kinder müssen ins Gespräch kommen und im Gespräch bleiben. Mögliche Probleme zwischen Eltern und Kindern kommen nicht unbedingt vom Smartphone, sondern auch aus der Pubertät. Eltern müssen auch Argumente aushalten wie “Alle anderen haben das auch”.

Auch wenn Eltern “sich überhaupt nicht auskennen”: Ohne Regeln geht es schief. Aber Regeln sollen bereichern, nicht einschränken. Regeln müssen transparent sein, sie müssen die faire Behandlung der Kinder garantieren. Eltern müssen vermitteln, dass sie den Kindern das Smartphone nicht willkürlich wegnehmen. Beispiele: Handy nicht bei Hausaufgaben, nicht im Bett, handyfreie Zonen und Zeiten. Regeln sollen Kinder nicht ausschließen aus deren Kommunikation. Eltern müssen den Konsum kontrollieren und können dann sofort Feedback geben. Kinder müssen Verantwortung tragen.

Hinweise auf weitere Informationsquellen

Noch einmal meine Empfehlung: Sehen Sie sich das Video an, auch wenn es relativ lang ist. Sehen Sie es sich mehrfach an. Es liefert wertvollen Gesprächsstoff zwischen Eltern, Kindern und (warum nicht?) Großeltern.


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