Ein Scherz, als Handys neu waren: A ruft B unterwegs an. B fragt: “Woher weißt du, dass ich gerade beim Friseur bin?” A weiß es nicht, das Netz weiß es mit Hilfe der SIM-Karte.

Heute wundert man sich nicht mehr über SIM-Karten. Aber was bedeuten die “Vornamen” wie Dual, Triple, Multi und e?

Die SIM-Karte im Mobilfunknetz

Die SIM-Karte speichert die mobile Telefonnummer. Über die Antenne des Handys wird eine Funkverbindung zwischen der SIM-Karte und dem nächstgelegenen Funkmast aufgebaut. Wenn die SIM-Karte aus der Reichweite des Funkmasts bewegt wird, übernimmt der nächste Funkmast die Verbindung. Das Netz, in dem die Funkmasten stehen, weiß also jederzeit, bei welchen Funkmast (wo ungefähr) sich der Nutzer gerade aufhält.

Die Antwort auf die Friseur-Frage ist: A ruft die Telefonnummer von B an. Das Netz weiß, dass B gerade in der Reichweite eines bestimmten Funkmasts ist. Der Anruf wird zu diesem Funkmast und von dort zum Handy übertragen. Egal, ob B beim Friseur, auf der Straße oder woanders ist.

Das funktioniert, wenn das Handy eingeschaltet ist, genug Strom im Akku ist und der nächste Funkmast nicht zu weit entfernt ist.

“SIM” ist die Abkürzung von Subscriber Identity Module. Übersetzt bedeutet das “Teilnehmer-Identitätsmodul”. Die SIM-Karte ist lt. Wikipedia eine Chipkarte, die in ein Mobiltelefon eingesteckt wird und zur Identifikation des Nutzers im Netz dient. Mit ihr stellen Mobilfunkanbieter Teilnehmern mobile Telefonanschlüsse und Datenanschlüsse zur Verfügung.

Telefonanschlüsse sind gut für Sprache. Datenanschlüsse können auch Daten übertragen. Z.B. kann die SIM-Karte in einen “Surfstick” gesteckt werden; dann kann das Notebook mit dem Surfstick auch unterwegs ins Internet. Z.B. kann eine Spedition verfolgen, wo sich ihre LKWs gerade befinden, um die nächsten Fahrten zu disponieren.

DUAL SIM – zwei Verträge in einem Gerät

Es gibt Smartphones, die Steckplätze für zwei SIM-Karten haben. Damit können mit dem gleichen Smartphone zwei Verträge und zwei Telefonnummern benutzt werden. Diese Technik kann in unterschiedlichen Situationen nützlich sein. Beispiele:

  • Je ein Vertrag für private und dienstliche Gespräche, damit wird die getrennte Abrechnung vereinfacht.
  • Verträge in unterschiedlichen Netzen; dann besteht die Chance, z.B. in ländlichen Gegenden vom Funkloch auf das andere Netz auszuweichen.
  • Bei längeren oder wiederholten Auslandsaufenthalten kann ein ausländischer Vertrag für Verbindungen im Ausland Gebühren sparen.

Wenn man das Smartphone zwei Verträge nutzen kann, kann man mit unterschiedlichen Nummern anrufen und angerufen werden, die jeweils günstigsten Tarife nutzen, ohne mit zwei Geräten unterwegs zu sein und ohne die SIM-Karten auszutauschen.

So sehen in meinem Smartphone die nebeneinander liegenden Steckplätze aus, von links nach rechts SIM 1, SIM 2 und eine MicroSD-Speicherkarte:

Dual SIM-Smartphone

Triple SIM – eine Karte für unterschiedliche Größen

Smartphones werden immer leistungsfähiger, dafür brauchen sie immer mehr Platz für zusätzliche Sensoren, Antennen, Chips etc. Eine Möglichkeit, Platz zu sparen, ist die SIM-Karte. Der goldfarbene Chip ist relativ klein. Er ist in einen Träger aus einem Plastikmaterial “verpackt”. Diesen “dummen” Plastikträger kann man kleiner machen, ohne dass die Funktionsweise des Chips dadurch beeinträchtigt wird.

Auslieferung als Triple-SIMÄltere Geräte, z.B. Handys, hatten die größte SIM-Karte, trotzdem wird sie als Mini-SIM-Karte bezeichnet. Jüngere Geräte haben eine kleinere Micro-SIM-Karte, die meisten aktuellen Geräte haben die z.Z. kleinste Nano-SIM-Karte. Im Markt existieren nebeneinander alle drei Größen.

Die Anbieter vereinfachen sich die Auslieferung der SIM-Karten. Sie liefern eine Plastikkarte in der Einheitsgröße einer Scheckkarte mit einem Chip. Die Plastikkarte hat mehrere vorbereitete “Sollbruchstellen”. Der Nutzer muss nun aus der gelieferten Einheitsgröße die Karte herausbrechen, die in sein Gerät passt. Die Sollbruchstellen sind nicht immer so deutlich zu erkennen wie in diesem Bild; manchmal sind sie so fein, dass man mit der Lupe hinsehen muss.

Wie eine SIM-Karte ins Smartphone eingesetzt wird, habe ich hier beschrieben.

Die SIM-Karte muss genau in den vorgesehenen Steckplatz passen. Wenn eine Karte für den Steckplatz zu klein ist, kann sie mit einem Adapter wieder vergrößert werden.

Multi SIM – mehrere Geräte mit der gleichen Nummer

Manche Mobilfunk-Provider bieten an, zu einem Vertrag (mit einer Telefonnummer) mehrere SIM-Karten auszuliefern. Dann kann der Nutzer mit einem Vertrag abwechselnd mehrere Geräte betreiben, ohne die SIM-Karten zu wechseln, z.B.

  • im “normalen” Umfeld ein voll ausgestattetes Smartphone,
  • beim sportlichen Einsatz ein robustes Billig-Handy,
  • zum Surfen im Sessel ein Tablet,
  • als “Autotelefon” ein Handy mit geringem Diebstahl-Risiko,
  • im mobilen Hotspot,
  • in der Smartwatch,
  • im Surfstick für das Notebook.

Die eSIM ist gar keine Karte

Noch selten angeboten, aber möglicherweise die Zukunft ist die eSIM, die “embedded SIM”. Die Funktionen, die heute eine austauschbare SIM-Karte hat, übernimmt ein Chip, der fest in das Smartphone eingebettet (“embedded”) ist. Diese zukünftigen Smartphones haben keinen Steckplatz mehr.

Damit ein Smartphone nicht “lebenslänglich” mit seinem Lieferanten verbunden ist, kann die eSIM von außen programmiert werden, z.B. beim Providerwechsel.

Die eSIM kann nicht ausgetauscht oder nachgerüstet werden, sie wird schon bei der Produktion des Smartphones eingebaut. Angeblich soll es z.Z. gerade mal zwei Smartphones (je eins von Apple und Samsung) mit dieser neuen Technik geben.

SIM-Karte, Dual SIM, Triple SIM, Multi SIM, eSIM

Die Namen sind verwirrend ähnlich, aber die Einsatzmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich und vielseitig. Das Gemeinsame ist: Die SIM-Karte ist der “Vertrag zum Anfassen”. Alles, was den Vertrag ausmacht ist in diesem Chip gespeichert. Nicht nur die Telefonnummer für die Authentifizierung und Erreichbarkeit, sondern auch Tarifeigenschaften wie Prepaid, Guthaben, Freiminuten, Frei-SMS, Datenvolumen, Flatrate etc.

Durch diese Infos kann der Anbieter den Nutzer “ausbremsen”, z.B. mit der Drosselung, wenn das Datenvolumen verbraucht ist, oder Beschränkung auf Notrufnummern, wenn kein Guthaben mehr vorhanden ist. Aber das liegt nicht an der SIM-Karte, sondern am Tarif und dessen Nutzung.

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