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“Senioren-Smartphones” im Vergleich

Typische “Senioren-Smartphones” bieten zu wenig, sind dafür zu teuer und führen in eine “Lern-Sackgasse”. Es geht besser.

“Senioren-Smartphones” oder Smartphones für Senioren?

Die Redaktion Servicezeit im Westdeutschen Rundfunk brachte einen Beratungs-Beitrag:
Senioren-SmartphonesSmartphones für Senioren – darauf sollten Sie achten

Die drei Teile dieses Beitrags waren:

  1. ein 6-Minuten-Video, in dem zwei Senioren sich drei typische “Senioren-Smartphones” ansahen und ihre ersten Eindrücke zur Einrichtung und Bedienung diskutierten,
  2. der Auszug aus einem Interview, in dem der Redakteur mich zu diesem Thema befragte,
  3. ein 18-Sekunden-Video, wie die Einstellung eines “normalen” Smartphones vom “Standard-Modus” in den “einfachen Modus” geändert wird.

Das war der Text-Beitrag mit dem Interview-Auszug von Nicolas Parman:

Smartphones für Senioren – darauf sollten Sie achten

Mal schnell einen Urlaubs-Schnappschuss an die Lieben daheim schicken oder per Kurznachricht Bescheid geben, dass es einem gut geht. Kein Problem, dank Smartphones. Doch wie finden Sie das passende Gerät? Dazu drei Fragen an Jürgen Buchert. Er gibt regelmäßig Seminare zum Smartphone-Kauf.

Was ist das Problem, das viele Ältere mit den neuesten Smartphones haben?

Buchert: Ich frage die Teilnehmer in meinen Kursen zunächst, was sie denn eigentlich so im Alltag mit den Geräten vorhaben. Oft kommt dann: Telefonieren, ab und zu eine SMS schreiben. Da würde dann sogar ein Handy reichen. Aber selbst für Skype, Whatsapp & Co braucht man keine teuren Spitzen-Smartphones. Die braucht man eher zum Vorzeigen, so wie bei einem Ferrari auf der Kö.

Welche Geräte empfehlen Sie denn dann stattdessen?

Buchert: Ein gutes Mittelklassegerät sollte es schon sein. Die gibt es für 200 bis 300 Euro. Gerade für viele Apps braucht man ausreichend Speicher, 8 GB Speicher sollten es daher schon sein. Wichtig ist auch: Wie groß sind die Finger im Verhältnis zur Tastatur? Mit einem zu kleinen Gerät hat man da keine Freude. Aber auch zu große Geräte bleiben liegen, da sie zu unhandlich sind.

Jetzt gibt es auf dem Markt auch spezielle Senioren-Smartphones. Wie denken Sie darüber?

Buchert: Von den sogenannten Senioren-Smartphones rate ich persönlich ab. Diese sind zwar genauso teuer wie die Mittelklassegeräte, aber in der Leistung oft deutlich abgespeckter. Eher rate ich dazu, ein normales Smartphone zu kaufen und dann den sogenannten einfachen Modus zu aktivieren. Da sind die Symbole größer, es ist leichter zu bedienen, nur ein paar Funktionen fehlen. Und wenn der Wunsch kommt, doch mehr zu nutzen, muss man nur umschalten in den normalen Modus.

Warum ich gegen “Senioren-Smartphones” bin

Die beiden Senioren im 6-Minuten-Video waren ja eigentlich ganz angetan von ihren Testgeräten. Aber es war kein richtiger Test, sondern nur spontane Eindrücke zur ersten Einrichtung. Die beiden wussten offensichtlich nicht, was man von Smartphones erwarten kann. Sie kannten Telefon, SMS, Kamera. Einer sagte “Was für junge Leute natürlich viel zu wenig ist, ist für uns aber ausreichend”.

Smartphones sind aber nicht nur “bessere Telefone”, sondern mobile Computer mit Internet-Zugang. Smartphones sind ein Schritt in die Digitalisierung. Und die findet für Senioren ebenso statt wie für Junioren – auch wenn diese Erkenntnis erst zum Teil angekommen ist. Diese Nutzungsmöglichkeiten fehlten bei diesem “Testbericht” völlig.

Meine Anmerkungen:

Leichter Einstieg: “Das ist ja wie beim Hörgerätetest”. Wenn die erstmalige (einmalige) Einrichtung einfach ist, kann die spätere (laufende) Nutzung ganz anders sein. Dafür muss man die Bedienung der Apps erlernen – die sind nicht für diese Geräte “optimiert”. Für jede App wird zu prüfen sein: Läuft sie überhaupt auf diesem Gerät? Wenn ja, nutzt die App die Besonderheiten des Geräts, z.B. die zusätzlichen körperlichen Tasten (oder werden diese angepriesenen “Vorteile” überflüssig)?

Exoten: “Kannst Du mir mal eben helfen?” Diese Bitte kommt ganz bestimmt. Manche Antworten werden leicht sein, andere fordern “Einarbeitung”. Was ist, wenn im persönlichen Umfeld niemand Erfahrungen mit den seltenen Senioren-Smartphones hat? Die klassischen Erlebnisse: Viele Kinder haben zu wenig Zeit und Geduld, sich mit den Besonderheiten des Senioren-Smartphones zu befassen. “Das Ding ist ja ganz anders als ein richtiges Smartphone!” und “Kann das Ding das überhaupt oder fehlt die Funktion?”

Enge Grenzen:”Der Appetit kommt beim Essen”. Was ist, wenn die Nutzer die Basisfunktionen beherrschen und dann bald an die Grenzen des Senioren-Smartphones stoßen? Die Geräte sind nicht aufrüstbar. Ich bin auch kein Anhänger des “einfachen Modus” im normalen Smartphone, wie er im 18-Sekunden-Video gezeigt wurde. Aber er ist immerhin ein Kompromiss, der nicht in einer Sackgasse enden muss. Diese Einstellung kann bei Bedarf ebenso einfach wieder “geöffnet” werden. Ziemlich sicher ist, dass der Bedarf kommt.

Privatstunden statt “Senioren-Smartphone”

Ich halte diesen Vergleich von Senioren-Smartphones für zu kurz gesprungen. Er betrachtet nur die einmalige Einrichtung und vernachlässigt die Nutzung. Mein Vorschlag: Smartphone der (unteren) Mittelklasse, notfalls mit Einstellung des “einfachen Modus”. Oder Sie “recyceln” evtl. ausgemusterte Geräte der Junioren für Senioren. Nachhaltig wäre es, die Einsparung aus dem Recycling für einen Geschenk-Gutschein für Privatstunden zu verwenden.

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