Was schon lange diskutiert wurde, ist jetzt amtlich: Roaming-Gebühren in EU-Ländern fallen weg. Ab 15. Juni 2017 können wir Verbraucher ohne zusätzliche Gebühren mobil telefonieren, SMS versenden und im Internet surfen. Wo genau ist Roaming-Europa?

Die Roaming-Gebühren ab 15.06.2017

Das Motto der Regelung lautet “Roaming ist für Reisende” (“Roaming” ist englisch für “Umherwandern”). Reisende z.B. mit deutscher SIM-Karte dürfen im Ausland die Infrastruktur der dortigen Provider (Mobilfunk-Anbieter) nutzen. So war es bisher: Die ausländischen Provider berechnen den deutschen Providern dafür Entgelte, die dann den deutschen Reisenden belastet werden. Die deutschen Reisenden zahlen also, was sie auch in Deutschland zahlen müssten; außerdem zahlen sie die “Roaming-Gebühren” als Aufschlag für die Nutzung der fremden Netze.

Die Entgelte, die sich europäische Provider gegenseitig berechnen, wurden schon seit 2007 immer weiter gedeckelt. Die aktuelle Entscheidung des EU-Parlaments deckelt die Entgelte ab 15.06.2017. Zukünftig gilt, dass Verbraucher nicht mehr mit den zusätzlichen Roaming-Gebühren belastet werden.

Das Motto “Roaming ist für Reisende” sollte zunächst so umgesetzt werden, dass die Entlastung um die Roaming-Gebühren auf 90 Tage begrenzt ist. Das tritt nun doch nicht in Kraft, d.h. die Entlastung gilt ganzjährig.

Der mögliche Missbrauch der Entlastung soll verhindert werden. Z.B. soll ein deutscher Verbraucher keinen dauerhaften Handyvertrag in einem billigeren Ausland abschließen können, um ihn im Inland zu benutzen. Dafür dürften Provider doch wieder Roaming-Gebühren berechnen.

Die Länder der wegfallenden Roaming-Gebühren

Die Regelung gilt für alle EU-Länder, nicht nur für Euro-Länder. Das sind lt. Wikipedia:

Roaming-Gebühren in Europa

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern.

Zusätzlich soll der Wegfall der Roaming-Gebühren auch für Island, Liechtenstein und Norwegen gelten, obwohl das keine EU-Länder sind.

Besonderheiten: Wie und wann sich der Brexit auswirken wird, bleibt abzuwarten. Ihr Provider kann Ihnen zumindest aktuelle Informationen geben. Achtung, für die Schweiz (relativ teuer!) gilt die neue Roaming-Regelung nicht, obwohl die mittendrin liegt; das kann zu Überraschungen bei der Abrechnung führen.

Fangen Provider den Einnahme-Verlust auf?

ComputerBild vermutet: „Dank“ Gratis-EU-Roaming: Mobilfunkpreise steigen! und stützt sich auf eine Untersuchung des Verbraucherportals Verivox.

Vielleicht trifft das zu, vielleicht wird das aber durch den scharfen Wettbewerb zwischen den Providern aufgehoben. Auf jeden Fall sollten wir die Tarifentwicklung beobachten und ggf. mit Tarifwechsel darauf reagieren. Prepaid-Kunden haben es leichter, weil sie nicht an Kündigungsfristen gebunden sind. Kunden mit Laufzeitverträgen sind bis zum Kündigungstermin gebunden.

Die Mobilfunk-Gebühren müssen nicht unbedingt steigen. Einige Provider praktizierten den Wegfall der Roaming-Gebühren schon vor diesem Termin.

Gute Reise!

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Ein Gedanke zu “Roaming-Gebühren in Europa fallen weg – wo genau?”

  • Hier wurde eine ganz wichtige Entscheidung für die Nutzer getroffen, denn sonst konnte eine Handyrechnung im Urlaub ja doch schon mal ganz schön teuer werden.

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