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Ok Google – Sprach-Assistent im Auto

Ok Google – nicht anfassen, nur reden

Klar, Handy am Steuer ist nicht erlaubt. Sprachbefehle sind aber nicht verboten. Weil Sie die Tastatur vermeiden, können Sie die Hände am Lenkrad und die Augen auf der Straße lassen. Mit den Worten Ok Google leiten Sie einen Sprachbefehl ein. Damit dürfen Sie z.B. telefonieren, chatten, schreiben, Texte vorlesen lassen. Praktische Tipps für Autofahrer finden Sie hier.

Seitdem Leute auf der Straße laut mit unsichtbaren Partnern telefonieren, wird das Reden mit dem Smartphone “normaler”. Trotzdem höre ich diese Argumente: Ich müsste schon sehr einsam sein, um mich mit einem Apparat zu unterhalten. Oder: Ich will doch nicht alle mithören lassen, ich will auch niemanden stören.

Aber im Auto ist es anders. Da ist das Smartphone kein Ersatz für einen Gesprächspartner, sondern ein Assistent. Und, falls es überhaupt Mithörer gibt, sind sie irgendwie betroffen oder beteiligt.

Vorbereitung

Damit die Sprachbefehle verstanden und ausgeführt werden, muss OK Google im Smartphone eingerichtet sein. Das habe ich im Beitrag Sprachbefehle: Das Smartphone hört aufs Wort beschrieben.

Einstellung der Google-App für Ok Google

Wie ich dort beschrieb, haben Sie die Wahl zwischen zwei Einstellungen:

  1. Über die Google App: Vor jedem Befehl müssen Sie die Google-App aufrufen; die Einstellung erkennt genau einen Sprach-Befehl. Für jeden weiteren Befehl müssen Sie die Google-App erneut aufrufen. Google belauscht Sie nicht ständig – besser für die Privatsphäre.
  2. Auf jedem Bildschirm: Google hört alles mit; sobald Sie “Ok Google” sagen, wird das als Befehl erkannt. Wenn Sie später wieder OK Google sagen, wird auch dieser Befehl ausgeführt – dafür müssen Sie die Google-App nicht erneut aufrufen. Google “belauscht” Sie ständig und filtert Ihre Befehle heraus – ein fraglicher Komfort.

Ihre gewählte Einstellung: Sie müssen sich also zwischen 1. Privatsphäre und 2. Komfort entscheiden. Ich bevorzuge die Privatsphäre und verzichte auf etwas Komfort. Mit der “Aktuelle Anwendungen-Taste” (neben der Home-Taste, gegenüber der “Zurück-Taste”) kann ich aus der aufgerufenen Situation die Google-App reaktivieren, um den nächsten Befehl zu sprechen.

Die Aktivierung der Sprachbefehle erfolgt über:
Google-App > ≡-Menü > Einstellungen > Sprache > “OK Google”-Erkennung” > Ihre gewählte Einstellung

Die technische Einrichtung

Ich sage zunächst, was nicht nötig ist: Sie brauchen für die hier beschriebenen Funktionen keine Verbindung zum eingebauten Autoradio oder Infotainmentsystem; d.h. ein Eingriff in die Bordelektronik ist überflüssig. Smartphone und Auto-Systeme sind nicht aufeinander angewiesen.

Nach Möglichkeit sollte eine Freisprechanlage installiert sein. Damit kann sich die Sprache besser gegen die Fahrgeräusche durchsetzen (meine bisherigen Smartphones waren ohne Verstärker zu leise). Die Freisprechanlage muss keine eigene “Intelligenz” mitbringen, die liegt im Smartphone. Für die hier beschriebenen Aufgaben genügt die Verstärker-Funktion.

Etwa so könnte das Zusammenspiel zwischen dem Smartphone und der Freisprechanlage aussehen. Beides ist in diesem Beispiel nicht fest eingebaut, d.h. Sie benutzen das Smartphone für die Navigation und die Kommunikation.

OK Google per Freisprechanlage

  • Links oben im Bild ist die Freisprechanlage, sie klemmt an der Sonnenblende auf der Fahrerseite.
  • Oben in der Mitte ist das Smartphone mit der Navigations-App, die während der Fahrt die Landkarte zeigt und die Fahranweisungen ansagt. Das Smartphone klemmt in einer Halterung, die mit einem Saugfuß an der Windschutzscheibe befestigt ist. Die Stromversorgung des Smartphones kommt aus dem einzigen (USB-)Kabel – das steckt dauerhaft im Adapter für den Zigarettenanzünder des Autos.
  • Das Smartphone empfängt während der Navigation die Standort-Informtionen der GPS-Satelliten. Außerdem kann es Mobile Daten empfangen (z.B. Verkehrsinformationen, Fahranweisungen, E-Mails, soziale Medien) und senden (z.B. E-Mails, soziale Medien).
  • Smartphone und Freisprechanlage sind in zwei Richtungen per Bluetooth-Funk verbunden. Über den Lautsprecher der Freisprechanlage gibt es z.B. Fahranweisungen oder Telefonate, über ihr Mikrofon fängt sie z.B. Sprachbefehle oder Telefonate auf.
  • Telefonate und SMS können auch während der Navigation ein- oder ausgehen. Wenn z.B. ein Telefonat ankommt, überdeckt das “Telefonbild” das Navigationsbild. Das Gespräch kann mit dem grünen Symbol angenommen oder mit dem roten Symbol abgewiesen werden – wie im “normalen” Leben mit dem Smartphone.

Einmalig (bei Beginn der “Zusammenarbeit” zwischen Smartphone und Freisprechanlage) muss die Verständigung zwischen den Geräten eingerichtet werden. Der Vorgang heißt “Pairing”, d.h. dem Smartphone wird das Passwort für die Freisprechanlage mitgeteilt (Die Werkseinstellung ist oft 0000 – vier Nullen). Danach erkennen sich die beiden Geräte beim Einschalten der Freisprechanlage automatisch.

Nur gelegentlich (alle paar Wochen) muss der Akku der Freisprechanlage aufgeladen werden.

Typische Befehle beim Autofahren

Damit Sie Ihr Smartphone während der Fahrt sicher bedienen können, schalten Sie die Google-App ein. Das ist die Voraussetzung, dass Ihre Ansage Ok Google verstanden wird. Dafür muss der Bildschirm aktiviert sein, d.h. nicht im Standby-Modus. Während der Navigation bleibt der Bildschirm aktiv.

Schreibweise: Eckige Klammern [] stellen einen Platzhalter dar. Z.B. sprechen Sie anstelle des Platzhalters [Ort] den Ortsnamen “Düsseldorf”.

Wenn Sie die Einstellungen von Ok Google “Über die Google App” lauten (meine Empfehlung zur Privatsphäre), müssen Sie die Google App immer wieder mal erneut aufrufen. Dazu nutze ich die “Aktuelle Anwendungen-Taste” (die “Zurück-Taste” beeinflusst evtl. ungewollt die Navigation). Das wird dann erforderlich, wenn ich bei laufender Navigation einen Sprachbefehl geben will, z.B. jemanden anrufen.

Vor und nach der Fahrt

Dieser Status ermöglicht Sprachbefehle mit Ok Google:

  • Die Google-App ist geöffnet (für Sprachbefehle)
  • GPS ist eingeschaltet (für die Navigation)
  • Mobile Daten sind eingeschaltet (Verbindung ins Internet)
  • Smartphone und Freisprechanlage sind eingeschaltet und per Bluetooth verbunden (Freisprechanlage als Verstärker)

Vor und nach der Fahrt sind einige Befehle nötig, damit alles klappt. Das kann aber noch im Stand erledigt werden ohne Sprachsteuerung. Dafür benutze ich auch gern die App Custom Switches mit Anzeige bzw. Umschaltern für WLAN, Bluetooth, GPS, Mobile, Akku.

Falls Sie die Sprachbefehle per Freisprechanlage geben wollen, sollten Sie Bluetooth als ersten Befehl ein- und als letzten Befehl ausschalten. Die Reihenfolge der übrigen Befehle spielt keine Rolle.

Vor der Fahrt:

  1. Aktuelle Anwendungen-Taste: manuell ALLE BEENDEN (macht das Fenster übersichtlicher für den späteren Aufruf der Google-App)
  2. Google-App manuell öffnen
  3. Bluetooth: “Ok Google Bluetooth einschalten” (evtl. manuell einschalten, damit die Verbindung mit der Freisprechanlage funktioniert)
  4. Freisprechanlage manuell einschalten (sie reagiert nicht auf Befehle vom Smartphone)
  5. WLAN: “Ok Google WLAN ausschalten” (Akku sparen, falls eingeschaltet)
  6. GPS: “Ok Google GPS einschalten” (falls ausgeschaltet: auf dem Bildschirm erscheint Standort EIN, manuell einschalten)
  7. Mobile Daten manuell einschalten (falls ausgeschaltet, damit Verkehrsinfo, Navi-Anweisungen, E-Mails etc. per Internet übertragen werden können)

Nach der Fahrt:

  1. Die Freisprechanlage muss nicht ausgeschaltet werden (sie schaltet sich selbst aus, wenn sie eine Zeitlang keinen Bluetooth-Kontakt zum Smartphone hat)
  2. WLAN: “Ok Google WLAN einschalten”
  3. GPS: “Ok Google GPS ausschalten” (Akku sparen, auf dem Bildschirm manuell: Standort AUS)
  4. Mobile Daten MANUELL ausschalten (reagiert nicht auf Ok Google)
  5. Bluetooth: “Ok Google Bluetooth ausschalten” (trennt die Verbindung mit der Freisprechanlage)

Während der Fahrt

  1. Blitzer-App starten: “Ok Google Blitzer aufrufen” (nicht: Blitzer.de. Die Anwendung eines Blitzer-Warners ist dem Fahrer verboten, nicht dem Beifahrer)
  2. Adress-Navigation: “Ok Google Navigiere nach [Ort, Straße Hausnummer]” (benutzt als Standard die Google-Maps-Navigation)
  3. Namens-Navigation: “Ok Google Navigiere zum nächsten ALDI” (benutzt Internet-Adressen z.B. aus Werbung, Webseiten, Wikipedia. Evtl. muss am Bildschirm einer von mehreren Namen gewählt werden)
  4. Anruf annehmen: Bei einem eingehenden Anruf überlagert das “Telefonbild” die Navigation. Nehmen Sie das Gespräch an mit dem grünen Telefon-Symbol auf dem Display.
  5. Anruf abweisen: Weisen Sie das Gespräch ab mit dem roten Telefon-Symbol Symbol auf dem Display.
  6. Kontakt anrufen: “Ok Google Anrufen bei [Kontakt]” (falls für diesen Kontakt mehrere Telefonnummern gespeichert sind, werden sie vorgelesen, ich entscheide per Sprachbefehl)
  7. Telefonnummer anrufen: “Ok Google Anrufen bei [Telefonnummer]” (Ziffern einzeln sprechen, z.B. Null Zwei Eins Eins etc.; wenn die Pausen zu lang werden, erfolgt der Anruf mit unvollständiger Nummer)
  8. SMS schreiben: “Ok Google SMS schreiben an [Kontakt]” (in mehreren Schritten führen mich Googles gesprochene Fragen und meine gesprochenen Antworten durch die Auswahl der gewünschten Telefonnummer und das Diktieren des Textes bis zum Senden-Befehl)
  9. E-Mail schreiben: “Ok Google E-Mail schreiben an [Kontakt]” (in mehreren Schritten führt mich ein Sprachdialog, wie bei SMS, durch die Auswahl der gewünschten Empfänger-Adresse und das Diktieren des Textes bis zum Senden-Befehl. Der Senden-Befehl muss im E-Mail-Fenster manuell angetippt werden. Google benutzt – ohne Alternativen anzubieten – die GMAIL-Adresse als Absender.)
  10. Webseite aufrufen: “Ok Google [Internet-Adresse]”, z.B. für das Hotelportal holidaycheck.de “Ok Google holidaycheck punkt de” (ruft die Webseite auf, die dann normal zu bedienen ist – per Tastatur)

Während der Fahrt vorlesen lassen

Es gibt auch Apps, die z.B. SMS, E-Mails und mehr vorlesen. Diese Apps sind meist kostenpflichtig. Meine ersten Eindrücke: Diese Apps scheinen recht leistungsfähig zu sein. Aber sie sind sehr neugierig: Sie fordern viele Berechtigungen, deren Notwendigkeit mir nur zum Teil plausibel erscheint.

Weil das nicht meinem Bedarf und meinen Vorstellungen zur Privatsphäre entspricht, habe ich keine Vorlese-App installiert. Ich nenne hier nur einige Beispiele aus dem Google Play Store:

Was ich (noch?) nicht geschafft habe

Bei meiner Einstellung “Über die Google App” (zu Gunsten der Privatsphäre) war ich in diesen Situationen mit Sprachbefehlen nicht erfolgreich (Samsung Galaxy J5 DUOS mit Android 6.0.1):

  • Mobile Daten müssen manuell eingeschaltet werden, reagiert nicht auf Sprachbefehl
  • Navigiere mit Here WeGo zum nächsten ALDI, ignoriert die Wahl einer anderen Navigations-App, navigiert mit Google Maps
  • Beim Senden einer E-Mail wird automatisch die GMAIL-Adresse des Google-Accounts verwendet; eine andere E-Mail-Adresse kann nicht als Absender gewählt werden.
  • Navigiere zu [Name], funktioniert nicht mit der Adresse, die in den Kontakten gespeichert ist.
  • Blitzer-App beenden: “Ok Google Blitzer benden” funktioniert nicht
  • Telefon annehmen oder abweisen per Sprachbefehl funktioniert nicht

Denkbar ist, dass einige dieser Befehle mit der Einstellung Auf jedem Bilschirm funktionieren, auf die ich zugunsten der Privatsphäre verzichte.

Die Sprachsteuerung wird immer weiter entwickelt. Es kann durchaus sein, dass ein Befehl, die heute nicht funktioniert, in der nächsten Zeit zum Ziel führt. Es lohnt sich, immer wieder einmal alte und neue Sprachbefehle und andere Formulierungen zu testen.

Mein Fazit

  • OK Google im Auto ist viel mehr als ein Party-Gag. Mit etwas Übung (vielleicht auf dem Parkplatz, als Beifahrer oder am Schreibtisch) kann man Auto fahren, ohne das Smartphone verbotenerweise in die Hand zu nehmen und ohne die Augen zu lange vom Verkehr abzuwenden.
  • Störend empfinde ich, dass die Apps von Google benutzt werden, ohne vorhandene Alternativen anzubieten.
  • Die Kosten für eine Freisprechanlage sind geringer als die für einen Strafzettel oder gar im Vergleich zu einem Unfallschaden.

Und bedenken Sie: Der Inhalt eines Telefonats kann aufregender sein als die Bedienung – also bitte immer vorsichtig sein. Gute Fahrt!

Bitte schreiben Sie Ihre Erfahrungen, unten im Kommentarfeld bei „Leave a Reply“. Vielleicht haben Sie viel bessere Ideen oder Formulierungen.


Sprechen statt Tippen – komfortabel und sicher

Bequem schreiben: Spracherkennung statt Tastatur
Sprachbefehle: Das Smartphone hört aufs Wort
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Missbrauch des Sprachbefehls Ok Google

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