Autokorrektur kann peinlich werden

“Hallo Herr Bücherregal”. Diese Anrede in einer E-Mail las ich in diesen Tagen. Ich musste grinsen, die Autokorrektur hatte wieder gnadenlos zugeschlagen. AutokorrekturDer Verfasser hatte offensichtlich “Hallo Herr Buchert” getippt. Das Smartphone war damit nicht einverstanden und hat den Namen durch einen “ähnlichen” (richtigen?) Begriff aus seinem Wörterbuch ersetzt. Aber ich wusste ja anhand der E-Mail-Adresse, dass ich gemeint war. Und ich ging nicht davon aus, dass mein Name unfreundlich verfälscht werden sollte.

Die meisten Senioren haben noch gelernt, “richtig” zu schreiben, mit Stift und Papier. Wenn sie auf das Smartphone umsteigen, scheint diese Fähigkeit plötzlich zu verschwinden. Bei jüngeren Leuten bin ich nicht immer sicher, ob sie es “richtig” gelernt haben. Öfter als bei Senioren fallen mir Fehler auf, die missverständliche oder sinnlose Inhalte produzieren. Vielleicht haben sie es so eilig, dass sie das Geschriebene nicht mehr lesen.

Wenn ich mal einen Fehler in meiner Eingangspost entdecke, versuche ich, ihn zu übersehen und den Sinn zu erkennen. Manchmal muss ich tatsächlich nach der Bedeutung fragen. Nicht um “Oberlehrer” zu spielen, sondern um die Nachricht richtig zu verstehen.

Für Fehler kann es mehrere Gründe geben. Vielleicht weiß es der Schreiber nicht besser. Oder er hat Flüchtigkeitsfehler gemacht. Oder die Autokorrektur hat “falsch korrigiert”. Verantwortlich bleibt der Absender, er hat gesendet, ohne zuvor das Geschriebene zu prüfen. Der Absender muss akzetieren, wie der Empfänger die Fehler oder deren Verursacher bewertet.

Wie funktioniert die Autokorrektur?

Ein erfolgreiches Beispiel: Gemeint ist “Deutschland”, getippt wurde “Doitschlant”, korrigiert wurde es zu “Deutschland”. Ein missglücktes Beispiel: Gemeint ist “Feuerwehr”, getippt wurde “Feuerwer”, geändert wurde es zu “Feuerwerk”.

Die Autokorrektur greift bei der Kommunikation per E-Mail, SMS, Messenger, aber auch bei allen Notizen und anderen Texten. Sie funktioniert in zwei Stufen: erstens Rechtschreibprüfung und zweitens automatische Korrektur erkannter Fehler. Und sie macht sogar Ergänzungsvorschläge, um einen Wortanfang zu vervollständigen. Das soll beim Tippen Zeit sparen.

Wenn die Autokorrektur aktiviert ist, wird jedes getippte Wort anhand eines gespeicherten Wörterbuchs geprüft und ggf. im Text ersetzt. Der Nutzer bekommt keinen zusätzlichen Hinweis auf die Änderung. Die Änderung erfolgt nicht innerhalb eines Wortes, sondern erst, wenn das Wort fertig geschrieben wurde. Fertige Wörter erkennt das System an Satzzeichen oder Leerzeichen nach einem Wort. Wer mit dem Vorschlag nicht einverstanden ist, kann ihn überschreiben.

Das System ist “lernfähig”. Häufig benutzte Fremdwörter, Eigennamen und Floskeln akzeptiert das System nach einiger Zeit als richtig und übernimmt sie in das Wörterbuch. Das ist hilfreich.

Die Erkennung von gesprochener Sprache und Sprachbefehlen sind sehr kompliziert, z.B. wegen Aussprache, Stimmlage, Dialekt. Die Anforderungen sind so hoch, dass aktuelle Smartphones gesprochene Sprache nicht analysieren können. Per Internetverbindung (ggf. gebührenpflichtig) werden dafür starke Server in der Cloud benutzt. Für geschriebene Sprache genügt die Leistungsfähigkeit des Smartphones. Übertragungsgebühren entstehen dafür nicht.

Korrekturlesen statt Autokorrektur

So können Sie die Autokorrektur aktivieren / deaktivieren:

  • Öffnen Sie die Geräte-Einstellungen,
  • Scrollen Sie nach unten und tippen auf System.
  • Tippen Sie auf Sprachen & Eingabe.
  • Tippen Sie auf Bildschirmtastatur.
  • Wählen Sie “Ihre” Tastatur, z.B. Gboard.
  • Tippen Sie auf Einstellungen.
  • Tippen Sie auf Textkorrektur.
  • Scrollen Sie bis zur Überschrift “Korrekturen”.
  • Schalten Sie bei Autokorrektur den Schieberegler EIN oder AUS.

Diese Anleitung gilt für mein Xiaomi A2 lite mit Android 8.1.0 und der Google-Tastatur Gboard. Bei anderen Versionen ist der Weg ähnlich.

Ablauf: schreiben – lesen – senden

Im Internet gibt es ganze Sammlungen von witzigen, entstellenden oder sinnlosen Fehlleistungen der Autokorrektur. Ob man diese “Hilfestellung” mag oder nicht, ist eine Frage der persönlichen Gewohnheiten und Vorlieben. Ich deaktivierte sie; das musste ich bewusst tun, weil sie standardmäßig aktiviert war.

Die Autokorrektur ist eine Wörterbuch-Automatik. Sie kann nur die Wörter prüfen und korrigieren, nicht deren Bedeutung. Das mache ich lieber selbst. Ich lese meine Texte vor dem Senden noch einmal durch. Das kostet zwar etwas Zeit, kann aber Missverständnisse und Peinlichkeiten vermeiden. Und die kurze Zeit für die “Qualitätskontrolle” kann eine viel längere Zeit für nachträgliche Fehlerbeseitigung vermeiden.


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