Heiße Diskussionen um Sommer-, Winter- oder Normalzeit nach der EU-Konsultation. Gehen sie in die richtige Richtung?

Aufstehen! Ende der Sommerzeit, Beginn der Normalzeit! In der Nacht am Sonntag 28.10.2018 ist es wieder so weit: Um 03:00 Uhr zurück auf 02:00 Uhr.

Ewige Sommerzeit oder ewige Normalzeit?

Zurück zur Normalzeit?

Die EU beharrt nicht mehr auf der Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit.

  1. Diese Überlegungen wurden im Sommer 2018 bekannt.
  2. Die EU spricht von Sommer– und Winterzeit. Vor der politisch festgelegten Zeitverschiebung (jährlich von März bis Oktober) gab es keine Notwendigkeit, die Zeiten zu unterscheiden. Sommerzeit wurde der Begriff für die manipulierte Zeit. Da war es leicht, die tatsächliche “Normalzeit” im Gegensatz als “Winterzeit” zu bezeichnen.
  3. Die öffentliche Diskussion, z.B. in TV-Interviews von Bürgern, wurden von jahreszeitlichen Eindrücken geprägt. Biergarten-Wirte schwärmten von der Lebensqualität der lauen Sommer-Nächte.

Die meisten Teilnehmer wollen die Sommerzeit auch im Winter, sagte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Wäre das vernünftig?

Wenn die ewige Sommerzeit käme

  • Nicht gesendet wurden Interviews von Nachbarn der Biergärten, die sich bei späteren Öffnungszeiten noch spät in der Nacht belästigt fühlen.
  • Hat irgendjemand an die Laternenparker im Winter gedacht, die öfter Eis kratzen müssten, weil auftauende Sonnenstrahlen erst eine Stunde später helfen?
  • Und die medizinischen Bedenken nehmen wohl viele nicht ernst.

Wenn die ewige Normalzeit käme

Dann wäre alles normal, der Tagesablauf, der Biorhythmus. Es gäbe nichts darüber zu berichten.

Kommt nach der “Konsultation” die Normalzeit?

Vielleicht ist es die letzte Zeitumstellung? Eindrucksvolle 84 Prozent der Umfrage-Teilnehmer stimmten für den Wegfall der Zeitumstellung. Aber das hat nichts zu bedeuten. Die EU hat die Ergebnisse beschrieben:

  • Die Konsultation lief zwar in allen 28 Staaten mit insgesamt ca. 507 Mio Einwohnern, aber nur 4,6 Mio haben sich beteiligt, das ist weniger als 1 Prozent. Was ist das schon?
  • “Präsident Juncker hat … damit seinem Grundsatz entsprochen, dass die EU sich den großen Fragen widmen und den Mitgliedstaaten Entscheidungen überlassen soll.” Manche Staaten wollen, andere wollen nicht.

Eine einheitliche Zeit in Europa kann es nicht geben, dazu ist Europa einfach zu groß. Allein in Deutschland geht jetzt, Ende Oktober, die Sonne in Görlitz um 07:42 Uhr auf, in Trier erst um 08:13 Uhr. Das ist ein Unterschied von einer halben Stunde zwischen Ost- und Westgrenze. Trotz des “wandernden” Sonnenaufgangs haben wir im ganzen Land die gleiche Uhrzeit, die gleiche Zeitzone.

Sogar für die Nachbarländer gilt die gleiche “mitteleuropäische” Zeitzone (MEZ). Nur so lassen sich z.B. internationale Fahr- und Flugpläne praktikabel organisieren.

Europa hat vier Zeitzonen und unterschiedliche Zeitumstellungen. timeanddate.de beschreibt sie. Die Zeitzonen orientieren sich am Sonnenaufgang und an Ländergrenzen. Maßstab ist die UTC (Universal Time Coordinated = Koordinierte Weltzeit). In Europa gibt es die westeuropäische Zeit (UTC ohne Zeitverschiebung), die mitteleuropäische Zeit (UTC+1), die osteuropäische Zeit (UTC+2) und die Moskauer Zeit (UTC+3).

D.h. in Portugal und Großbritannien geht die Sonne 4 Stunden später auf als in der Ukraine. Oder wenn in Westeuropa Mittagspause ist, hat Russland schon Feierabend. Ich weiß, die EU ist kleiner als Europa.

Die Normalzeit-Entscheider sind keine Laternenparker

Egal, ob die Biergartenwirte die ewige Sommerzeit möchten: Im Winter ist auch der Biergarten weniger attraktiv. Und Sommertage haben 24 Stunden, egal ob verschoben oder nicht.

Und wenn ich es statistisch sehe: Vermutlich gibt es mehr Laternenparker als Biergartenwirte. Was macht das in Wählerstimmen aus?

Besser ist es, wenn die unsinnige Zeitumstellung wegfällt. Richtig gut wäre es, wenn die natürliche Normalzeit anstelle der willkürlichen ewigen Sommerzeit käme. Eine Chance für die EU, ein bisschen mehr Bürgernähe zu zeigen.


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