Netz und SIM-Karte für die LTE/4G-Zukunft

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Mobilfunk-Netz und SIM-Karte sind der Grund für schlechtem Empfang. Vielen Nutzern ist das nicht bewusst. Was tun?

Beobachtungen zu Netz und SIM-Karte

Netz und SIM-karte
Die Netze sind die Infrastruktur, ohne sie geht nichts. Die Sim-Karte ist die Eintrittskarte für ein Netz. Smartphones sind die “Endgeräte” für die Nutzer. Bei der Anschaffung muss sich jeder Nutzer für diese Komponenten entscheiden. Mein Eindruck: Über das Gerät denkt man nach, weil man das in die Hand nimmt. Netz und SIM-Karte wählt man eher zufällig. Die Mehrzahl meiner Seminar-Teilnehmer konnte mir dazu nichts sagen.

“Unerklärbares” Verhalten von Netz und SIM-Karte

Immer wieder höre ich von Erlebnissen, die sich die Nutzer nicht erklären können. Mal geht es, mal nicht? Ich skizziere hier ein paar typische Situationen.

  • Beispiel a: Angenommen der Funkmast und das Smartphone beherrschen 4G, aber der Tarif deckt nur 3G ab. Dann kommt beim Nutzer nur die vertraglich reduzierte Leistung für 3G an. Der Nutzer kann das ändern, indem er seinen 3G-Tarif durch einen 4G-Tarif ersetzt.
  • Beispiel b: Angenommen zwei Nutzer sind gleichzeitig am gleichen 4G-Funkmast (im gleichen Netz) mit identischen Smartphones unterwegs, aber ein Nutzer hat einen 3G-Tarif, der andere hat einen 4G-Tarif. Dann kommt beim 3G-Nutzer die reduzierte 3G-Leistung an, der 4G-Nutzer erlebt die schnellere 4G-Leistung.
  • Beispiel c: Angenommen ein Nutzer ist mit seinem 4G-Smartphone und 4G-Tarif an einem 3G-Funkmast im ländlichen Raum. Dann kann es sein, dass er z.B. Text-Emails problemlos lesen kann, dass eine Webseite mit Video “ewig” zum Laden braucht oder überhaupt nicht angezeigt wird.
  • Beispiel d: Angenommen der Nutzer ist mit seinem älteren 3G-Smartphone und 3G-Tarif im ländlichen Raum unterwegs. Wenn kein “Sichtkontakt” zum nächsten Funkmast besteht, kann es sein, dass keine Telefon- und keine Internet-Verbindung aufgebaut wird. Evtl. kann ein Standortwechsel Abhilfe bringen; dann kommt höchstens 3G an.

Die Antennen der Infrastruktur (Funkmast) und des Smartphones müssen “kompatibel” sein, sie müssen auf der gleichen “Wellenlänge” funken und die SIM-Karte (der Tarif) muss die Berechtigung für die Wellenlänge enthalten.

  • Netz: Heute sind die Mobilfunk-Generationen 3G und 4G. 3G ist Standard an allen Funkmasten, 4G soll bis Ende 2022 installiert werden.
  • Smartphones: Wohl alle Smartphones (auch die älteren) haben Antennen für 3G. Die Smartphones etwa ab 2014 haben auch eine 4G-Antenne.
  • SIM-Karten: Alle erlauben 3G, 4G ist erst in der Hälfte der Tarife enthalten.

Die Erklärung des Verhaltens von Netz und SIM-Karte

Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Netz und SIM-Karte
Wenn es eine Funkverbindung gibt, entscheidet die schwächste Komponente (Funkmast, Smartphone, SIM-Karte/Tarif) über die Datenrate. Im Funkloch kann auch das beste Smartphone und der größte Tarif nicht ins Netz.

Funklöcher

FunklochÜberall im Land stehen Funkmasten, jeder versorgt eine Funkzelle. Mit Abständen von mehreren hundert Metern stehen sie so dicht, dass jedes Smartphone von jedem Standort aus Kontakt zu mindestens einem Funkmast hat. Die Funkzellen überlappen sich, das Land ist flächendeckend versorgt, jedenfalls theoretisch.

Praktisch gibt es Lücken (“Funklöcher”), wenn Gebäude, Gelände, Baukrane, Wald, Hecken o.ä. den “Sichtkontakt” zum Funkmast behindern. Weitere Unterschiede gibt es zwischen “Indoor” und “Outdoor”; innerhalb von Gebäuden kommen schwächere Signale an als draußen. Die Übertragung wird durch Wände, Armierungen, Leitungen etc. behindert.

Gegen Funklöcher haben Sie nur eine Chance: Verändern Sie Ihren Standort. Netz und SIM-Karte können in landwirtschaftlichen Nutzflächen nichts verbinden.

Fazit zu Netz und SIM-Karte

Ob und welche Funkverbindung an Ihrem Standort besteht, können Sie z.B. mit der Android-App Breitbandmessung” ermitteln. Die App zeigt die Mobilfunkstandards 2G, 3G und 4G an.

Wenn Sie jetzt ein neues Smartphone kaufen, gehört LTE/4G-Ausstattung zum Standard. Sie sind zukunftssicher versorgt. Bei gebrauchten Smartphones sollten Sie das prüfen. Geräte mit nur 3G sind nicht mehr zu empfehlen.

Bisher haben nur die Netzbetreiber LTE-Tarife angeboten. Sie wollten wohl das Geschäft im Premium-Bereich für sich reservieren. Inzwischen scheint es ein Umdenken zu geben. Auch die preiswerteren Discounter und freien Handy-Shops vermarkten zunehmend LTE/4G-Tarife. Gelesen habe ich, dass manche Anbieter den Umstieg von einem 3G-Vertrag auf einen 4G-Vertrag ermöglichen. Fragen Sie nach den Konditionen.


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