MWC: Falt-Handys kannste knicken

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Wartete die Welt auf Falt-Handys? Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona zeigte wieder, was Smartphone-Nutzer wollen sollen.

Falt-Handys gegen den modischen Größen-Wahn

Die ersten Smartphones orientierten sich an der Größe der herkömmlichen Handys,
z.B. das Apple iPhone 4 mit 3,5 Zoll Bildschirm-Diagonale. Kleines Display mit kleiner virtueller Tastatur – nicht richtig kompatibel mit den herkömmlichen Fingern.

Weil die Finger nicht kleiner wurden, mussten die Displays größer werden. Bis ca. 5 Zoll passten die Smartphones in die Tasche von Herrenhemden. Danach mussten sie in die Hosentaschen. Für Damen war das weniger problematisch, Handtaschen sind toleranter.

Damit die Mode die Entwicklung nicht weiter ausbremst, wuchsen die Displays weiter, sie wurden aber zusammengefaltet. Aufgeklappt werden die Smartphones so groß wie Tablets, zusammengeklappt können sie gerade noch als Smartphone durchgehen. Nein, eigentlich doch nicht.

Bin ich jetzt ein Spielverderber, wenn ich die Mühen der Entwickler auf modische Attribute reduziere?

Falt-Handys – die Fachwelt überschlägt sich

Früher machte Apple die Innovationen. Sind denen die Ideen ausgegangen und können sie nur noch Preise steigern? Das kann Samsung besser. Samsung hat es geschafft, Falt-Handys vorzustellen, sogar schon ein paar Tage vor dem MWC. Und teurer als die Apples. Zum MWC hat Huawei nachgezogen und auch Falt-Handys gezeigt, Und noch teurer als Apple und Samsung. Und die nächsten Falt-Handys sind schon in der Pipeline: ComputerBILD beschreibt den Trend: Faltbares Handy: Falt-Handys in der Übersicht.

Das Magazin AndroidPIT vergleicht die Rivalen: Huawei Mate X vs. Samsung Galaxy Fold: Die ersten Falt-Smartphones im Vergleich.

Falt-Handys und 5G – was solls?

Wer diese und andere aktuelle Artikel liest und Videos ansieht, soll sich vielleicht die Frage stellen, wie das Leben ohne diese Fortschritte überhaupt möglich war.

Mir drängt sich diese Frage überhaupt nicht auf. Bin ich deswegen ein Fortschritts-Gegner?

Ich betrachte zunächst meinen eigenen Bedarf, weil ich den am besten einschätzen kann. Mein Xiaomi Mi A2 Lite liegt preislich in der “Einsteigerklasse”. Z.Z. habe ich über 120 Apps am Start, die meisten nutze ich, einige teste ich. Das ist viel mehr, als ich bei den meisten Nutzern höherwertiger Smartphones erlebe. Mit “meinen” Apps habe ich die Grenzen des Geräts noch lange nicht ausgereizt.

Und was ist Ihr Bedarf? Lassen Sie mich raten. Einige werden sich mehr Speicherplatz wünschen, damit sie noch ein paar Apps installieren können – keine überzogenen Ansprüche. Und einige würden sich einen austauschbaren Akku wünschen, den sie selbst ohne Werkzeug wechseln können. Manche wünschen sich eine Telezoom-Kamera. Und viele wünschen sich, dass es keine Funklöcher mehr gibt – das betrifft aber nicht das Smartphone, sondern die Infrastruktur.

Fiebert irgendjemand nach Falt-Handys?

Und wer auf 5G für das Smartphone wartet, hat diese Zukunftstechnik vermutlich nicht verstanden. MWC, 5G und Falt-Handys5G wird kommen, z.B. für E-Mobilität, für Telemedizin, für Industrie 4.0. Smartphones brauchen 5G so dringend wie ein Moped einen 6-Zylinder-Motor und einen 20-Tonnen-Anhänger braucht.

Das Handelsblatt schreibt eher konservativ: “Zahlreiche bekannte Hersteller zeigen beim Mobile World Congress erste 5G-Smartphones. Faltbare Geräte sind ebenfalls ein Trend – vorerst aber nur für eine kleine Käuferschicht.” Dieser Vermutung schließe ich mich gern an.

Fazit: Falt-Handys kannste knicken

OK, die Preise, die jetzt genannt werden, sind nicht in Stein gemeißelt: 2000 Euro für das Samsung Galaxy Fold bzw. 2300 Euro für das Huawei Mate X. Dagegen wirkt das Apple iPhone XS mit 1500 Euro wie ein Schnäppchen, aber das ist nicht faltbar und kennt 5G nicht.

Meine spontanen Fragen: Kann ich so ein Teil noch mit einer Hand bedienen? Kommen die Apps mit dem fast quadratischen Seitenverhältnis zurecht? Wie stabil ist der Falt-Mechanismus? Wie alltagstauglich sind die Falt-Handys? Soll ich für eine Menge Geld Versuchskaninchen bzw. Beta-Tester spielen?

Und bei all diesen Fragen müsste ich den mehr als zehnfachen Preis meines aktuellen Xiaomi bezahlen? Mir wird sicher niemand anbieten, mein Xiaomi 1:1 gegen so einen “Falter” zu tauschen. Falls doch: Ich würde das Angebot eher ablehnen. Als zusätzliches “Spielzeug” würde ich es geschenkt nehmen, dafür bin ich neugierig genug.


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