Stellen Sie den Browser Firefox so ein, wie Sie den Spagat zwischen Komfort und Sicherheit wünschen. Mein Ansatz: im Zweifel für Sicherheit und Privatsphäre.
Firefox-Einstellungen

Allgemeine Überlegungen zu Firefox

Kein Mozilla Nutzerkonto für Firefox

Man kann bei Mozilla, dem Anbieter von Firefox, ein Konto anlegen und dort Lesezeichen, Surf-Chronik, gespeicherte Passwörter etc. speichern. Auf dieses Konto in der Mozilla-Cloud kann man mit unterschiedlichen Geräten (wie Smartphone, Tablet, Notebook, PC) zugreifen und nachdem man mit einem Gerät gearbeitet hat, nahtlos an der gleichen Stelle mit einem anderen Gerät weiter arbeiten. Diese Möglichkeit wird “Synchronisation” genannt.

Das Konto ist keine Pflicht. Wenn man darauf verzichtet, kann man die Daten nicht geräteübergreifend synchronisieren. Ich verzichte auf das Konto. Das empfinde ich nicht als Komfort-Nachteil, weil ich meine Geräte für unterschiedliche Aufgaben benutze. Nur am PC “produziere” ich, dort habe ich meine Firefox-Lesezeichen etc. gespeichert. Am Smartphone “konsumiere” ich überwiegend, dafür brauche ich viel weniger und andere Daten.

Meine Suchmaschine für Firefox ist Startpage

Ich bevorzuge die Suchmaschine startpage.com, Google will ich vermeiden. Wenn die Suchmaschine fest in Firefox eingebettet ist, kann ich sie ohne weitere Maßnahmen automatisch verwenden.

Wie diese alternative Suchmaschine eingerichtet werden kann, habe ich hier beschrieben: 2. Die Suchmaschine in den Browser einbetten

Datenschutz-Einstellungen im Firefox

So kommen Sie zu den “Einstellungen im Firefox:

  • Öffnen Sie die App Firefox.
  • Tippen Sie rechts oben auf das 3-Punkte-Symbol, das Menü öffnet sich.
  • Wählen Sie im Menü den Befehl “Einstellungen”.
  • Tippen Sie auf “Datenschutz”.

Firefox schützt gegen Aktivitätenverfolgung

“Tracker” sind Bestandteile von Webseiten. Sie zeichnen auf, wie sich Nutzer durch die besuchte Webseite bewegen. Ich möchte diese Beobachtung verhindern.

Sie können jeder besuchten Webseite per Schiebeschalter die Anweisung geben “Aktivitäten nicht verfolgen”. Oft klappt das, aber nicht alle Webseiten halten sich an Ihre Vorgabe.

Unabhängig davon gibt es eine öffentliche “schwarze Liste” mit bekannten Trackern. Mit der Einstellung “Schutz vor Aktivitätenverfolgung” können sie die Webseiten dieser Liste daran hindern, Sie zu beoabachten. Mit der Auswahl “Aktiviert” können Sie alle Seiten der schwarzen Liste ausschließen. Diese Einstellung wird empfohlen, kann aber evtl. zu Darstellungsfehlern der Webseite führen. Die Auswahl “Im Privaten Modus aktiviert” wirkt nur, wenn Sie im privaten Modus (s.u.) surfen. Die Auswahl “Deaktiviert” sollten Sie vermeiden.

Firefox soll keine Cookies speichern

“Cookies” (engl. für Kekse) sind kleine Textdateien, die beim Besuch von Webseiten auf Ihrem Computer / Smartphone hinterlassen werden. Andere Webseiten können die Cookies lesen und erfahren z.B., wonach Sie gesucht haben. Damit kann die Webseite Ihnen individualisierte Werbung anbieten.

Wenn Sie auf “Cookies” tippen, haben Sie mehrere Möglichkeiten.

  • “Nicht erlauben” ist zwar sicher, aber viele Seiten funktionieren mit dieser Einstellung nicht.
  • “Erlauben, aber nicht Drittanbietern” lässt Cookies der besuchten Seite zu, verhindert aber, dass verlinkte “Drittanbieter” Cookies hinterlassen. Das ist eine praktische Einstellung.
  • “Erlauben” akzeptiert alle Cookies und ist daher nicht zu empfehlen.

Cookies können Sie automatisch beim Beenden löschen, indem Sie den nächsten Punkt beachten.

Firefox soll Private Daten beim Beenden löschen

Zu den “privaten Daten” gehören offene Tabs, Chronik (Historie), eingegebene Suchbegriffe, Dateinamen von Downloads, gespeicherte Formulardaten, Cookies und aktive Logins, Cache (Zwischenspeicher), Offline-Websitedaten und Website-Einstellungen. Alles sind Informationen über Ihr Surfverhalten. Besonders gefährdet sind Formulardaten mit persönlichen Informationen und z.B. Passwörtern.

Sie können auf diese Position der Einstellungen tippen, dann erscheint eine Liste der privaten Daten. Mit einem Haken können Sie diejenigen markieren, die Sie automatisch löschen wollen. Ich habe alle markiert.

Wenn Sie einen Haken setzen bei “Private Daten beim Beenden löschen”, können Sie damit die ausgewählten Daten beim Beenden jeder Firefox-Sitzung löschen. Ich empfehle diese Einstellung.

Firefox soll jetzt Private Daten löschen

Zusätzlich können Sie so zu jedem beliebigen Zeitpunkt die privaten Daten löschen. Wenn Sie die Firefox-Einstellungen geöffnet haben:

  • Tippen Sie auf “Private Daten löschen”. Dann wird die Liste der löschbaren Daten angezeigt.
  • Prüfen sie die markierenden Haken, ggf. können sie Haken entfernen bzw. neu setzen.
  • Tippen Sie auf “Daten löschen”, dann werden jetzt die markierten Daten gelöscht.

Firefox soll keine Zugangsdaten speichern

Typische Zugangsdaten zu einem Nutzerkonto sind Nutzernamen (oder andere identifizierende Bezeichnungen wie E-Mail-Adressen oder Kundennummern) und Passwörter. Firefox kann die Zugangsdaten speichern und dem Nutzer das Einloggen (Login) erleichtern. Der braucht dann weder Namen noch Passwort einzugeben, um eine Seite zu besuchen. Ein unberechtigter Finder oder ein Dieb kann diese Zugangsdaten ebenfalls verwenden. Er kann sich einloggen und die Rechte des Kontoinhabers missbrauchen.

Ich rate dringend davon ab, Zugangsdaten zu speichern, auch nicht wenn sie von einem Masterpasswort geschützt sind. Was ist, wenn Sie das Masterpasswort vergessen oder wenn es jemand herausfindet?

Wenn Sie sich meinen Sicherheitsüberlegungen anschließen, entfernen Sie die Haken bei “Zugangsdaten speichern” und “Masterpasswort benutzen”.

Ich weiß, dass Passwörter ein “Angstgegner” für viele Nutzer sind. Daher empfehle ich, dass Sie nicht einzelne Passwörter festlegen (und vergessen), sondern dass Sie ein Passwort-System benutzen. Ein System, das für Sie leicht zu merken ist, das trotzdem für “Cracker” kaum zu überwinden ist. Ein solches System habe ich hier beschrieben: Das sichere Passwort – leicht gemacht.

Firefox soll keine Daten übermitteln

Mit “Datenübermittlung” ist gemeint, dass Firefox Daten an Mozilla meldet: Telemetrie (Leistungsdaten zur Nutzung von Firefox), Absturzmelder (falls Fehler auftreten), Mozilla-Standortdienst (um die Standorte von WLANs und Funkmasten zu kartografieren) und Firefox-Statusbericht.

Man kann diese Daten als Gegenleistung dafür sehen, dass man Firefox kostenlos benutzen kann. Für Ihre Nutzung ist die Übertragung nicht erforderlich, d.h. Sie können die Haken entfernen.

Surfen im privaten Modus

Moderne Browser arbeiten mit “Tabs”. Nutzer können gleichzeitig mehrere Tabs öffnen und in jedem Tab eine andere Webseite haben. Beim Surfen können sie einfach und schnell von einem Tab zum anderen (von einer Seite zur anderen) wechseln, um z.B. Informationen zu vergleichen.

Im “normalen” Modus speichert Firefox Ihre Surf-Aktivitäten so, wie es in den Datenschutz-Einstellungen (s.o.) festgelegt ist. Ganz anders arbeitet der “private” Modus. Er speichert die Surf-Details nicht: keine Chronik, keine Downloadliste, keine Suchbegriffe, keine Zugangsdaten, keine Cookies, kein Cache. Diese Daten müssen also nie gelöscht werden, weil sie nicht gespeichert werden.

Wenn Sie diesen privaten Modus benutzen wollen, müssen Sie ausdrücklich einen privaten Tab öffnen:

  • Tippen Sie im Firefox rechts oben auf das 3-Punkte-Symbol, das Menü öffnet sich. Sie haben die Wahl zwischen “Neuer Tab” (für den Normalmodus) und “Neuer privater Tab” (für den privaten Modus) und weiteren Befehlen.
  • Tippen Sie auf “Neuer privater Tab”. Ein neuer Tab öffnet sich. Der private Tab ist daran erkennbar, dass die Adresszeile einen schwarzen Hintergrund mit weißer Schrift hat.

Beim erneuten Öffnen der Firefox-App wird ein Tab im zuletzt benutzten Modus angezeigt. Weiße Adresszeile: Wenn die letzte Sitzung im Normalmodus beendet wurde, ist der neue Tab wieder im Normalmodus. Schwarze Adresszeile: Wenn zuletzt der private Modus benutzt wurde, ist der neue Tab wieder im privaten Modus. Über das 3-Punkte-Menü kann der Modus wieder gewechselt werden.

Wägen Sie ab

Die richtige Konfiguration schützt mich “nach Bedarf”. Im Zweifel entscheide ich mich gegen Komfort und für Sicherheit. Webseiten wollen uns “ausforschen”, um uns individualisierte Werbung vorlegen zu können. Diese “Finanzierungsmethode” im Internet ist oft lästig, aber nicht gefährlich.

Gefährlich wird es, wenn wir auf Webseiten “gelockt” werden, die unsere Daten kriminell missbrauchen wollen, z.B. Phishing-Seiten. Mitdenken und sichere Einstellungen müssen sich ergänzen.

Hinweis: Diese Beschreibung stammt von meinem Samsung Galaxy J5 (2016) mit Android 7.1.1 und dem aktuellen Firefox 61.0.2. Für andere Systeme gelten die gleichen Überlegungen und eine ähnliche Vorgehensweise. Eine ausführliche Anleitung “Firefox konfigurieren” finden Sie auf der Seite mobilsicher.de.


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