Wer ein Smartphone durch ein anderes ersetzt, will mit vertrauten Apps und gesammelten Daten umziehen. Das geht eins zu eins oder mit kritischer Prüfung. Es geht also “quick and dirty” (einfach, aber unsauber und mit Risiken). Ich habe mich für den sauberen Neuanfang entschieden, mit mehr Aufwand.
Umziehen mit Apps und Daten

Geräte direkt verbinden

Hersteller möchten ihre Kunden behalten und neue Kunden gewinnen, wenn diese sich ein neues Smartphone anschaffen. Die Hersteller bieten daher Apps an, die das Umziehen besonders einfach machen. Beispiel: Samsung beschreibt in einem YouTube-Video, wie einfach und automatisch das Umziehen gehen kann: Samsung Smart Switch Tutorial: Einfach Daten übertragen.

Daten über eine Zwischenstation umziehen

Viele Anwender nutzen ihr Google-Konto, um z.B. ihre E-Mails, Kontakte, Kalender, Dokumente bei Google zu synchronisieren und zu speichern. Sowohl das alte wie das neue Smartphone können (mit angemeldetem Google-Konto) dort Daten speichern und abrufen. Für den Umzug wird das alte Smartphone mit dem Konto synchronisiert, damit die beiden Datenbestände übereinstimmen. Dann holt sich das neue Smartphone die Daten bei Google ab. Fertig.

Mehrere Anbieter in der Cloud stellen Speicherplatz zur Verfügung. Dieser Speicherplatz kann benutzt werden, um ein “Backup”, eine Datensicherung des alten Smartphones dort abzulegen. Das neue Smartphone kann sich dort bedienen mit einem “Restore”, einer Rücksicherung.

Wer einen PC oder Notebook hat, kann auch dessen Kapazität nutzen, um das Backup mit dem alten und das Restore mit dem neuen Smartphone zu machen. Der Ablauf ist mit der Cloud vergleichbar. Der wesentliche Unterschied ist, dass der PC im Bereich des Nutzers ist und nicht “von draußen” angegriffen werden kann.

ComputerBILD beschreibt das Umziehen recht ausführlich hier: Android zu Android: Neues Handy? So gelingt der Datentransfer.

Mein Umziehen mit sauberem Neuanfang

Den Wechsel vom System mit vorinstallierten Apps zum fast reinen Stock Android wollte ich nutzen, um einen “sauberen” Neuanfang zu schaffen. Sauber bezüglich der Apps und der Daten.

“Normale” Apps im Stock Android einrichten

Mit “normal” meine ich hier Apps, die keine besonderen Maßnahmen erfordern, keine Einstellungen oder Anpassungen. Beispiele: Taschenlampe, Nachrichten, touristische Auskünfte. Ich kenne die Namen der Apps. Damit suche ich sie im Google Play Store und installiere sie.

Einfacher ist es, wenn man weiß, was man bisher benutzt hat und was davon wieder zu installieren sind. Ich habe einfach das “alte” Smartphone als Vorlage benutzt, es funktioniert ja noch gut. Man kann auch Screenshots der Startseiten und des Menüs als Gedankenstütze benutzen. Weitere Anregungen finden Sie hier: Empfehlenswerte Apps.

Es kommt vor, dass man nicht alle Apps kennt. Vielleicht hat man sie zu Testzwecken installiert und nie wieder benutzt. Vielleicht waren sie “Bloatware”. Jetzt besteht die Chance, diese nicht benötigten Apps bewusst wegzulassen.

Die Installation von Apps unterscheidet sich nicht grundsätzlich von anderen Smartphones und Android-Versionen. Lediglich die Prüfungen auf Funktion und Berechtigungen mache ich bei vertrauten Apps weniger intensiv.

Apps mit Konten, Design und Funktionen

Einige Apps bedürfen besonderer Aufmerksamkeit und mehr oder weniger Aufwand.

  • Es geht ums Design, z.B. habe ich manchen Widgets einen transparentem Hintergrund oder andere Farben verordnet.
  • Gelegentlich habe ich das Layout an meinen Bedarf angepasst, z.B. will ich beim Kalender beim Start die Wochenübersicht sehen, das angepasste Widget soll auf der Startseite liegen.
  • Für einige Apps sind Zugangsdaten fürs Login erforderlich: E-Mails, Shopping, ebay etc.
  • Bei der Synchronisation zwischen PC und Smartphone sind Berechtigungen, WLAN-Einstellungen, Synchronisations-Details erforderlich.
  • Manche Apps erfordern eine Authentifizierung für die Prüfung von Urheberrechten, um z.B. Ebooks auszuleihen.
  • Provider bieten Apps an, die nur mit genauen Vertragsdaten genutzt werden können.
  • Die Freisprechanlage funktioniert nur, wenn sie mit dem Smartphone “gepairt” wurde.
  • Die Fritz-Box lässt sich per Smartphone bedienen und abfragen, wenn deren Apps richtig eingerichtet wurden.
  • Meine Offline-Navigation braucht Kartenmaterial für meine Reiseziele und Reiserouten.
  • In meinem Netzwerk ist ein WLAN-Drucker, für den eine App des Drucker-Herstellers zu installieren ist.

Je mehr Apps installiert sind, desto aufwändiger ist die Einrichtung. Gut ist es, wenn man die Details dokumentiert hat (und für späteren Wechsel neu dokumentiert). Manche Apps bieten die Möglichkeit, Einstellungen zu “exportieren”, um sie später wieder zu “importieren”. “Nach dem Spiel ist vor dem Spiel” – was ich jetzt einrichte, kann ich eben dokumentieren. Das spart bei späteren Wechseln Zeit und Nerven.

Meine Daten sind schon fast da

Für mich sind die wichtigsten Daten die relativ vielen Kontakte und Termine. Meine regelmäßige (etwa tägliche) Synchronisation zwischen Smartphone und PC per MyPhoneExplorer (MPE) sorgt für zwei gleich aktuelle Datenbestände. Ich brauchte nur die Synchronisation mit dem neuen Smartphone einzurichten und konnte mit den Daten umziehen.

Auf dem alten Smartphone waren viele Fotos, die ich noch nicht zum PC geschickt hatte. Auch die transportierte ich per MPE auf den PC in meine “Fotosammlung”. Davon werde ich nur eine kleine manuelle Auswahl auf das neue Smartphone übernehmen.

Ein paar ausgewählte Texte in PDF-Dateien übertrug ich per MPE auf den PC und von dort aus auf das neue Smartphone.

Musik (eine kleine Sammlung) habe ich per MPE zum PC synchronisiert und von da aus auf das neue Smartphone übertragen.

Etwas anders musste ich Notizen behandeln, die ich übernehmen wollte. Notizen sind “irgendwie” proprietär gespeichert. Dateien bzw. Ordner waren nicht klar erkennbar. Weil ich auch die Notizen-App wechselte, hätte ich für die Übernahme recherchieren müssen – mit unbekanntem Aufwand und Ausgang. Weil es nur wenige Notizen waren, versendete ich die Inhalte per E-Mail. Die E-Mails empfing ich mit dem neuen Smartphone und kopierte die Inhalte in die neue Notizen-App. Vielleicht geht es eleganter, aber so war ich in einer Viertelstunde fertig.

Nun ist das neue Smartphone bereit.

Ich habe sicher etwas vergessen oder zu radikal entfernt. Wenn es mir auffällt, kann ich es immer noch nachtragen – als wäre es ganz neu.


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