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Messenger-Vergleich: WhatsApp oder Threema verdrängen SMS und E-Mail

Private Anwender wechseln von SMS und E-Mail zu WhatsApp oder Threema und Co. Ein Vergleich der Qualitäten.

WhatsApp oder Threema oder SMS und E-Mail?

WhatsApp oder Threema oder SMS und E-Mail?Bisher war die Weichenstellung klar: Jeder konnte mit jedem kommunizieren, wenn der Partner „öffentlich“ erreichbar war, also wenn er ein Festnetz-Telefon oder ein Handy hatte, oder im Internet eine E-Mail-Adresse oder ein Forum. Jeder Kommunikationsweg hatte seinen Aufgaben-Schwerpunkt, abhängig von Bedarf und Leistungsmerkmalen.

Mit der Verbreitung der „stärkeren“ Smartphones kamen „Messenger“ dazu. Zunächst waren das „Chatsysteme“ (chatten = schwatzen), mit denen private Text-Informationen per Tastatur ausgetauscht wurden. Inzwischen haben sie sich immer mehr zu Alleskönnern entwickelt. Sie bündeln mehrere Kommunikationswege in einer leistungsfähigen App. Bisher gab es für den Versand von Text, Sprache und Multimedia je eine App für SMS, Telefon und E-Mail. Messenger vereinigen das in einer App (z.B. WhatsApp oder Threema) und erzeugen den Eindruck, dass nun alles einfacher sei.

Bei Messengern wie WhatsApp oder Threema kommunizieren nur Partner, die in der gleichen Community (=Gemeinschaft) registriert sind. Von WhatsApp zu Threema oder umgekehrt gibt es keine „grenzüberschreitende“ Kommunikation.

WhatsApp oder Threema ergänzen also die herkömmlichen Kommunikationswege. Messenger gewinnen Nutzer, die Standard-Kommunikation verliert Nutzer. Messenger können die Standard-Kommunikation (Telefon, SMS, E-Mail und Internet) nicht ganz ersetzen, denn jeder Messenger ist auf seine Community begrenzt, während die Standard-Kommunikation von jedem ohne Community benutzt werden können. Für Messenger und die Standard-Kommunikation gilt, dass sie die Infrastruktur der Netzwerk-Provider benötigen.

Messenger erzeugen durch die Bündelung der Kommunikationswege einen Bedarf, den es so bisher nicht gab. WhatsApp als Marktführer erzeugt sogar bei privaten Anwendern den falschen Eindruck, dass dieses System die „einzige“ Art zu kommunizieren sei. Unternehmen nutzen weiterhin die Standard-Kommunikationswege, die nicht an eine Community gebunden sind: E-Mail, SMS und Internet.

WhatsApp oder Threema – ein Qualitäts-Vergleich

WhatsApp ist der Marktführer, obwohl das System viel Kritik erfährt, z.B. wegen des Datenschutzes. Threema ist einer von mehreren Wettbewerbern, der besonders wegen seines Sicherheitskonzepts gelobt wird. Dieser Vergleich konzentriert sich auf die Sicherheit, es geht nicht um die einzelnen Funktionen. Nutzer, die mit beiden Messengern umgehen, beschreiben die Funktionen und deren Bedienung als sehr einfach und sehr ähnlich.

Erreichbarkeit der Kommunikationspartner

Ist die Kommunikation an eine Community gebunden?

  • WhatsApp: Ja, Kommunikation nur innerhalb der Community.
  • Threema: Ja, Kommunikation nur innerhalb der Community.
  • Standard: Nein, alle Kommunikationswege sind für alle zugänglich.

Wie ist die Verbreitung?

  • WhatsApp: monopolartig, vermeintlich „alle“ sind bei WhatsApp.
  • Threema: Viel weniger Mitglieder als WhatsApp. Wenn die „richtigen“ Partner bei Threema sind, müssen nicht „alle“ dort registriert sein.
  • Standard: Flächendeckend, ohne Monopol, jeder kann ohne Kompatibilitätsgrenzen teilnehmen. Beispiel: E-Mails können problemlos zwischen unterschiedlichen E-Mail-Providern ausgetauscht werden.

Kosten

Was kostet die App?

  • WhatsApp: kostenlos
  • Threema: 2,99€ Kaufpreis (einmalig, kein Abo)
  • Standard: kostenlos

Fordert die Community weitere Gebühren?

  • WhatsApp: Nein
  • Threema: Nein
  • Standard: Nein

Welche Infrastruktur-Gebühren entstehen?

  • WhatsApp: Das Datenvolumen muss nach Daten-Tarif bezahlt werden.
  • Threema: Das Datenvolumen muss nach Daten-Tarif bezahlt werden.
  • Standard: Telefon-Minuten und Anzahl SMS müssen nach Sprachtarif bezahlt werden, E-Mail-Kommunikation nach Daten-Tarif.

Verschlüsselung und Sicherheit

Wie erfolgt die Identifizierung der Nutzer?

  • WhatsApp: Alle Daten sind der Telefonnummer des Nutzers zugeordnet, also nicht anonym.
  • Threema: Alle Daten sind einer anonymen Threema-ID zugeordnet.
  • Standard: Alle Daten sind der Telefonnummer bzw. der E-Mail-Adresse des Nutzers zugeordnet, also nicht anonym.

Wie werden die Chat-Inhalte verschlüsselt?

  • WhatsApp: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach einer nicht öffentlich überprüfbaren Methode.
  • Threema: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach einer zertifizierten Methode.
  • Standard: Nur zum Teil verschlüsselt.

Wie werden Profildaten verschlüsselt?

Nutzer beschreiben sich selbst in Profilen, z.B. Fotos, Adressen etc.

  • WhatsApp: Profildaten werden unverschlüsselt bei WhatsApp gespeichert.
  • Threema: Profildaten werden, wenn überhaupt, nur beim Nutzer gespeichert.
  • Standard: abhängig vom Provider.

Wie werden Metadaten verschlüsselt?

Metadaten beschreiben z.B., wer mit wem wann wie oft wie lange kommuniziert hat. Metadaten sind z.B. für Ermittlungsbehörden wichtiger als Inhalte.

  • WhatsApp: Metadaten werden unverschlüsselt bei WhatsApp gespeichert.
  • Threema: Metadaten werden nicht gespeichert.
  • Standard: Vorrats-Datenspeicherung beim Provider.

Wie ist der Datenschutz?

Wie werden die Daten der Nutzer und die von deren Kontakten geschützt?

  • WhatsApp: Bei jeder Nutzung kann WhatsApp alle Daten aller gespeicherten Kontakte abgreifen, auch Daten von unbeteiligten Nicht-WhatsApp-Nutzern. Weder der Nutzer noch die unbeteiligten Dritten können sich dagegen wehren. Dadurch baut WhatsApp eine weltweite Datenbank auf: Alle Daten von allen Kontakten, zugeordnet zu Telefonnummern. Im Internet kursiert eine Hacker-Software, die die gespeicherten Daten zu beliebigen Telefonnummern abfragen kann.
  • Threema: Jeder Nutzer kann entscheiden, ob Threema die beim Nutzer gespeicherten gespeicherten Telefonnummern und E-Mail-Adressen auf Mitgliedschaft bei Threema prüfen darf (nur diese Daten, keine anderen). Threema speichert die geprüften Kontakte nicht. Threema speichert keine Daten unbeteiligter Dritter.
  • Standard: Daten unbeteiligter Dritter aus den Kontakten werden nicht abgefragt.

Welches Datenschutzrecht gilt?

  • WhatsApp: Server stehen in den USA. Das Datenschutz-Recht in den USA wird als wesentlich schwächer beschrieben als das in Europa (Stichwörter: Geheimdienste, Snowden, PRISM, NSA).
  • Threema: Server stehen in der Schweiz. Das europäische, speziell das Schweizer Datenschutz-Recht, gilt als wesentlich sicherer (Stichwort: Bankgeheimnis).
  • Standard: Regelungen vom Standort des Providers abhängig.

Transparenz und Geschäftsmodell

Wie transparent sind die AGB?

  • WhatsApp: Umfangreich, unübersichtlich, für „Normalnutzer“ unverständlich; werden erfahrungsgemäß nicht gelesen. Lt. AGB darf WhatsApp alle Nutzerdaten verwerten, das bedeutet Abmahnrisiko für Nutzer (Verstoß gegen Urheberrecht, evtl. mehrere 1000 Euro).
  • Threema: Kurze und einigermaßen klare, deutschprachige Datenschutzerklärung, keine zusätzlichen AGB.
  • Standard: abhängig vom jeweiligen Anbieter.

Wie vertrauenswürdig ist das Geschäftsmodell?

  • WhatsApp: WhatsApp wirbt damit, keine Werbung zu platzieren; die übliche Finanzierung über Werbung entfällt. Andere Einkünfte für WhatsApp sind nicht bekannt. WhatsApp wurde von Facebook gekauft (schlechtes Image bzgl. Datenschutz). WhatsApp bleibt wirtschaftlich nur die Möglichkeit, die Daten der Nutzer und deren Kontakte zu verwerten, z.B. über Facebook.
  • Threema: Finanziert sich durch Kaufpreis für die App.
  • Standard: Finanziert sich über Werbung.

Wie fair ist die Werbung?

  • WhatsApp: Wirbt mit einer Halbwahrheit, die als „kostenlos“ interpretiert wird. WhatsApp wirbt mit der Halbwahrheit der Verschlüsselung (verschlüsselt werden nur Inhalte, nicht Profil- und Metadaten). Die Halbwahrheiten führen dazu, dass unkritische „Jubelnutzer“ mit falsch verstandenen Argumenten andere Nutzer werben.
  • Threema: Keine Halbwahrheiten. Die Verschlüsselung und mögliche Anonymität wird beworben.
  • Standard: Keine Halbwahrheiten. Keine besondere Werbung mit Kosten oder Verschlüsselung.

Fazit

Messenger oder Standards

Nur „eingetragene Mitglieder“ können die Messenger WhatsApp oder Threema nutzen. Dagegen stehen die Standard-Kommunikationswege (Telefon, SMS, E-Mail etc.) allen Internetnutzern flächendeckend zur Verfügung.

Die Messenger haben Ihren Schwerpunkt im privaten Bereich, zwischen einzelnen Personen und in Gruppen. Die „Standards“ eignen sich für geschäftliche und private Kommunikation.

In „geschlossenen“ Communities sind Sicherheitsmaßnahmen leichter einzurichten und zu benutzen als bei den „offenen“ Standards.

Messenger haben, wie alle Commmunities, die „Einstiegshürde“ der Registrierung. Wenn diese Hürde erst einmal überwunden ist, entwickeln die Mitglieder ein Beharrungsvermögen und werden „ihre“ Community nur ungern verlassen.

WhatsApp oder Threema

WhatsApp hat eine monopolartige Verbreitung und zieht dadurch immer mehr neue Mitglieder an: „Alle“ sind bei WhatsApp. Dieser Status wird durch unkritische „Jubelnutzer“ immer weiter verstärkt. Sie werben neue Mitglieder mit Halbwahrheiten, z.B. dass SMS-Gebühren nicht anfallen. Sie ignorieren das gebührenpflichtige Datenvolumen. Das Kostenargument ist nicht wirklich wichtig, aber es lenkt von den rechtlich bedenklichen Bedingungen ab.

WhatsApp-Nutzer ignorieren die rechtlichen Rahmenbedingungen, die bezüglich des Datenschutzes höchst umstritten sind: Die neuen AGB von WhatsApp machen die Nutzung eigentlich unmöglich.

WhatsApp ist wegen des Standorts USA, der Bindung an Facebook und des unklaren Geschäftsmodells wenig vertrauenswürdig.

Threema überzeugt durch sein Sicherheits-Konzept in Verbindung mit Daten-Sparsamkeit. Threema sammelt keine Daten von Nutzern oder deren Kontakten. Was nicht gesammelt wird, kann nicht missbraucht und muss nicht geschützt werden.

Threema ist wegen des Standorts Schweiz, des klaren Geschäftsmodells und des Verzichts auf Halbwahrheiten durchaus vertrauenswürdig.

Meine persönliche Konsequenz

Sicherheit bei der Kommunikation ist mir wichtig. Nicht weil ich etwas zu verbergen hätte, sondern weil ich vermeiden will, dass richtige Fakten in falsche Zusammenhänge gestellt und gegen mich oder Dritte verwendet werden.

  1. WhatsApp scheidet aus, weil meine und fremde Daten ausgespäht und wahrscheinlich missbraucht werden.
  2. Threema benutze ich komfortabel im kleinen Kreis, wenn die Community-Mitgliedschaft vereinbart wurde.
  3. Standards sind für die Erreichbarkeit außerhalb von Communities unverzichtbar.

Threema – einfach und sicher

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In Kürze: Fragen Sie WhatsApp-Jubelnutzer

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