So schützen wir uns gegen das Manipulieren

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Politik, Wirtschaft und Aktivisten wollen uns für ihre Ziele manipulieren. Wenn wir das erkennen, können wir uns dagegen schützen.

Aktuelle Beispiele zum Manipulieren

Politik, Wirtschaft, Aktivisten manipulieren uns für Macht, Geld, Ideen. Ich habe bewusst Beispiele aus unterschiedlichen Lebensbereichen gewählt, die Sie vermutlich kennen.
manipulieren

Ablenken vom Dieselskandal

Autohersteller haben bezüglich der Abgaswerte massenhaft betrogen: Technischer Jahrhundertbetrug. Für mich entstand der Eindruck, dass der Verkehrsminister mit der Autoindustrie gemeinsame Sache machte, die Autoindustrie schützte und die Kunden benachteiligte. Das führte bis hin zur faktischen Enteignung von Autokäufern durch Fahrverbote und Wertverluste.

In den Diskussion wirkt der Begriff “Schummel-Software” eher niedlich. Geschummelt hat wohl jeder mal, z.B. bei der Mathe-Arbeit. Wenn dieser Begriff auch von der Presse ständig wiederholt wird, klingt das viel weniger dramatisch als z.B. “Milliardenskandal mit politischer Duldung”.

Ob sich das Manipulieren mit Begriffen juristisch auswirkt, kann ich nicht beurteilen. Aber Richter sind auch Menschen. Atmosphärisch macht es einen großen Unterschied und mag manche Betrogene “herunterkühlen”.

Imageverbesserung für Parteien

Man diskutiert über das “Gute-KiTa-Gesetz“. Damit kann man eher das Image verbessern als mit dem juristischen Titel “Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung”.

Bürgernähe für mehr Akzeptanz

Die EU hat nach langem Zögern entschieden, die ungeliebte und unsinnige Zeitumstellung zweimal im Jahr zu beenden. Jetzt soll jedes EU-Land entscheiden können, ob es die ständige “Sommerzeit” oder die ständige “Winterzeit” haben will. Dabei ist die Frage eigentlich überflüssig. Was “Winterzeit” genannt wird, ist die “Normalzeit”. Die ist ein bewährter Kompromiss zwischen dem minütlich “wandernden” Sonnenaufgang und der pragmatisch einheitlichen Zeitzone.

Die EU favorisiert offensichtlich die ständige “Sommerzeit“. Vielleicht will sie sich populistisch “bürgernah” darstellen?

Was verheimlicht wird, behindert den Verkauf nicht

In der Werbung / im Verkaufsgespräch werden Begriffe wie “edel”, “Lifestyle”, “Design”, “Einsparungen” stark betont. Technische (schwer verständliche) Merkmale werden verschwiegen oder mit Marketingsprüchen falsch gewichtet. Die Tarif-Merkmale werden ganz klein gedruckt und nicht erklärt. Sie können kaum gelesen und noch schwerer verstanden werden.

Das Ergebnis beim Kunden ist oft, dass ein Spitzengerät für über 1000 € und ein Tarif um 80 €/Monat verkauft werden. Obwohl der Käufer das nur für Telefon und SMS benutzt und einen viel geringeren Bedarf hat.

In den Duden für ein Internet-Monopol

Google hatte erkannt, dass der zunehmende Internet-Inhalt nur mit Hilfe einer “Suchmaschine” genutzt werden kann. Diese Dienstleistung machte die Nutzer praktisch abhängig von Google. Gleichzeitig war das eine sichere Grundlage für ertragreiche Werbung. Das unverzichtbare Angebot wurde immer weiter verbessert.

Google hat es damit geschafft, den eigenen Firmennamen und das eigene Produkt in den Duden aufnehmen zu lassen. “Googeln” ist der gängige Begriff für “mit Google im Internet suchen, recherchieren”. Das Monopol verdrängt Alternativen.

Halbwahrheit für ein Chat-Monopol

“Schick mir ‘ne WhatsApp” wird von den meisten Smartphone-Nutzern verstanden und verwendet. Manche Einsteiger vermuten sogar, dass WhatsApp “das Internet” sei. Z.B. weil frundliche Helfer wie Familienmitglieder oder Verkäufer WhatsApp wie selbstverständlich als “Standard” einrichten.

Die Werbung auf der Webseite von WhatsApp war: WhatsApp erlaubt es, “Nachrichten auszutauschen ohne für SMS zahlen zu müssen“. Eine aktuelle Aussage ist sogar “WhatsApp Sprach-und Videoanrufe – Kostenlos telefonieren”.

Die Werbe-Behauptung ignoriert, dass SMS im Sprachtarif und jede Internet-Nutzung im Datentarif an den Netzanbieter bezahlt werden müssen. Die Werbung geht wohl davon aus, dass jeder Smartphone-Nutzer “sowieso” einen großen Tarif für Internet-Daten hat Datenverbrauch für WhatsApp nicht auffällt.

Die Behauptung “Nachrichten auszutauschen ohne für SMS zahlen zu müssen” ist mit dieser Halbwahrheit vergleichbar: “Wer mit dem Taxi fährt, spart das Bus-Ticket”. Auf die Taxi-Behauptung fällt niemand herein, dafür sorgt die Lebenserfahrung. Dagegen sind Tarife für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Die Tarif-Behauptung wird gern geglaubt und weitergegeben, weil man es glauben möchte. Sogar von der Presse, die es besser wissen müsste.

Political Correctness – die “Schere im Kopf”

Negerkuss, Zigeunerschnitzel, Indianer als Karnevalskostüm, das Gender-Sternchen in “Bürger*nnen” anstelle von “Bürgerinnen und Bürger”, Stellenangebote und Toiletten mit der Geschlechtsbezeichnung “m/w/d”. Die Liste von “politisch unkorrekten” oder entsprechend “verrenkten” Wörtern kann beliebig verlängert werden. Dass Diskriminierung unterbunden wird, ist richtig. Wenn Ideologen ihre Ziele mit überzogenen “Sprech- und Denkverboten und Geboten” durchsetzen wollen und Diskriminierung nur behaupten, ist das Manipulation.

Ursprünglich bedeutet die “politische Korrektheit” lt. Wikipedia die “Zustimmung zur Idee, dass Ausdrücke und Handlungen vermieden werden sollten, die Gruppen von Menschen kränken oder beleidigen können (etwa bezogen auf Geschlecht oder Hautfarbe)”. Inzwischen wird diese Denkweise als Zensur und Einschränkung der Redefreiheit kritisiert.

Manipulieren ist Psychologie

Manipulieren muss nicht zu Ihrem Nachteil sein, es gehört zum Leben. Eltern manipulieren ihre Kinder, Kinder die Eltern; Partner ihre Partner, Chefs die Mitarbeiter und umgekehrt u.v.m. Es kann ja durchaus sein, dass die Absichten des Manipulateurs sich mit den eigenen Absichten decken. Muss aber nicht. Ich möchte helfen, Manipulation zu erkennen und Chancengleichheit zu verbessern.

Als Methode wird immer wieder “Framing” genannt: den “Rahmen” vorgeben. Wikipedia zitiert Robert Entman: “Framing bedeutet, einige Aspekte einer wahrgenommenen Realität auszuwählen und sie in einem Text so hervorzuheben, dass eine bestimmte (…) moralische Bewertung und / oder Handlungsempfehlung für den beschriebenen Gegenstand gefördert wird.“

Praktische Hinweise für die Erkennung habe ich hier beschrieben:

Lassen Sie sich nicht manipulieren

Alle Ansätze zum Manipulieren nutzen Psychologie. Wie Sie sich schützen können? Nur durch aufmerksames Mitdenken! Drei Tipps:

1. Ziele erkennen: Was wollen die wirklich?

Versuchen Sie, die wahren Ziele des Manipulateurs oder möglicher Hintermänner zu erkennen. Veröffentlichte Ziele sind oft vorgeschoben und dienen nur der Ablenkung, wie bei Taschenspielertricks.

2. Faktencheck: Sind die Behauptungen richtig und vollständig?

Machen Sie einen Faktencheck. Kümmern Sie sich selbst um den Sachverhalt. Sprechen Sie mit mehreren qualifizierten Gesprächspartnern. Gerade wenn Sie Laie sind, sollten Sie – wie in der Medizin – eine “zweite Meinung” einholen. Achten Sie besonders darauf, ob die angeführten Fakten vollständig sind oder ob man Sie durch Halbwahrheiten bewusst in die Irre führen will.

Wenn Sie Fakten und unterschiedliche Meinungen kennen, können Sie die Folgen Ihrer Einschätzung / Entscheidung besser erkennen. Der Faktencheck kann eine umfangreiche Fleißaufgabe werden.

3. Begriffe: Sind sie angemessen?

Beachten Sie die verwendeten Begriffe. Sind sie zu einfach und zu verständlich und zu positiv besetzt? Werden Argumente mit prüfbaren Fakten belegt oder “verschwurbelt”? Lenken Begriffe von Fakten ab, die für Ihren Manipulateur “unbequem” sein können?

Der Prüfung der Begriffe ist schwieriger, weil der Manipulateur genau weiß, was Sie gerne hören wollen. Er lässt sich beraten. Wenn der Manipulateur es schafft, mit Begriffen von Fakten abzulenken, hat er sein Ziel fast erreicht. Und wenn die Begriffe von vermeintlich Neutralen (z.B. Presse) “nachgeplappert” werden, wirken sie durch die Wiederholung noch stärker.

Wer sich nicht selbst schlau macht, wird für dumm verkauft


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