Kamera und Galerie – ein flexibles Team

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Smartphone, Kamera und Galerie scheinen untrennbar zusammen zu gehören. Die Verbindung ist nicht zwingend. Kombinieren sie Kamera und Galerie nach Bedarf.

Fotos und Videos – nie gab es mehr Aufnahmen als heute. Hersteller wissen das, sie wollen damit Kunden gewinnen und binden. Auch freie App-Anbieter erkennen die Bedeutung von Kamera und Galerie.
Kamera und Galerie

Die Preisgestaltung für die Apps ist untypisch: Viele als “kostenlos” angebotene Kamera- und Galerie-Apps sind mit Werbung überladen und kaum nutzbar. Die Anbieter wollen damit die kostenpflichtige Version erzwingen. Es lohnt sich also, das Thema etwas näher zu betrachten.

Genormte Formate machen Kamera und Galerie kompatibel

Meine Beschreibung beginnt nicht bei Kamera und Galerie, sondern beim Speicher, weil er die Apps verbindet.
Das Zusammenspiel zwischen Kamera und Galerie funktioniert so: Die Kamera-App macht die Aufnahmen und legt sie im Speicher ab. Dann übernimmt die Galerie-App die Aufnahmen aus dem Speicher, sortiert und gruppiert sie. Die Galerie zeigt die Aufnahmen als einzelne Fotos oder Videos, in Alben, als Diaschau etc. Für diese Überlegungen ist die Unterscheidung zwischen internem Speicher und (“externer”) MicroSD-Karte nicht wichtig.

Die Apps Kamera und Galerie nutzen dafür genormte Datenformate, z.B. JPG für Fotos und MP4 für Videos. Die Kamera erzeugt diese Formate, der Speicher bewahrt sie auf, die Galerie verwendet sie. Die genormten Formate sorgen für Kompatibilität, für Verträglichkeit. Damit können beliebige Kamera-Apps mit beliebigen Galerie-Apps kombiniert werden.

Wenn andere Apps sich ebenfalls an die genormten Datenformate halten, können sie auch Aufnahmen an den Speicher liefern oder aus dem Speicher abfragen. Andere “Aufnahme-Lieferanten” können alternative Kamera-Apps sein. Aufnahmen kommen z.B. auch von Screenshots, aus Downloads, von Scanner-Apps, aus Chats und E-Mails.

Ebenso gibt es alternative Apps für Galerien, für die Bearbeitung und das Teilen von Aufnahmen.

Für Nutzer entsteht leicht der Eindruck, dass Apps für Kamera und Galerie mit dem Smartphone untrennbar verbunden sind. Dieser Eindruck wird verstärkt, weil Nutzer von der Aufnahme mit der Kamera direkt zur Galerie umschalten können; und ebenso von der Galerie zur Aufnahme. Aber die genormten Formate belegen, dass die vermeintliche Verbindung doch trennbar ist.

Die Kamera muss zum Smartphone passen

Wer im Google Play Store nach Kamera-Apps sucht, findet eine zweistellige Zahl von Angeboten. Wer mit dem eigenen Smartphone sucht, findet wahrscheinlich Apps, die zu diesem Smartphone passen. Sind sie besser geeignet als die werksseitig gelieferte Kamera?

Besonders bei hochpreisigen Geräten wird mit der Qualität der Kamera geworben. Objektive werden von klassischen Objektiv-Spezialisten entwickelt (z.B. Leica) und tragen dann werbewirksam deren Namen. Immer mehr Smartphones haben neben Front- und Rückkamera zusätzliche Objektive für spezielle Aufgaben. Künstliche Intelligenz soll systembedingte Schwächen der geringen Abmessungen ausgleichen.

Smartphone-Hersteller installieren also Kamera-Apps, die die Eigenschaften “ihrer” Kamera optimal nutzen. Standard-Apps können diese Anpassung nicht leisten. Wenn z.B. die Hardware mit zusätzlichen Objektiven ausgestattet ist, können die zusätzlichen Objektive von Standard-Apps nicht gesteuert werden. Das kann die App des Herstellers besser.

Es mag spezielle fotografische Aufgaben geben, die auch die Hersteller-App nicht beherrscht, z.B. mit Korrektur-Funktionen für “Schönheit”, für Selfies, für Zeitlupe oder Zeitraffer, gegen perspektivische Verzerrungen. Wer solche Funktionen benötigt, kann eine spezielle Kamera-App zusätzlich installieren.

Wenn mehrere Kamera-Apps installiert sind, wird die Hersteller-App für Standard-Situationen die bessere Wahl sein. Die zusätzliche Spezial-Kamera wird dann nur für gelegentliche Situationen eingesetzt. Die Entscheidung trifft der Nutzer vor jeder Aufnahme, indem er auf das Symbol der geeigneten App tippt. Konflikte zwischen unterschiedlichen Kamera-Apps sind wegen der Kompatibilität nicht zu erwarten.

Jede Galerie passt zum Smartphone

Wer im Google Play Store nach Galerie-Apps sucht, findet auch hier eine zweistellige Zahl von Angeboten.

Smartphones sind werkseitig üblicherweise mit zwei Galerie-Apps ausgestattet. Der Hersteller liefert eine App aus, die das gemeinsame Design von Kamera und Galerie betont. Zusätzlich hat Google eine App mit dem Namen “Google Fotos” installiert. Google Fotos wird gelegentlich als Galerie-App benutzt, hat aber eine besondere Betrachtung verdient.

Anders als bei Kamera-Apps müssen Galerie-Apps keine Besonderheiten der Smartphone-Hardware berücksichtigen. Galerie-Apps unterscheiden sich nur wenig in der Art ihrer Funktionen und der Bedienung. Galerien “zeigen” die aufgenommenen und gespeicherten Fotos und Videos so, wie Sie sie gruppieren oder sortieren wollen, z.B.

  • in chronologischer Reihenfolge, von der jüngsten zur ältesten Aufnahme oder umgekehrt,
  • als einzelne Aufnahmen oder als zusammenhängende Diaschau,
  • in “Alben”, in denen die Aufnahmen bestimmten Ereignissen, Reisen, Feiern, Personen, Motiven zugeordnet sind,
  • nach selbst gewählten Bewertungen (1-5 Sterne),
  • nach Orten anhand der automatisch aufgezeichneten Geo-Daten,
  • mit fototechnischen Detail-Informationen.

Diese “Grundfunktionen” sind so oder ähnlich in den installierten Galerien der Hersteller zu finden. Manche Galerien haben auch Ansätze zur Fotobearbeitung und überschneiden sich so mit speziellen Bearbeitungs-Apps.

Mein Umgang mit Kamera und Galerie

Meine Situation war etwas anders. Bei Stock Android bekam ich eine spezifische Kamera-App. Die nutze ich. Gelegentlich mache ich Screenshots oder setze eine Scanner-App ein, auch über Threema und E-Mails bekomme ich Fotos zum Aufbewahren. Als Galerie bekam ich nur Google Fotos. Ich deaktivierte Google Fotos und begründe das im nächsten Beitrag. Als Galerie installierte ich die kostenpflichtige F-Stop Gallery Pro. F-Stop ist gut und hat Vorteile gegenüber anderen Galerie-Apps.

F-Stop hat nur eine begrenzte Bildbearbeitung. Das ist für mich aber kein Nachteil, denn es gibt spezialisierte Apps zur Bildbearbeitung, die aus F-Stop direkt aufgerufen werden können. Der individuelle Bedarf wird vermutlich durch drei Spezialisten (Kamera & Galerie & Bildbearbeitung) besser gedeckt als durch eine Universal-App. Ich experimentiere z.Z. mit Adobe Photoshop Express.


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