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Corona-Funkloch in der S-Bahn

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Mein Erlebnis in der S-Bahn und Frau Dr. Merkels Empfehlung, statt des Handschlags “eine Sekunde länger in die Augen gucken und lächeln”.

Frau Dr. Merkel verkündete in der Pressekonferenz am 11.03.2020: “Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da”. Und sie schlägt vor, statt des Handschlags “eine Sekunde länger in die Augen gucken und lächeln”. Krisenmanagement. War sie vorher im Funkloch?

In der S-Bahn: Solidarität wegen Corona

Funkloch oder Euphorie in der S-Bahn?

Zwei Tage davor fuhr ich mit der S-Bahn von der Peripherie in die City. Angenehm leer, fand ich. Sind das schon die Auswirkungen der Corona-Empfehlungen?

Ich setzte mich auf einen Gangplatz in einer leeren Vierer-Gruppe und las Zeitung auf meinem Smartphone. Auf der anderen Seite des Ganges saß ein junger Mann, vielleicht 18 oder 20 Jahre alt, auch mit Smartphone in der Hand. Er fing an zu telefonieren: “Hey Mama”. Er erzählte ihr was von einem Amt, von dem er 120 Euro ausgezahlt bekam. Das hatte er wohl gar nicht erwartet und war offensichtlich stolz, dass er das erreicht hatte. Er redete sich immer mehr in Rage vor lauter Begeisterung. Oder hatte er den Eindruck, im Funkloch zu sein und er müsste das durch Lautstärke überbrücken?

Ich konnte nicht vermeiden mitzuhören. Denn außer den Fahrgeräuschen gab es keine “gnädige” Geräuschkulisse. Telefonieren in der Öffentlichkeit ist ja nichts Seltenes. Muss ja auch jeder selbst wissen, was er von sich preisgibt.

Ich soll sterben gehen – aus Solidarität?

Ja, ich fühlte mich gestört. “Nicht so laut!” sagte ich. Wahrscheinlich ergänzte ich noch “bitte”, das wäre mein normales Verhalten. Aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern.

Der junge Mann wurde am Telefon noch lauter: “Sitzt hier so ein alter Sack und mischt sich in fremde Gespräche ein”. Er plusterte sich immer mehr auf: “Soll der doch sterben gehen”.

Ich reagierte nicht und las weiter in meiner Internet-Zeitung. Denn er sprach ja mit Mama, nicht mit mir. Irgendwie schien ihn diese Nichtbeachtung noch wütender zu machen. Er stand auf, pöbelte immer weiter ins Telefon und suchte sich einen anderen leeren Platz in der S-Bahn.

Kein weiterer Wortwechsel in der S-Bahn

In der Corona-Situation war ich froh, dass er mich nicht angehustet hat. Ich konnte meine Zeitung in Ruhe weiter lesen.

“Die Jugend von heute”? Glaube ich nicht. Ich kenne ganz andere. Aber dieser hatte wohl eine Mama, aber keine Kinderstube. Und für Corona wird Solidarität eingefordert.

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