Diese Info-Sammlung beschreibt, warum ich Google Fotos nicht benutze. Vielleicht ungenau, aber für mich relevant. Pro und Kontra.
Google Fotos
Google Fotos ist eine umfassende Bilderverwaltungs-Software (ähnlich wie der Vorgänger Picasa). Im Zusammenspiel zwischen Kamera und Galerie kann Google Fotos mehr als “normale” Galerien. Neben den Grundfunktionen wie bei anderen Galerien gibt es halbautomatische oder automatische Zusatzfunktionen und einen zusätzlichen Speicherort, die “Cloud”.

(Halb-)automatische Zusatzfunktionen bei Google Fotos

Google Fotos hat einige Funktionen, die dem Nutzer Arbeit und Denken abnehmen. Die Ergebnisse sind z.T. eindrucksvoll, sie bieten aber auch Kritikpunkte. Eine umfangreiche Beschreibung “Google Fotos: So funktioniert der Dienst auf PC und Smartphone” liefert ComputerBILD. Stichwörter:

  • Gesichter erkennen,
  • Motive und Aufnahmedaten zur “Story” zusammenfassen,
  • aus einzelnen Fotos Collagen, Filme, Panoramabilder oder Animationen erstellen,
  • Beleuchtung, Kontrast, Farbe korrigieren,
  • Fotos und Videos auf den Fernseher “streamen”,
  • Fotos drucken,
  • Fotobuch erstellen,
  • die Cloud für die Speicherung benutzen,
  • Synchronisation zwischen dem Smartphone und der Cloud,
  • Alben in der Cloud mit anderen Nutzern “teilen”.

ComputerBILD hat “Die besten Tricks und Tipps für Google Fotos” beschrieben. Darin wird die Leistungsfähigkeit deutlich – für mich z.T. beängstigend. Google ist als “Datenkrake” bekannt. Google kann Informationen aus Gesichtern, Bewegungsprofilen, Terminen, Schlüsselwörtern, Ereignissen etc. zu Profilen zusammenführen. Vermutlich werden auch Profile unterschiedlicher Nutzer kombiniert. Für mich steht außer Frage, dass Google die gesammelten Informationen vermarktet.

Fotos in der “Cloud”

Normalerweise “verständigen” sich Kamera und Galerie über den Speicher im Smartphone. Google Fotos bietet zusätzlich die Möglichkeit, Fotos und Videos in der “Cloud” bei Google zu speichern.

Aufnehmen und Betrachten der Aufnahmen

Ein Argument für die Cloud ist der Speicherplatz. Wer wenig Platz auf dem Smartphone hat, kann “unbegrenzt” Fotos und Videos in der Cloud speichern und das Smartphone entlasten.

Das setzt voraus, dass der Datentarif das zulässt. Denn jeder Upload zur Cloud verbraucht Datenvolumen. Ebenso verbraucht jeder Download aus der Cloud zum Smartphone Datenvolumen für jede Betrachtung. Wenn das verbrauchte Datenvolumen größer als das verfügbare Tarifvolumen ist, kommt es zur Drosselung, zum Verhalten ähnlich wie im Funkloch.

Wer Fotos und Videos mit der Cloud austauscht, braucht Zugang zum Internet. Gerade in “schönen” Gegenden (mit dünner Besiedlung) gibt es viele Funklöcher, weil die Infrastruktur nicht ausreicht.

Ich brauche den Speicherplatz-Vorteil der Cloud nicht, weil ich meine Aufnahmen auf der MicroSD-Karte speichere.

Dauerhafte Aufbewahrung der Aufnahmen in der Cloud

Als Argument für die Cloud wird genannt, dass man die Cloud mit unterschiedlichen Geräten benutzen kann, z.B. mit dem Smartphone aufnehmen, mit PCs oder anderen Smartphones abfragen und verarbeiten. Man kann auch Dritten den Zugang zu den Aufnahmen ermöglichen, z.B. Freunden oder Reisebekanntschaften.

Eine Erfahrung ist: Große Datensammlungen ziehen Kriminalität und Schlamperei an. Mehrmals in jedem Monat werden Datenlecks bekannt. Seit einiger Zeit habe ich sie hier gesammelt: Auch Ihre Privatsphäre ist bedroht: Datenleck-Sammlung

Cloud-Speicherung ist für mich nur unter bestimmten Bedingungen akzeptabel: Verschlüsselte Speicherung, verschlüsselte Ende-zu-Ende-Übertragung, europäischer Datenschutz für Anbieter und Server, nur Kopien in die Cloud (nicht Originale), ohne fremden Zugriff. Ich kann nicht erkennen, dass alle Bedingungen erfüllt sind.

Ich vermeide die Cloud, indem ich alle Fotos auf meinem PC sichere und verarbeite.

Synchronisation zwischen Smartphone und Cloud

Google Fotos sieht die “Synchronisation” vor: Die Aufnahmen werden nicht lokal im Smartphone gespeichert, sondern nur zentral in der Cloud. Alle Änderungen, die Sie von einem Gerät aus vornehmen, werden auf allen synchronisierten Geräten gespiegelt.

Diese Beschreibung von Google ist missverständlich. Synchronisation wird üblicherweise so verwendet, dass sie mehrere Datenbestände auf den gleichen Stand bringt. Google beschreibt, dass es nur einen (zentralen) Bestand gibt, der anderen Nutzern zur Verfügung steht.

Wenn Sie z.B. ein Foto auf Ihrem Smartphone bearbeiten und speichern, sehen Sie auch in der Cloud die geänderte Version. Was Sie mit einem der synchronisierten Geräte in der Cloud löschen, ist für alle gelöscht. Wer dieses Zusammenspiel nicht kennt oder verstanden hat, kann durch Fehlbedienung Aufnahmen zerstören oder verlieren.

Ich vermeide die Synchronisation, indem ich alle Fotos auf meinem PC organisiere und verarbeite.

Meine Abwägung zu Google Fotos

Google will vermutlich durch die attraktiven Funktionen mehr Kunden an sich binden und mehr von deren Privatsphäre erfahren. Für meinen Geschmack sind die Automatismen zu “neugierig”, zu wenig transparent und zu wenig beeinflussbar. Google-Fotos dringt tief in die Privatsphäre ein, macht viel automatisch und nimmt mir die Kontrolle. Bei allem Komfort behalte ich die Verantwortung für die Personen auf den Fotos, besonders z.B. für Kinder. Die Kosten für die Datenübertragung kann ich in Grenzen steuern, mit der MicroSD-Karte kann ich sie vermeiden. Das Risiko der Speicherung in der Cloud will ich nicht eingehen.

Google Fotos war auf meinem Smartphone mit dem puristischen Stock Android die einzige Galerie-App. Um die erkannten Kritikpunkte zu vermeiden, deaktivierte ich Google Fotos. Ich suchte nach einer brauchbaren Alternative und fand F-Stop.

Kamera- und Galerie-Apps

  1. Kamera und Galerie – ein flexibles Team
  2. Google Fotos ist mehr als eine Galerie
  3. F-Stop Gallery – schlank, schnell, professionell
  4. in Kürze: F-Stop Gallery – so wird’s gemacht


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2 Gedanken zu “Google Fotos ist mehr als eine Galerie”

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