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Fragen Sie WhatsApp-Jubelnutzer

WhatsApp-Jubelnutzer – Meinung oder Ahnung?

WhatsApp-Jubelnutzer dürfen meine Privatsphäre nicht verletzen, auch nicht “unwissend”. Ihre eigene Privatsphäre verantworten sie selbst. Fragen Sie danach!
WhatsApp-Jubelnutzer, lösch mich!
WhatsApp-Nutzer leben (oft ohne es zu wissen) mit zwei rechtlichen Risiken:

  1. Sie begehen eine strafbare deliktische Handlung, weil sie durch die WhatsApp-Nutzung die Privatsphäre Dritter gefährden.
  2. Sie können eine kostenpflichtige Abmahnung bekommen wegen der AGB, nach denen WhatsApp Chat-Inhalte verwerten darf.

WhatsApp-Jubelnutzer sind schwierig

WhatsApp-Jubelnutzer haben viel Meinung, aber oft keine Ahnung. Sie argumentieren oft unsachlich, wenn man “ihr” WhatsApp kritisiert. Kurzfassung: “Alle” nutzen die App, weil sie doch sooo einfach, toll, sicher und auch noch kostenlos ist. Warum sollen sie sich von lästigen Details irritieren lassen?

Wenn ich hier “WhatsApp-Jubelnutzer” formuliere, meine ich das durchaus kritisch. Sie verteidigen vehement ihre Entscheidung für WhatsApp, obwohl sie viele Fakten (z.B. “WhatsApp Rechtliche Hinweise”) nicht kennen. Das haben mir alle bestätigt, die ich danach gefragt habe. Ich halte WhatsApp-Jubelnutzer nicht für dumm. Aber sie sind auf geschicktes “virales Marketing” hereingefallen. Sie halten dessen Halbwahrheiten für wahr. Und sie lassen sich diese Fehler nicht gern vorwerfen.

In meinen Seminaren treffe ich drei Gruppen von Nutzern, die “WhatsApp-Jubelnutzer”, die “Verunsicherten” und die “Unwissenden”. Die Verunsicherten haben oft “ein ungutes Gefühl” und sind dankbar für Aufklärung; die Unwissenden staunen, was es alles gibt. Mit den Jubelnutzern ist schwer zu diskutieren. Sie sind überzeugt von diesem Messenger, ebenso wie ich überzeugt bin, dass er gefährlich und nicht akzeptabel ist.

Pro und Kontra sind hier gesammelt:
Ich bin kein WhatsApp-Jubelnutzer

Fragen Sie WhatsApp-Jubelnutzer

Diskussionen werden schnell emotional und unsachlich. Da hilft nur, Fakten statt Meinungen zu besprechen. Fragetechnik ist nicht schlecht – “W-Fragen”: WER, WIE, WAS, WANN, WO, WARUM.

Lassen Sie sich Punkt für Punkt erklären:

  1. Welche Daten von mir sind in Ihren Kontakten gespeichert?
  2. Warum ist der Preis 2,99 Euro für Threema ein ernsthaftes Hindernis?
  3. Sie haben diese Klausel der Nutzungsbedingungen akzeptiert und schädigen andere. Und andere schädigen Sie. Wofür?

    “Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen …”

  4. Wie haben die Personen Ihrer Kontakte-App reagiert, als Sie sie um das ausdrückliche Einverständnis gebeten haben, deren Daten automatisch an WhatsApp auszuliefern?
  5. Sie haben diese Klausel der Nutzungsbedingungen akzeptiert und schädigen sich selbst. Wofür?

    “Damit wir unsere Dienste betreiben und bereitstellen können, gewährst du WhatsApp eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen (einschließlich der Inhalte), die du auf bzw. über unsere/n Dienste/n hochlädst, übermittelst, speicherst, sendest oder empfängst.”

  6. Wissen Sie, dass Abmahnungen wegen Urheber­rechts­ver­letzung vierstellige Eurobeträge kosten können?
  7. Warum sollen wir über WhatsApp kommunizieren statt über Threema?

Oft fehlt das Problembewusstsein

Über Werbung klagen viele. Darüber müssen Sie nicht diskutieren. Die kann zwar ziemlich lästig sein, ist aber im Prinzip ungefährlich. Weil Sie selbst entscheiden können, wie Sie damit umgehen.

Aber die anderen Punkte können Ihre Privatsphäre offenlegen. Das können Sie nicht steuern, Sie wissen nicht einmal davon. Lassen Sie sich nicht abwimmeln: “Wir sind doch alle schon gläsern” oder “So ist nun mal unsere Zeit” oder “Ich habe nichts zu verbergen” oder “Das machen doch alle so” oder “Unsere ganze Gruppe ist bei WhatsApp” oder “Ich will doch nur …”.

Solche Scheinargumente ändern nichts an den rechtlichen und Privatsphäre-Risiken von WhatsApp. Das Risiko liegt bei den Nutzern und Kontakten von Nutzern. Glauben Sie, dass das Risiko für Sie kleiner wird, weil “alle anderen” das gleiche Risiko haben? Glauben Sie, dass “alle anderen” sich an Ihrem möglichen wirtschaftlichen Schaden beteiligen?

Erzählen Sie die Geschichte von Frau O. oder vom Amtsgericht Hersfeld.

Entscheider wissen zu wenig, aber das genügt

Frau O. ist das Opfer. Erstens: Sie hat einen Bekannten um einen Gefallen gebeten. Weil er Hundefreund ist, sucht sie im Internet einen Fotoband über Pitbulls und bedankt sich damit. Zweitens: Sie vermutet bei einer Freundin ein Alkoholproblem und informiert sich in Foren und Selbsthilfegruppen, wie sie helfen kann.

Zunehmend googeln Entscheider, bevor sie sich binden. Sie finden z.B. über Frau O. die Stichwörter PITBULL und ALKOHOL. Wie gefällt eine vermeintliche Alkoholikerin mit Kampfhund (Prostitution?) dem Wohnungsvermieter, dem Jobanbieter, dem Single bei der Partnerbörse? Die Stichwörter stimmen, falsch ist die Annahme, dass sie so auf Frau O. zutreffen. Und Frau O. kann sich nicht dagegen wehren, weil sie die Vermutungen nicht kennt. Frau O. hatte “nichts zu verbergen”.

Die Geschichte ist konstruiert. Aber sie ist realistisch. Opfer können nicht darüber berichten, weil sie nie erfahren, wie Fakten in falsche Zusammenhänge geraten. Entscheider werden ihre Methoden nicht offenlegen. Es gibt noch mehr Leute, die nichts zu verbergen haben.

Vom Gericht verurteilt wegen WhatsApp-Nutzung

Es begann mit einem Sorgerechtsstreit. Eine Mutter hatte ihrem 11-jährigen Sohn die WhatsApp-Nutzung erlaubt und akzeptierte damit – fahrlässig, ohne sie zu kennen – die AGB von WhatsApp. Dafür wurde sie jetzt verurteilt. Verteidigt hatte sie sich so: Die Kinder verstehen die Geräte ja zum Teil besser als die Eltern selbst.

Der Sohn verstößt durch die WhatsApp-Nutzung gegen Persönlichkeitsrechte Dritter. Die Mutter kennt den Verstoß nicht. Trotzdem haftet sie. Daher wurde sie vom Gericht zum Lernen von Medien-Kompetenz verurteilt.

Wegweisendes Urteil zur WhatsApp-Nutzung

Das Urteil wurde am 15.05.2017 beschlossen: Amtsgericht Bad Hersfeld Beschl. v. 15.05.2017, Az.: F 120/17 EASO

Der öffentliche Umgang mit WhatsApp oder Threema

Ein Beispiel: In einer Kita durften die Kleinen erstmals im Kindergarten übernachten – neu für die Kinder und für die Eltern. Um den besorgten Eltern eine einfache Informationsmöglichkeit zu geben, richtete der Kindergarten eine WhatsApp-Gruppe für die Eltern ein. Eine praktische Lösung, gut gemeint. Die Eltern wurden quasi zur Mitgliedschaft gezwungen – ohne Diskussion über die Bedenken gegenüber WhatsApp. Threema wurde, bei gleicher Eignung und besserer Sicherheit, nicht erwähnt.

Noch ein Beispiel: Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunksender hält engen Kontakt mit seinen Hörern, beteiligt sie mit Umfragen, Hörer-Geschichten, Gewinnspielen etc. Angeboten werden mehrere Kommunikationswege: Eine eigene App des Senders, E-Mails, Telefon und – ebenfalls ohne Diskussion – WhatsApp. Threema wird nicht als Alternative angeboten.

Ich wünsche mir Problembewusstsein

Es geht nicht darum, welcher Messenger die besseren Funktionen hat. Das ist im Fluss, beide werden laufend weiterentwickelt, die Unterschiede bei den Funktionen werden immer geringer. Und Diskussionen über Art und Anzahl der Emojis finde ich überflüssig. Es geht darum, das Problembewusstsein für die Privatsphäre zu entwickeln, für die eigene (das mag jeder für sich entscheiden) und für die von Dritten, die in den Kontakten gespeichert sind und die WhatsApp aus guten Gründen ablehnen.

Reden sie darüber, z.B. in diesen Situationen:

  1. Passiv – wenn ein Jubelnutzer Sie zu WhatsApp “bekehren” will,
  2. Aktiv – wenn Sie mit jemand kommunizieren möchten, aber nicht über WhatsApp.

Ich wünsche mir, dass WhatsApp nicht so unkritisch bejubelt wird. Wir erleben Empfehlungen in der Öffentlichkeit und von vertrauenswürdigen Personen und Institutionen im eigenen Umfeld. Die Empfehlungen lassen den Eindruck entstehen, dass dieser Messenger “sauber” ist: “Wenn die das nutzen, muss ich mir keine Gedanken machen”. Verständlich, aber falsch und nicht tolerierbar.

Ich wünsche mir, dass Nutzer mit Problembewusstsein sich WhatsApp verweigern und stattdessen die Standard-Kommunikation wählen (Telefon, SMS, E-Mail, Foren, persönliche Treffen). Oder den Messenger Threema, der ähnlich komfortabel, aber viel sicherer ist. Das ist vielleicht die einzige Chance, mit Jubelnutzern ins Gespräch zu kommen und zum Mitdenken zu bewegen.

Und ich bleibe bei meiner Forderung:
WhatsApp-Jubelnutzer, lösch mich!
Weil es dabei um meine Privatsphäre geht, über die niemand sonst zu bestimmen hat: WhatsApp-Jubelnutzer haben mein Einverständnis nicht, und WhatsApp schon gar nicht.


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Fragen Sie WhatsApp-Jubelnutzer

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