Das neue Android One Smartphone ist nützlich und ich bin hoch zufrieden. Trotzdem würde ich es nicht jedem empfehlen.

Android One Smartphone

Das neue Android One Smartphone im Vergleich zum Auto

Ich wage mal den Vergleich zwischen Smartphone und Auto. Für meinen Stadtverkehr brauche ein Auto, das in Parklücken passt. Mit einem Sportwagen (so schnell, wie ein “Gamer” sein Smartphone braucht) würde ich kaum Zeit sparen. Für einen Transporter (wie ein Smartphone mit Monster-Speicher für endlose Videos) bräuchte ich Doppelparkplätze, auch wenn der Wagen leer ist. Für gelegentliche Reisen genügt mir das entspannte “Mitschwimmen” im Verkehr. Mein Bedarf ist also in der “unteren Mittelklasse”.

Was ich nicht brauche: In Düsseldorf auf der Kö sehe und höre (!) ich immer wieder mal getunte Sportwagen, die zwischen den Ampeln ihre Beschleunigung und den Auspuffsound vorführen “müssen” – überflüssiges Imponiergehabe. Ich bin kein “Early Adopter”, der immer das aktuellste / größte / schnellste oder anders ausgefallenste Smartphone zum Vorzeigen braucht. Das neue iPhone XS Max für 1600 Euro passt nicht in mein Beuteschema.

Early Adopter könnten mit einem Android One Smartphone kaum angeben, es ist zu “normal”.

Warum ich zum Android One Smartphone wechselte

Nach diesem Auto-Vergleich fallen für mich nur die Highend-Geräte mit dem Alleinstellungsmerkmal “Luxus-Preis” raus. Über die anderen muss ich nachdenken.

Android sollte es sein, damit ich mit mehr Anwendern und Seminarteilnehmern “kompatibel” bin, der Android Marktanteil liegt zwischen 85% und 90%. Warum nun Android One?

Bisher hat man es so hingenommen. Man kaufte ein Smartphone mit einer aktuellen Android-Version. Der schnelle Modellwechsel und die Weiterentwicklung des Betriebssystems führte dazu, dass das immer noch ziemlich junge Smartphone ein relativ altes Betriebssystem hatte. Es funktionierte nach wie vor. Aber war es noch so sicher wie die neuen Geräte? Verpasste man attraktive Apps oder Funktionen?

Apple hat weiter entwickelte iOS-Versionen auch für ältere iPhones verteilt. In der Apple-Plattform “lästerte” man über die schnelle Veraltung bei Android. iPhones sind zwar in der Anschaffung deutlich teurer als Android-Geräte, aber der Wertverlust war auch geringer. Apple konnte diese Strategie fahren, weil Apple der einzige Hersteller mit dem iOS-System ist. Apple hat diese enge Bindung schon missbraucht, Akkus “vorzeitig altern” lassen und die Nutzer zum Wechsel gezwungen.

Google hat das bisher für die unterschiedlichen Hersteller nicht so koordiniert. Seit Anfang dieses Jahres wird das Android One Smartphone als Konzept bekannter. Ich fasste in einem Beitrag zusammen, was ich dazu las:

Ein Android One Smartphone ist seitdem meine Bedingung.

Generell überzeugt mich das Konzept, weil ich mein Smartphone länger nutzen kann, wenn es “aktuell” bleibt. Bisher war die Aktualität der Android-Version viel kürzer als die technische und die wirtschaftliche Lebensdauer. Das war besonders ärgerlich, wenn das Smartphone durch pfleglichen Umgang durchaus noch “gut” war.

Speziell gefällt mir das Konzept, weil ich in meinen Seminaren so länger auf dem aktuellen Stand mit meinen Teilnehmern bin.

Obwohl das Android One Smartphone bezüglich der Aktualität mit Apple gleichzieht, wird es für Apple-Nutzer wohl keine ernsthafte Alternative. Das Image fehlt ihm, es ist ja “nur” ein Android.

Berichte über das Android One Smartphone

Im Highend-Bereich gibt es (noch?) kein Android One Smartphone und keine Berichte. Angebote gibt es nur bei den Geräten, die heute als “Einsteigergeräte” bezeichnet werden. Mir gefällt diese Bezeichnung nicht. Was heute ein Einsteigergerät ist, war vor ein oder zwei Jahren Mittelklasse oder gehobene Mittelklasse.

Die Technik hat sich viel schneller entwickelt als der Bedarf und die Kenntnisse der Anwender. So ist jedenfalls mein Eindruck aus meinen Seminaren, aus meinem persönlichen Umfeld und bei mir selbst. Die Konsequenz daraus ist: Heutige “Einsteiger”-Geräte sind für einen sehr großen Teil der Anwender eine völlig ausreichende Wahl.

Testberichte orientieren sich stark an “Benchmarks”. Das sind technische Messmethoden, die dezimalstellengenau alle Funktionen des Testgeräte miteinander vergleichen und die Geräte in eine Rangfolge einordnen (Ranking). Die Tests orientieren sich am Angebot der Vergleichsgeräte, nicht am Bedarf der Nutzer. Journalistische Tester orientieren sich auch daran und an den Testgeräten, die die Anbieter ihnen zur Verfügung stellen. Meistens sind das Highend-Geräte. Nach meiner Einschätzung entstehen so verschobene Maßstäbe, die nicht mehr “anwendernah” sind.

Lesenswert sind Erfahrungsberichte von Nutzern, z.B. bei Amazon. Die meisten benutzen die Geräte, über die sie berichten. Ich lese die Berichte durchaus kritisch. Manche Schreiber kennen sich aus, manche wollen vielleicht den eigenen Namen lesen oder ihre Wahl vor irgendwem rechtfertigen. Einige Bewertungen sind wohl auch “gekauft”; das erkennt man aber an schwammigen Äußerungen. Informativ finde ich erlebte Details – positiv oder negativ.

Das Android One Smartphone kommt in den Erfahrungsberichten noch relativ selten vor, aber es wird mehr.

Immer wieder lese ich von positiven Überraschungen. Erst war das Android One Smartphone als Übergangslösung oder als Zweithandy gedacht, dann wurde es aus Überzeugung zum “Lieblingsgerät”.

Details zum Android One Smartphone: Xiaomi Mi A2 Lite

Ich habe viel gelesen und verglichen, Technik, Erfahrungen und Preise. Herausgekommen ist für mich das chinesische Android One Smartphone: Xiaomi Mi A2 Lite. In enger Wahl hatte ich von Xiaomi das A1 und das A2 sowie von Nokia das Nokia 6.1 (2018).

Ich prüfte unter anderem diese Angebote bei Amazon:

Nach mehreren Android-Smartphones weiß ich ziemlich genau, was ich nicht benötigt habe. Was auf uns zu kommt, kann ich nur ahnen. Wenn die Hardware einigermaßen stimmt, sind “ganz neue” Anwendungen vermutlich von neuen Apps abgedeckt, weniger von der Hardware.

Meine Erwartungen hängen natürlich vom bisherigen Gerät ab, dem Samsung Galaxy J5 (2016). Das funktioniert noch gut, aber für die Seminare soll es nicht “zu alt” sein.

Im Einzelnen:

  • Die Größe des Displays wächst, das ist der Trend. Das Gehäuse ist zum Glück nicht gewachsen, mein Transportkomfort leidet nicht darunter.
  • Der interne Speicher ist von 16GB auf 32GB gewachsen. Das sollte reichen. Der Arbeitsspeicher ist größer als bisher, der Prozessor viel stärker.
  • Für den Sperrbildschirm gibt es den Fingerabdruck-Sensor, wirklich komfortabel.
  • Dual SIM + Speicherkarte: Die Slots sind die gleichen wie beim J5: Zwei SIM-Karten und eine MicroSD-Karte, keine Einschränkung. Wer die Schubladen-Nadel verliert, biegt eine Büroklammer auf.
  • Der Akku ist zwar nicht austauschbar (das gibt es kaum noch), aber er hat eine “fette” Kapazität von 4000 mAh.
  • NFC (z.B. Bezahlen per Smartphone) geht nicht. Aber bisher hatte ich diese Funktion wegen Sicherheitsbedenken auch immer deaktiviert.
  • Ladeanschluss Micro-USB, ich kann die gleichen Kabel und Ladegeräte weiter benutzen, er ist nicht ganz so modern wie andere Modelle.
  • LTE habe ich bisher nicht benutzt, aber das neue Android One Smartphone ist die “globale Version” mit LTE 800 für ländliche Gebiete und LTE 900 für besseren Indoor-Empfang.
  • Gewährleistung ja, in Deutschland gekauft. Garantie? Mir ist keine deutsche Service-Stelle bekannt.
  • Keine Bedienungsanleitung, das ließ mich erst zögern. Ausweichlösung: Zum Vorgängermodell (sehr ähnlich) gibt es eine englische Anleitung, zu vergleichbaren Modellen von Nokia gibt es deutsche Anleitungen. Das und die Internet-Suche genügen mir.
  • Standard-Design: viereckiger “Barren”, mehr oder weniger groß, mehr oder weniger dick. Manche mögen die Notch, manche nicht, mir ist sie egal.
  • Der Zeitpunkt: Ich war nicht gezwungen, jetzt zu kaufen. Abwarten wollte ich den Preisverfall nach meiner Viertelregel. Ich wollte aber nicht zu lange warten, damit Googles Update-Garantie ab Markteintritt für mich noch möglichst lange gilt.
  • Der Preis war extrem günstig, vielleicht eine Art “Zitterprämie” für das fehlende Handbuch und den fehlenden deutschen Service.

Sehr zufrieden mit dem Android One Smartphone Xiaomi Mi A2 Lite

Nutzungserfahrungen habe ich damit noch nicht viele, ich bin noch bei der Einrichtung. Die ersten Eindrücke sind absolut positiv. Der Wechsel von der Samsung-Bedieneroberfläche unter Android 7 zum puren Stock Android unter Android 8 ist völlig unproblematisch. Bisher hätte ich nur ein Mal ins Handbuch gesehen (wie sind Screenshots zu machen?); die Antwort fand ich aber problemlos im Internet.

Was für mich optimal ist, kann für Sie nur ein Denkanstoß sein. Ich möchte noch keine unbedingte Kauf-Empfehlung geben, weil die deutsche Anleitung und der deutsche Service fehlen. Jeder muss für sich abwägen, ob er damit leben will. Die Qualität der Xiaomi-Smartphones wird fast ausnahmslos hoch gelobt.


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