DSGVO – gut gemeint ist nicht gut gemacht

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Die EU-DSGVO (EUeuropäische DatenSchutz-GrundVerOrdnung nervt mich, obwohl sie meine Privatsphäre, meine “digitale Intimsphäre”, schützen soll.

DSGVO  Fleischerei

Die Metzgerei WALTER – GENUSS.FLEISCHEREI – in Düsseldorf hat die DSGVO so verstanden und umgesetzt. Der Screenshot zeigt die Ergebnisse meiner Suchmaschine – viele Kunden hielten das für erwähnenswert.

Das ist der Text des Aushangs:

DSGVO Datenschutz-Grundverordnung
Achtung!

In unserer Fleischerei fragen wir Sie manchmal nach Ihrem Namen und merken uns, welches Fleisch Ihnen am liebsten ist. Wenn Ihnen das nicht recht ist, rufen Sie beim Betreten der Fleischerei laut: ICH BIN NICHT EINVERSTANDEN!! Wir werden dann künftig so tun, als würden wir Sie nicht kennen.”

Was die DSGVO soll und was sie bewirkt

Artikel 1 Absatz 1 DSGVO: “Diese Verordnung enthält Vorschriften zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Verkehr solcher Daten.”

Lt. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet sie “Lösungen zu Fragen, die sich durch ‘Big Data’ und neue Techniken oder Arten der Datenverarbeitung wie Profilbildung, Webtracking oder dem Cloud Computing für den Schutz der Privatsphäre stellen.” Der Hinweis auf ‘Big Data’ lässt vermuten, dass die großen Internetfirmen wie Google, Apple, Facebook, Amazon (“GAFA”) & Co. “gezügelt” werden sollen.

Die Regeln der DSGVO gelten aber auch für kleine und kleinste Unternehmen, Vereine etc. Das führt zu absurden Situationen, die die “kleinen” Datenverarbeiter z.T. fachlich und bürokratisch überfordern. Kein Wunder, dass auch Profiteure die entstandene Unsicherheit z.B. mit Abmahnungen für sich missbrauchen wollen.

Die DSGVO nervt und produziert Risiken

Mich nervt täglich vielfach der Cookie-Hinweis, wenn ich neu auf eine Webseite komme. Manchmal ist es ein unauffälliger Zweizeiler im Fuß einer Webseite, manchmal wird die ganze Seite vom Cookie-Hinweis zugedeckt, z.B. wie hier:

DSGVO Cookies

Meine Kritik geht nicht gegen die PC-Welt, die setzt die DSGVO nur konsequent um. Ich beanstande, dass die DSGVO den Datenschutz-Hinweis überhaupt “erzwingt”. Ich kann nur zustimmen, nichts ablehnen. Das ist so, als wenn ich auf der Straße bei jedem Verkehrszeichen unterschreiben müsste, dass ich die Straßenverkehrsordnung kenne. Damit ist der Hinweis überflüssig wie ein Kropf.

Ich habe Bedenken wegen meines eigenen Verhaltens. Weil der Cookie-Hinweis so oft erscheint, klicke ich ihn jedes Mal weg, ohne ihn zu lesen. Was ist, wenn ein “böser” Webseitenbetreiber auf diese Routine spekuliert und z.B. eine unerwünschte Abo-Bestellung im Cookie-Hinweis versteckt? Oder etwas anderes Kriminelles?

Ein sehr lesenswerter Artikel dazu

2018: Das Jahr, in dem die Menschen begannen, den Datenschutz zu hassen (und die EU gleich mit)

EU-Bürokratenkram, nicht zuende gedacht. Und GAFA amüsiert sich vermutlich. Die haben ausreichend viele Rechts-, Steuer- und IT-Spezialisten, um ihre Machtausweitung und Steuervermeidung nicht wegen der “digitalen Intimsphäre” ausbremsen zu lasssen.


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