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Die neue SIM-Karte einsetzen

Die neue SIM-Karte ist da

Ein neuer Mobilfunkvertrag bringt eine neue SIM-Karte mit. Eigentlich kein Problem. Aber im Detail ist es doch komplizierter als gedacht.

Wozu die SIM-Karte nötig ist? Sie ist eine Art Ausweis für das Smartphone. Das Gerät verbindet sich über die SIM-Karte mit den Mobilfunkmasten im Telefonnetz. Damit wird es für Anrufer erreichbar und der Provider kann die Gebühren abrechen. SIM ist die Abkürzung von „Subscriber Identity Module“ und bedeutet „Teilnehmer-Identitätsmodul“.

Die neue SIM-Karte hat nichts mit Datenspeicherung zu tun. Dafür ist die MicroSD-Karte zuständig.

„Kommen Sie doch kurz zu mir, dann machen wir das eben“, hatte ich einem Bekannten vorgeschlagen. „Und bringen Sie bitte das Smartphone mit, die neue SIM-Karte und das Begleitschreiben.“

Der Slot für die neue SIM-Karte

Das Smartphone ist ein Motorola, das ich nicht aus eigener Anschauung kenne. „Haben Sie die Anleitung mitgebracht?“ Fehlanzeige, es gibt gar keine Anleitung. Dann muss es auch so gehen.

Rückwand öffnen war der erste Ansatz. Geht nicht. Also muss es irgendwo eine kleine „Schublade“ oder ein Slot an einer Seite sein. OK, da kann man mit dem Fingernagel reinhaken. Eine feine Kappe aufhebeln. Zwei Slots (Steckplätze) mit winzig kleiner Beschriftung. Weil die beiden Slots eine ähnliche Größe haben, ist eine Verwechselung leicht möglich. Gut, dass ich eine Lupe griffbereit habe. Aha, der obere Slot ist für die SIM-Karte, der untere für die MicroSD-Karte.

Die neue SIM-Karte

Verbreitet sind heute drei Formate für SIM-Karten. Die Standard SIM-Karte ist das älteste Format. Kleiner ist die Micro SIM, das schafft Platz im kleinen Gehäuse des Smartphones. Die kleinste ist die Nano SIM, die immer häufiger eingesetzt wird. Irgendwann zukünftig wird es die eSIM geben („embedded SIM“), die fest ins Smartphone eingebaut ist.

Die neue SIM-Karte ist normalerweise nicht an ein Gerät gebunden, sondern an den Nutzer. Der Provider kann also nicht wissen, welches Format das Smartphone braucht. Um Verwaltungs- und Versand-Aufwand gering zu halten, nutzt er eine geschickte Lösung.

Alternative Größen für die neue SIM-KarteEr liefert eine „Full-Size-SIM“ in der Größe einer Scheckkarte mit nur einem Chip. So etwa sieht eine Full-Size-SIM aus, daneben die herausgebrochenen Kartenformate. Der Chip ist von Sollbruchstellen umgeben. Jeder Nutzer kann die Sollbruchstelle wählen, die zu seinem Smartphone passt. Der Chip ist also immer der gleiche, nur der umgebende Plastikrahmen kann breiter oder schmaler sein.

An der richtigen Stelle „rausbrechen“, fertig.

Welches Format für dieses Smartphone?

Aber was ist die richtige Stelle? Die Full-Size-SIM zeigt nur eine gut erkennbare Sollbruchstelle zur Standard-SIM. Die Sollbruchstellen zu den kleineren Formaten sind so fein, dass man sie fast nicht erkennt.

Welche Kartengröße muss ich herausbrechen? Der Tipp des Providers: Erst die größte Standard SIM-Karte herausbrechen. Wenn die zu groß ist, die nächst kleinere und wieder probieren. In diesem Fall passte die mittlere Micro SIM.

Die Einbau-Richtung der Karten

Wie muss die neue SIM-Karte in den Slot? Der Chip nach oben oder unten? Die abgeschrägte Ecke nach innen oder außen? Bei diesem Slot kann ich es nicht erkennen.

Manche Smartphones machen es leicht, z.B. mein Samsung (mit Slots für zwei Nano-SIM und eine MicroSD). Die Profile für den Einbau der Karten sind unmissverständlich vorgegeben:
Die neue SIM-Karte und MicroSD-Karte einbauen

Es gibt sogar Smartphones mit „Hybrid“-Slots. Diese Slots sind so ausgestattet, dass sie wahlweise eine SIM- oder eine MicroSD-Karte aufnehmen können.

Anders bei diesem Motorola. Ein vorbereitetes Profil ist nicht erkennbar.

Ich hätte jetzt das Handbuch herunterladen können. Das Modell steht wie üblich nicht auf dem Gehäuse, lässt sich aber so herausfinden:

Einstellungen > Geräteinformationen > Modellnummer

Ich suchte stattdessen im Internet mit „Motorola SIM-Karte“ und fand ein passendes YouTube-Video. Der Autor hatte offensichtlich ähnliche Fragen wie ich. Das Video zeigte eindeutig die Anordnung der SIM-Karte.

Jetzt war der Einbau klar. Karte einlegen, mit dem Fingernagel hineindrücken, Kappe wieder schließen, fertig. Jetzt muss sie nur noch auf der Webseite des Providers freigeschaltet werden, dann ist das Smartphone betriebsbereit.

Was passieren kann

Falls man eine zu kleine Karte herausgebrochen hat, kann man sie wieder „vergrößern“. Man klemmt sie in den nächst größeren herausgebrochenen Rahmen (oder einen Adapter) und fixiert sie zur Sicherheit mit einem Tesastreifen. Adapter gibt es im Telefonshop oder beim Elektronik-Discounter, sie sind nicht an Anbieter gebunden. Mit dieser Technik kann man die SIM-Karte auch in ein anderes Smartphone übernehmen. Notfalls hilft auch der Provider und liefert bei Bedarf eine neue SIM-Karte mit der gleichen Rufnummer, vermutlich gegen Gebühren.

Wenn man hier unsauber arbeitet, kann das aufwändig werden. Ich habe mir erzählen lassen, wie jemand eine zu kleine SIM-Karte in einen größeren Slot gesteckt hat und die nicht wieder entfernen konnte: Versenden, drei Wochen Werkstattaufenthalt und ca. 100 Euro Reparaturkosten.

Werfen Sie die „Plastikreste“ nicht weg. Oft sind hier die Telefonnummer, die PIN und die PUK (oder Super-PIN) aufgedruckt. Manchmal stehen diese Daten auch im Begleitschreiben (unter einer Rubbelfläche). Aber nicht immer, dann ist die Full-Size-SIM die einzige Informationsquelle.

Persönliche Empfehlung: Schreiben Sie die PUK bzw. Super-PIN auf einen Zettel, den Sie im Portemonnaie aufbewahren. Dann können Sie im Notfall unterwegs das Smartphone wieder freischalten, wenn es nach dreimaliger falscher PIN gesperrt wurde. Portemonnaie, nicht Smartphone; die Speicherung im gesperrten Smartphone würde Ihnen nichts nützen.

Viel Erfolg mit der SIM-Karte Ihres neuen Vertragspartners!

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