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Die „Drosselung“ beim Mobilfunk-Tarif

Drosselung – von 250 zum Stillstand

DrosselungSmartphone-Nutzer wundern sich gelegentlich, wenn sie ohne erkennbaren Grund plötzlich nicht mehr ins Internet kommen. Eine Ursache könnte die Drosselung sein. Viele wissen nichts von der Drosselung – nicht einmal ob sie selbst eine haben. Sie ist nicht „geheim“, sie wird sogar mit Zahlen präzise definiert. Aber sie ist meist im „Kleingedruckten“ unter einem Info-Gestrüpp verborgen. Ihre Auswirkung wird zwar (gelegentlich) deutlich erlebt, aber oft wird der Tarif nicht als Ursache erkannt.

Die scheinbar harmlose Klausel „Highspeed-Surfen bis 500 MB, danach bis zu 56 Kbit/s“ wird erst durch Umrechnung deutlich:

  • Vor der Drosselung gibt es Highspeed, das interpretiere ich als „komfortale“ Geschwindigkeit „HSPA“ mit 14,4 MBit/s, ähnlich wie im Festnetz-DSL. Diese Geschwindigkeit gilt für die Datenmenge bis 500 MB pro Monat, wenn die verbraucht ist, wird gedrosselt.
  • Nach der Drosselung sind nur noch 56 KBit/s möglich, das ist die langsamste Internet-Geschwindigkeit „GPRS“.
  • Der „Werbetrick“ liegt in den Maßeinheiten: 1 MBit sind 1024 KBit. Highspeed HSPA leistet demnach 14.745 Kbit/s, das ist mehr als 250 Mal so schnell wie GPRS nach der Drosselung.

Für einen Sportwagenfahrer auf der Autobahn wäre das vergleichsweise wie eine Vollgasfahrt, die durch eine Vollsperrung plötzlich gestoppt wird.

Nicht alle Smartphone-Nutzer erleben die Drosselung, z.B. weil sie andere Abrechnungs-Bedingungen haben oder weil sie das Internet weniger als vereinbart nutzen.

Drosselung gibt es nur im Datentarif

Der Datentarif gilt für den Transport von Daten durch das Internet, z.B. beim Surfen. Berechnungsgrundlage sind die Datenmengen, gemessen in Megabyte (MB). Für Telefonieren und SMS gilt der Sprachtarif, um den geht es hier nicht. Mehr Details zu den Tarifen gibt es bei den Tarifmerkmalen:

Drosselung als Teil des Volumentarifs

Für den „kleinen“ Internet-Bedarf ist die Einzelabrechnung geeignet: Der Nutzer zahlt für jedes „Datenpäckchen“, das er durch das Internet transportiert, einen festen Betrag, z.B. um 0,25 Euro pro MB. Diese Art der Abrechnung ist im Datentarif selten. Für den „großen“ Bedarf gibt es eine Flatrate. Eine „echte Flatrate“ ist eine pauschale Bezahlung für eine unbegrenzte Datenmenge. Dafür sind auch hohe Gebühren fällig, durchaus im mittleren zweistelligen Bereich pro Monat.

Drosselung gibt es nur beim Volumentarif

Zwischen dem kleinen und dem großen Bedarf liegt das Angebot der Volumentarife. Der Name deutet es an: Für ein definiertes Volumen, also eine begrenzte Datenmenge, ist pauschal ein fester Betrag zu zahlen. Eine Einzelabrechnung findet nicht statt, aber das Datenvolumen wird trotzdem gemessen. Sobald das verbrauchte Volumen die vereinbarte Grenze überschreitet, setzt die Drosselung ein. Das bedeutet, dass die Gebühren nicht weiter steigen, dass aber die Geschwindigkeit des Datentransports drastisch gesenkt wird. Wie groß das Volumen und die fällige Gebühr sind, wird vom Tarifanbieter (Provider) angeboten und kann vom Nutzer gewählt (oder abgelehnt) werden.

Drosselung macht eine so genannte Flatrate „unecht“

In der Werbung werden auch Volumentarife gern als „Flatrate“ bezeichnet. Die Begründung: Surfen ist weiterhin möglich; die Datenmenge ist unbegrenzt. Allerdings wird die verbleibende Geschwindigkeit durch die Drosselung so langsam und unkomfortabel, dass der Internet-Zugang praktisch unterbunden wird. Ich bezeichne das als „unechte Flatrate“.

Wenn Sie einen Mobilfunkvertrag auswählen, sollten Sie unbedingt auf die Drosselung achten, auch wenn die nicht plakativ angekündigt wird. Sie verbirgt sich gern hinter Formulierungen wie „Highspeed-Surfen bis 500 MB, danach bis zu 56 kbit/s.“.

Drosselung mittels App vermeiden

Es ist also wichtig, einen Überblick über das verbrauchte bzw. das verbleibende Datenvolumen zu haben. Aber genau da liegt das Problem. Beim Sprachtarif haben wir ein „Zeit-Gefühl“ dafür, ob wir kurz oder lang telefoniert haben; wir haben ein „Mengen-Gefühl“, ob wir wenige oder viele SMS geschickt haben. Wir können die Mengen sogar mit der Uhr messen oder mit einer Strichliste zählen.

Dieses Gefühl fehlt beim Datentarif. Wir haben keinen „eingebauten Sinn“ für Datenmengen. Im Internet-Tarif spielt die Zeit keine Rolle. Ob wir ein Foto 10 Sekunden oder 10 Minuten ansehen, macht keinen Gebühren-Unterschied. Uns fehlt das „Gefühl“, ob eine Webseite mehr Volumen verbraucht als eine andere und wie sie unser Rest-Volumen frisst.

DroidStats: Budgetkontrolle – Diese App ermöglicht es Ihnen, Ihre telefonierten Minuten, verschickte SMS und verbrauchten Daten im Blick zu halten, die für den Rest des Tarifmonats verbleiben.

Wenn Sie diese kostenlose App installieren, haben Sie jederzeit einen ziemlich genauen Überblick über Ihre Tarif-Nutzung. Wenn Sie im Laufe jedes Tarifmonats Ihr Verhalten darauf einstellen (oder auf einen besser passenden Tarif umsteigen), werden Sie nicht mehr von der Drosselung „überrascht“.

Viel Erfolg!

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