handverlesene Smartphones & Co
handverlesene Tarife
handverlesene Anleitungen, Bücher, Lesestoff

Die Drittanbietersperre schützt Ihre Telefonrechnung

Die Drittanbietersperre schützt gegen “digitale Taschendiebe”, die ohne Bestellung per Telefonrechnung kassieren. So aktivieren Sie den Schutz.

Die Drittanbietersperre wird nötig

Drittanbietersperre gegen "digitale Taschendiebe"Böse Überraschung: Die Handyrechnung enthält Positionen, die der Nutzer nie bestellt hat, die nicht einmal Leistungen seines Providers betreffen.

Was war passiert? Der Nutzer surfte im Internet oder benutzte eine (werbefinanzierte) App. Irgendwann klickte er auf eine Anzeige z.B. für Hintergrundbilder, Klingeltöne, Hausaufgabenhilfe, Spiele, Erotik-Flatrates oder die Ortung beliebiger Handys. Daraufhin empfing er eine SMS, die ihm einmalig für die Nutzung eines Premiumdienstes einen einstelligen Betrag berechnet. Oder dass er ein wöchentliches / monatliches Abo bestellt hat. Ein Preis war ihm nicht aufgefallen. Einen Button, der ihn zu Kauf / Bestellung / Zahlung verpflichtet, hat er weder gesehen noch getippt. Er wollte nichts bestellen, dafür will er natürlich nichts bezahlen.

Viele Fälle dieser Art landen als “Hilferuf” bei Verbraucherzentralen oder Anwälten, weil mit der Telefonrechnung Beträge eingezogen werden, die der Nutzer nicht veranlasst hat.

Schlechte Nachrichten in der Telefonrechnung

Der Betrag wird trotzdem über seine Telefonrechnung eingezogen. Wenn der Nutzer bei seinem Telefon-Provider reklamiert, fühlt der sich nicht zuständig und kann einfach an den fremden Anbieter verweisen. Der Provider leitet ja nur die Forderung eines “Dritten” weiter – wie ein unbeteiligter Bote. Er kassiert beim Nutzer und führt das Geld an den Dritten ab.

Der kriminelle “Dritte” hat sich in das Vertragsverhältnis zwischen Nutzer und Provider eingeschaltet. Er missbraucht das Abrechnungssystem zwischen den Vertragspartnern für seine Machenschaften. Der “Dritte” nutzt den Provider als “Inkassobüro”. Das wirkt sich beim Nutzer wie ein digitaler Diebstahl aus.

Wenn der Nutzer eine Adresse des “Dritten” findet und dort reklamiert, erfährt er per Textautomat, dass er einen Bestätigungsbutton getippt hat und / oder dass sein Fall geprüft wird, oder es gibt keine Reaktion. Sonst passiert nichts. Er bekommt keine Erstattung, evtl. werden weitere Beträge für das vermeintliche Abo eingezogen.

Die Beispiele funktionieren mit relativ kleinen Einzelbeträgen oder Abos. Sie gefährden nicht die die Existenz, sind aber lästig und ärgerlich. Die Kleinkriminalität findet “unter dem Radar” statt. Lohnt es sich, dafür den Rechtsweg zu beschreiten? Wie sind die Kosten und die Erfolgsaussichten?

Ist es überhaupt legal, dass Unbeteiligte sich in den Vertrag zwischen Nutzer und Provider einschalten?

WAP-Billing ist eine Zahlungsmethode ohne Drittanbietersperre

Was hier passierte, ist das so genannte “WAP-Billing”. “Billing” bedeutet Abrechnung, Fakturierung. WAP steht für “Wireless Application Protocol”, frei übersetzt: Abrechnung per Mobilfunk-Rechnung.

WAP-Billing ist eine Zahlungsmethode, weder gut noch böse. Wenn der Smartphone-Nutzer auf der Webseite eines Anbieters landet, erfährt die Seite die Telefonnummer mit Hilfe der SIM-Karte. Damit kann der “Drittanbieter” den Provider zum Inkasso per Telefonrechnung benutzen.

Zum Beispiel beim Parken. Manche Kommunen wollen den Umgang mit Bargeld vermeiden. Sie setzen Parkscheinautomaten ein, die anstelle von Bargeld nur noch die Zahlung per Smartphone akzeptieren. Andere WAP-Billing-Angebote sind z.B. die Bezahlung von Bus- und Bahn-Tickets oder von Apps.

Wenn der Nutzer WAP-Billing wählt und die Leistung, den Preis und die Zahlungsmethode kennt, ist das legal und bequem. Erst wenn der Anbieter den Nutzer täuscht und ohne dessen Einverständnis kassieren will, ist das illegal.

Button-Lösung plus Drittanbietersperre

Der Online-Handel funktioniert über Webseiten oder Apps. Bei der Bestellung verpflichtet sich der Besteller zur Zahlung, indem er auf eine “Schaltfläche” bzw. einen “Button” klickt oder tippt.

Um die Verbraucher gegen kriminelle Kostenfallen zu schützen, führte der Gesetzgeber das per 01.08.2012 die so genannte “Button-Lösung” ein (§ 312j BGB). Wenn die Bestellung über eine Schaltfläche erfolgt, gehört es zu den Pflichten des Unternehmers, dass

“die Schaltfläche gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern „zahlungspflichtig bestellen“ oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet ist”.

Die Button-Lösung sichert den Rechtsweg.

Wer sich auf die Buttonlösung verlässt, ist vielleicht schon zu gutgläubig. Wenn es ein solches Gebot gibt, gibt es immer welche, die sich nicht daran halten. Was der Geschädigte tun kann, wenn “es” passiert ist, beschreibt die WeLT im Artikel “Abzocke per WAP-Billing – Darum sollten Sie Ihre Handy-Rechnung kontrollieren”.

Damit es nicht zum Rechtsweg kommen muss

Besser wäre es, wenn es nicht erst zum Missbrauch kommt. Dafür gibt es die Drittanbietersperre: Nutzer sperren unberechtigte Dritte aus ihrem Mobilfunkvertrag aus. Sie verbieten allen Dritten den Zugriff.

Wer die Drittanbietersperre aktiviert, muss auf den Komfort der Smartphone-Zahlung nicht verzichten. Seriöse Anbieter bieten auch andere Zahlungsmethoden als WAP-Billing an, z.B.

  • Bankeinzug bei der Bahn und anderen Verkehrsgesellschaften,
  • PayPal bei Ebay- und anderen Internet-Shops,
  • NFC an entsprechend ausgestatteten Kassen im Einzelhandel.

So richten Sie eine Drittanbietersperre bei Ihrem Mobilfunkanbieter ein

Die Drittanbietersperre gehört zur Basis-Einrichtung: SIM-Karte, WLAN, Google-Konto, Zubehör.

Ob Sie eine Drittanbietersperre einrichten, müssen Sie abwägen. Der Parkplatznutzer wird sie vielleicht nicht einrichten. Die Großmutter, die schon mal ihrem Enkel oder ungeübten Nutzern das Smartphone überlässt, sucht eher den Schutz.

Die Drittanbietersperre soll Ihren Vertrag vor ungewollten Kosten schützen; das betrifft nicht Ihre Hardware. Sie ändern daher nicht die Einstellungen Ihres Smartphones. Sondern Sie verwalten den Vertrag bei Ihrem Provider. Das Ergebnis wird in Ihrer SIM-Karte gespeichert.

Die Provider sind darauf eingestellt, dass die Nutzer diese Einstellung selbst ohne große Bürokratie vornehmen können. Dafür hat Ihr Provider z.B. ein “Kundencenter” oder “Kundenportal” oder ähnlich eingerichtet. Jeder Provider hat eine eigene Verwaltung programmiert, alle Lösungen unterscheiden sich im Detail. Wenn Sie damit Probleme haben, hilft Ihnen (hoffentlich) die Hotline Ihres Providers.

Die Grundzüge sind ähnlich. Darum beschreibe ich hier als Beispiel meine Vorgehensweise.

Drittanbietersperre bei 1&1

Mein Provider ist 1&1. Die Drittanbietersperre war bei meinem Vertrag bereits aktiviert, ich hätte sie deaktivieren können. Diese sichere Standardeinstellung gefällt mir. Zusätzlich lassen sich Premium-SMS und Premium Kurzwahl deaktivieren. Das sind lt. 1&1 “verkürzte Wählzeichenfolgen mit denen Sie über Ihr Mobilfunkgerät kostenpflichtige Dienste bestellen, bezahlen und nutzen können”.

Günstige All-Net-Flat bei 1&1

Ich prüfte und sperrte meine SIM-Karte gegen mobiles Bezahlen, Premium-SMS und Premium Kurzwahl. Meine Überlegung: Wenn ich Drittanbieter ausschließe, brauche ich sie auch nicht per Kurzwahl zuzulassen. Der Ablauf:

  • Im Browser Webseite des Providers aufrufen: 1und1.de.
  • Klicken auf: Kundenshop & Login.
  • Einloggen mit: Nutzername und Passwort Login (das führt zur: Startseite).
  • Auf Register “Vertrag” klicken (öffnet die Seite “Vertrag”).
  • Im Menü links klicken auf “Einstellungen & Services” (zeigt im großen Fenster rechts diverse Einstellungs-Möglichkeiten).
  • Klicken auf: “SIM-Karten-Dienste” (öffnet rechts weitere Unterpunkte im Menü).
  • Klicken auf: “Datendienst Mobiles Bezahlen” (zeigt “Mobiles Bezahlen (WAP-Billing): Aktivieren / Deaktivieren”).
  • Klicken auf: “Deaktivieren” und Speichern.
  • Klicken auf: “Premiumdienste” (zeigt “Premium-SMS: Aktivieren / Deaktivieren” und “Premium Kurzwahl: Aktivieren / Deaktivieren”).
  • In beiden Zeilen: Klicken auf “Deaktivieren” und “Speichern”.
  • Klicken auf: Logout (das beendet die Sitzung).

Alternativ hätte ich auch die App 1&1 Control-Center installieren und nutzen können.

Drittanbietersperre bei anderen Providern

Hinweise, wie Sie die Drittanbietersperre bei anderen Providern einrichten, finden Sie bei connect im Artikel “Drittanbietersperre einrichten bei Telekom, Vodafone, O2 & Co.”

Kontakt

Bitte kommentieren Sie diesen Artikel unter “Leave a Reply”.
Sie möchten bei neuen Artikeln eine unverbindliche Info?
Sie haben Fragen, Wünsche oder Vorschläge? Bitte hier.

Print Friendly, PDF & Email

Leave a Reply

  

  

  

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

zum Seitenanfang

Kontakt wegen Privatstunden Kontakt leicht gemacht

Impressum | Datenschutzerklärung | Login