Strichcodes sind bekannt, schwarzweiße Quadrate kommen immer mehr. Die Smartphone-Apps QR Code Reader und barcoo erkennen die Codes, gehen aber ganz unterschiedlich damit um – ein Vergleich.

Barcode und QR Code erleichtern die Arbeit

Der Barcode war zuerst da

Den Barcode (auch Strich- oder Balkencode genannt) kennen Sie z.B. von der Kasse im Supermarkt. Er kennzeichnet Waren mit einer eindeutigen Artikelnummer. Die wird als Barcode verschlüsselt und auf die Ware gedruckt. Beim Kassieren wird der Barcode vom Scanner (mit dem roten Lichtstrahl) gelesen. Der Computer liefert den Preis für diese Artikelnummer, das Ergebnis erscheint auf dem Kassenzettel.

Das Verfahren hat mehrere Vorteile. Die Kennzeichnung der Waren ist ganz eindeutig, es kann keine Verwechselungen geben. Die Mitarbeiter an den Kassen müssen keine Preise und deren Veränderungen mehr auswendig lernen. Das Kassieren wird schneller und sicherer.

Der Barcode ist nicht geheim, sondern er wird nach international standardisierten Verfahren erzeugt und entschlüsselt. Allerdings kann er praktisch nicht mit dem Auge entschlüsselt werden. Er braucht er ein Lesegerät, d.h. er ist “maschinenlesbar”. Er wird seit ca. 50 Jahren eingesetzt.

Der QR Code ist eine Weiterentwicklung

Der QR Code ist eine Weiterentwicklung des Barcodes. “QR” ist die Abkürzung von “Quick Response” (englisch) und bedeutet “schnelle Antwort”. Er kam etwa 25 Jahre später.

Weil er zweidimensional ist, kann der QR Code viel mehr Informationen speichern. Er ist “robuster” als der Barcode. Selbst wenn ein Teil des gedruckten Codes beschädigt wird, kann er meistens noch sicher erkannt werden.

Der QR Code ist noch vielseitiger

Grundsätzlich kann jeder Inhalt codiert und wieder decodiert werden, wenn er aus Buchstaben, Ziffern, Zeichen besteht.

Zunächst wurde auch der QR Code in der Logistik eingesetzt. Weitere Bereiche kamen dazu. Beispiele: Telefonnummern, Anschriften, Texte, Visitenkarten, WLAN-Zugangsdaten, Geo-Daten, Internet-Adressen, Werbung, Ausweispapiere.

Was die Kasse kann, kann das Smartphone auch

Für diese Beschreibung benutze ich als Beispiele die Codes im Bild oben: links ein Barcode auf einer Lebensmittel-Verpackung, in der Mitte und rechts QR Codes mit einer Internet-Adresse und einem Text. Übrigens: Die QR Codes habe ich im Internet selbst erzeugt. Das ist keine Geheimwissenschaft, diesen Service kann jeder nutzen.

Die Kamera ist Standard beim Smartphone. Mit zusätzlichen Apps kann es QR Codes und Bar-Codes auswerten. Im ersten Schritt fotografiert die Kamera den Code. Im zweiten Schritt wertet die App das Foto aus.

Beide Apps “QR Code Reader” und “barcoo” können mit Barcode und QR Code umgehen. Sie unterscheiden sich wesentlich in der Art der Auswertung. Beide Apps können jeden der Codes entschlüsseln / dekodieren. “barcoo” geht einen Schritt weiter und kann einen Befehl ausführen, der im Code enthalten ist.

Die App “QR Code Reader” dekodiert

Wer den QR Code Reader für Barcode oder QR Code nutzen will, fotografiert den Code mit dem Smartphone.

  • App aufrufen
  • Kamera auf den Code richten und still halten.
  • Foto und Analyse erfolgen automatisch (ohne weiteres Zutun). Angezeigt werden das Foto, der erkannte Code, die “Übersetzung” des Codes und drei Befehlssymbole für
    • Produktsuche: Link ins Internet
    • Im Web suchen: Abfrage, mit welchem Browser es weitergehen soll, danach ebenfalls Link ins Internet
    • Senden: Auswahlfeld für die installierten Sendemöglichkeiten wie Browser-Lesezeichen, E-Mail, Messenger, Kalender, Nachrichten etc.

Dieser Ablauf und das Verhalten der App sind in allen Situationen einheitlich, bei Barcode und QR Code, bei Waren, Adressen und Texten.

Die Erkennung erfolgt also automatisch. Danach kann der Nutzer entscheiden, ob man eine weitere Verarbeitung auslösen will. Die Befehle (z.B. Links) sind zwar vorbereitet, werden aber nicht ohne die Entscheidung des Nutzers ausgeführt.

Ich wollte wissen, ob die App für die Erkennung das Internet benötigt. Mein Test: WLAN und Mobile Daten wurden ausgeschaltet. Der Scan und die Erkennung erfolgen ohne Internet (und ohne Gebühren).

Die App “barcoo” dekodiert und handelt

Wer den barcoo für Barcode oder QR Code nutzen will, fotografiert den Code mit dem Smartphone und liest die Information aus dem Internet.

Beispiel 1: Ware: Barcode auf einer Lebensmittelpackung (im Bild oben der linke Code).

  • App aufrufen
  • Kamera auf den Code richten und auf den Auslöser (in der Form eines roten Barcodes) tippen. Foto und Analyse erfolgen nach dem Auslösen. Angezeigt werden
    • Preise des Produkts, zu dem der Barcode gehört, mit Bezeichnung, Foto, Preisspanne, aktuellen Prospekten regionaler Anbieter
    • Infos mit Beschreibung, Lebensmittelampel mit Zucker, Fett, gesätt. Fettsäuren, Natrium und Nähwertangaben, mit Bewertungen

Andere Waren werden mit anderen Eigenschaften beschrieben.

Beispiel 2: Internet-Adresse: QR Code im Bild oben der mittlere Code. Nach dem Auslösen verbindet die App ins Internet und zeigt die Seite, die zur gespeicherten Adresse gehört.

Wenn die Smartphone-App eine Internet-Adresse erkennt, kann sie die Verbindung ins Internet herstellen und die Webseite dem Nutzer anzeigen – z.B. um beim Anbieter zu bestellen.

Beispiel 3: Text: QR Code im Bild oben der rechte Code. Nach dem Auslösen zeigt die App den gespeicherten Text ohne weitere Aktion.

Die Erkennung und die Suche im Internet erfolgen also nach dem Auslösen automatisch, d.h. ohne Absicherung, ob der Nutzer den eingebauten Info-Befehl ausführen will.

Ich wollte auch hier wissen, ob die App für die Erkennung das Internet benötigt. Ohne Internet-Zugang wird der Code nicht erkannt. Dann wird auch keine Verbindung hergestellt.

Vergleich der Code-Scanner-Apps

Beide Apps können die älteren Barcodes und die jüngeren QR Codes entschlüsseln / dekodieren. Die App barcoo geht einen Schritt weiter und verbindet automatisch ins Internet, um dort z.B. Waren-Informationen für Kaufentscheidungen zu suchen. Für Warenanbieter ist das der direkte Weg zum Kunden, für die Kunden ist es ein Informationsgewinn mit Komfort.

Kriminelle können QR Codes missbrauchen

Diese automatische “Hilfsbereitschaft” von barcoo wurde schon mehrfach missbraucht. Z.B. ging dieser Fall durch die Presse. Ein Konzert wurde auf einer Plakatwand angekündigt. Ein QR Code auf dem Plakat bot Interessenten die Möglichkeit, sofort bei einem Ticket-Portal Eintrittskarten zu bestellen und zu bezahlen. Kriminelle hatten den Original-Code mit einem Code überklebt, der zu einer Phishing-Seite führte. Konzertbesucher gaben den Gangstern freiwillig (ohne den Missbrauch zu ahnen) die Daten zum Leeren ihrer Bankkonten.

QR Codes erzeugen Neugier: Was verbirgt sich dahinter? Wenn der Nutzer den Code auf einem vertrauten oder vertrauenswürdigen Medium findet und ihn mit barcoo scannt, kann er zu einer infizierten Phishing-Seite oder zu Schadsoftware geleitet werden. Dort kann das Smartphone manipuliert werden: Trojaner, Keylogger, GPS-Tracker, Zahlungsmethoden, Datendiebstahl.

So schützen Sie sich

Nicht barcoo ist “böse”, auch nicht die Automatik, die ins Internet führt. Böse sind die Kriminellen, die die Unachtsamkeit der Nutzer missbrauchen. Das können Sie tun:

  • Nutzen Sie barcoo nur für Waren- und Preisinformationen. Die Wahrscheinlichkeit, dass QR Codes auf Warenverpackungen gefälscht werden, ist eher gering. Und dabei werden Sie nicht zur Abgabe persönlicher Daten aufgefordert.
  • Prüfen Sie, ob Original-QR Codes im öffentlichen Raum überklebt sind.
  • Bei QR Codes im öffentlichen Raum sind Scanner ohne automatische Verbindung sicherer.
  • Prüfen Sie die Internet-Adresse, zu der Sie geleitet werden sollen. So genannte “gekürzte” Adressen sind nicht transparent.

Fazit

Barcodes sind nicht mehr aufregend. Weil QR Codes so vielseitig und so einfach zu benutzen sind, werden sie wohl zukünftig noch erfolgreicher werden.

Wareninformationen mit barcoo abfragen, ohne persönliche Daten abzugeben, ist wohl ungefährlich. Codierte Informationen im öffentlichen Raum enthalten Risiken. Prüfen Sie die Adressen, bevor Sie den Link-Befehl geben. Reine Abfragen mit QR Code Reader sind wohl auch ungefährlich. Sobald Sie zur Abgabe persönlicher (z.B. Zahlungs-) Daten aufgefordert werden, ist höchste Wachsamkeit angesagt.


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