Der Facebook-Skandal kommt in der Öffentlichkeit an

“Like”st du noch oder lebst du schon? Der Facebook-Skandal ist plötzlich in allen Medien. Politiker und Behörden weltweit fordern Aufklärung, wollen sie wirklich eingreifen?

Facebook-Skandal #deletefacebook
Diskussion zum Facebook-Skandal im ZDF bei LANZ am 21.03.2018

Dieser Artikel scheint mir die Situation sachlich darzustellen: Facebook-Datenleck: 50 Mio. gestohlene Nutzerdaten sind “nur die Spitze des Eisbergs”. So objektiv kann ich den Facebook-Skandal nicht darstellen. Ich habe das gefunden:

Ich bin bei Facebook, also bin ich

So denken wohl viele Nutzer. Facebook gibt ihnen eine Plattform. Je mehr “Freunde” sie haben, desto wichtiger oder wertvoller können sie sich fühlen. Sie können sich “der Welt” offenbaren – eine Chance, die sie sonst nicht haben.

  • Wer die Lust der “Selbstdarsteller” nicht ausnutzt, hat es nicht besser verdient – denken werbetreibende Unternehmen, Dienstleister, politische Parteien, Unterschriftensammler.
  • Wir wurden vom Datenauswertungsunternehmen Cambridge Analytica hintergangen – entsetzt sich Facebook. Wurden Facebook-Nutzer als Wähler manipuliert, als es um die Wahl von Donald Trump oder um den Brexit ging? Oder ist das “Business as usual”?
  • Facebook bedroht die Demokratie – warnen Politiker. Sind sie wegen der nächsten Wahlen verunsichert?
  • Facebook hat Anleger betrogen – klagen Spekulanten. Erwarten Sie Spekulationsgewinne ohne Risiko?
  • “Das war ein großer Vertrauensbruch” – krokodils-tränt Herr Zuckerberg. Weil er die Nutzer bedauert oder eher die 35 oder 60 Milliarden Dollar verlorenen Börsenwert?

“They trust me dumb Fucks”

Jeder hat einen Vertrauensvorschuß verdient. Zuckerberg hatte ihn. So begründete er 2004 den Erfolg von Facebook: “They trust me dumb Fucks”. Übersetzt von deepl.com: “Sie vertrauen mir, dumme Wichser” (ich hätte es lieber anders übersetzt).

Solange die Schuld nicht bewiesen ist, gilt juristisch die Unschuldsvermutung. Gilt die Unschuldsvermutung auch, wenn die Vermarktung der Privatsphäre das Geschäftsmodeĺl ist?

Was Leser zum Facebook-Skandal meinen

Dieser Meinung bei Twitter kann ich nur voll zustimmen. Sie wurde unter dem aktuellen Hashtag #deletefacebook geschrieben.

In einem Leserbrief bei Welt Online stand: “Ohne Facebook kann man locker leben. Ohne Google wird es schon schwieriger.” Der Facebook-Aussage stimme ich zu; Startpage.com ist meine sichere Alternative zur Google-Suchmaschine.

Ein anderer Forist sieht nicht nur den Facebook-Skandal: “SIE WOLLEN WISSEN, WAS DU TUST! Wer? Nun, die anderen. Wissen Sie, wo Sie vor dreiundsechzig Tagen um vierzehn Uhr zweiunddreißig waren? Fragen Sie Ihren Mobilfunkbetreiber. Wissen Sie, ob Sie vor drei Wochen in einer fünfzig km/h-Zone achtzig gefahren sind? Ihr Wagenhersteller weiß es. … Wissen Sie, ob Sie sich in den nächsten fünf Jahren scheiden lassen werden? Nein? Schade. Ihre Kreditkartenfirma weiß es. Ihre Bank wahrscheinlich auch. Sie wissen nicht, ob Ihre Freundin schwanger ist? Ihre Drogeriekette, die weiß es. Sie kennt sogar den Geburtstermin. Sie wissen, was Sie tun werden, weil sie Ihre Daten kennen und sie mit den Daten anderer vergleichen können. Gläsern, durch und durch. Daran haben inzwischen auch Datenkraken wie facebook & Co. einen massiven Anteil – und die »Um-Nutzung« von vorhandenen Daten ist doch im Geschäftsmodell dieser Firmen implementiert. Jedem, der bisher unkritisch dem Thema ggü. stand sei dieses Buch empfohlen: ZERO von Marc Elsberg. Seine Ahnungen werden wahr… viel schneller, als gedacht, wie es jetzt scheint : ((“.

Das wollen leider viele nicht hören.

#deletefacebook konkret – meine Abmeldung

Bis gestern hatte ich einen Facebook-Account. Ich wollte bei Facebook Leser für app66.de gewinnen. Ich bin also nicht an Facebook-“Freunde” gebunden. Daher fiel mir die Entscheidung leicht, meinen Account abzumelden. Die Idee hatte ich schon lange, jetzt fand ich eine einfache Anleitung: Facebook-Account endgültig löschen – so geht´s.

  • Rufen Sie im Browser die Seite facebook.com auf.
  • Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse oder Handynummer sowie Ihrem Passwort an.
  • Klicken Sie dann in der oberen Leiste auf das “?”-Symbol.
  • Wählen Sie den “Hilfebereich” aus.
  • Klicken Sie in der linken Leiste auf “Verwaltung deines Kontos”
  • Klicken Sie auf “Dein Konto löschen oder deaktivieren”
  • Die Funktion zum Löschen des Facebook-Accounts findet sich in der Antwort auf die Frage “Wie lösche ich mein Konto dauerhaft?”.

Die Abmeldung ist nicht schwer, aber ziemlich versteckt. Links sind ohne die übliche Hervorhebung als Fließtext “getarnt”.

Meine Facebook-Daten habe ich nicht vor dem Löschen gesichert. Erstens habe ich immer bewusst vermieden, persönliche Daten an Facebook zu geben. Zweitens glaube ich nicht, dass sie wirklich gelöscht werden (darüber gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte bzw. Vermutungen).

Braucht man Facebook, WhatsApp oder Alternativen?

Facebook hat irgendwann WhatsApp gekauft Für den Schnäppchenpreis von 19 Milliarden Dollar. Herr Zuckerberg ist wohl nicht durch Altruismus zur Nummer 5 in der Forbes-Milliardärsliste geworden. Entgegen früheren Zusagen soll WhatsApp Nutzerdaten an Facebook geben, oder doch nicht mehr, oder doch teilweise? WhatsApp hat meinen Vertrauensvorschuss schon lange verbraucht.

Für mich ist die Antwort ganz einfach: Facebook und WhatsApp brauche ich nicht. Ich habe das schon vor einiger Zeit auf YouTube begründet:

Aber das kann man natürlich ganz anders sehen. Hier finden Sie eine Galerie:
Social Networks – Top 7: Die besten Facebook-Alternativen

Ich bin sicher, die Diskussion geht weiter. Und wenn Sie sich von Facebook und/oder WhatsApp verabschieden, halte ich das für einen Schritt in die richtige Richtung. Die Systeme sind nicht alternativlos, wie manche es uns einreden wollen. Alles beginnt mit dem ersten Schritt.

Kontakt

Bitte schreiben Sie einen Kommentar (am Ende des Artikels).
Sie möchten bei neuen Artikeln eine unverbindliche Info?
Sie haben Fragen, Wünsche oder Vorschläge? Bitte hier.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.