Den Google Assistant deaktivieren / aktivieren

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Der Google Assistant belauscht uns diensteifrig. Er lockt uns mit attraktiven Funktionen, dafür forscht er unsere Privatsphäre aus.

Der Google Assistant ist hilfsbereit

Datenkrake Google Assistant
Datenkrake

So beschreibt Google den Assistant: “Du kannst ihm Fragen stellen und ihn Dinge für dich erledigen lassen. Er ist immer für dich da.” Beispiele:

  • “Hey Google, schreib eine Nachricht an Mama: Ich bin in 10 Minuten da.” Für diesen Befehl muss “Mama” mit ihrer Mobilfunk-Nummer in den Kontakten gespeichert sein, damit der Google Assistant eine SMS schreiben kann.
  • “Hey Google, spiel meine Guten Morgen Playlist.” Das wird möglich, wenn die Lieblingsmusik und deren Reihenfolge in der “Playlist” mit dem Namen “Guten Morgen” im Smartphone gespeichert ist.
  • “Hey Google, dimm das Licht im Kinderzimmer.” Dafür muss die Beleuchtung Teil des “Smart Home” sein, des vernetzten Haushalts.

Im Seminar demonstriere ich gern Rechenaufgaben, die Google löst. Oder ich frage nach der Entfernung zum Ziel der nächsten Städtereise, nach Sehenswürdigkeiten dort, nach Öffnungszeiten und Eintrittspreisen der Sehenswürdigkeiten, nach Hotels und Restaurants, nach dem Wetter für die richtige Bekleidung.

Befehle werden ausgeführt, Antworten werden auf dem Display angezeigt oder über Lautsprecher ausgegeben. Manchmal will der Assistent es genauer wissen, z.B. wenn für “Mama” mehrere Nummern gespeichert sind.

Der Assistent ist sprachlich durchaus großzügig und fordert keine “einzig richtige” Formulierung. Bei beiden Aufforderungen “Hey Google, wie spät ist es jetzt?” und “Hey Google, sage mir die aktuelle Uhrzeit!” wird die Zeit auf dem Display angezeigt. Dieses sprachliche Verhalten entspricht der normalen Suche im Internet, nicht buchstabengenau, sondern “semantisch”, nach Bedeutung.

Sie erkennen das Prinzip: Jede Aufgabe muss mit dem Befehl “Hey Google” eingeleitet werden. Ohne dieses “Zauberwort” erkennt Google den Befehl nicht. Übrigens war das Zauberwort bis vor Kurzem “OK Google”. Klingt ähnlich, funktioniert es auch ähnlich? Gemäß Google sollten beide Befehle gleichwertig sein. Probieren Sie es für Ihr Gerät.

Mehr zu Spracherkennung und Sprachbefehlen finden Sie in meiner kleinen Serie Sprechen statt Tippen – komfortabel und sicher.

Komfort nutzen und Privatsphäre preisgeben

Das bedeutet, dass der Google Assistant alles mithört, was in der Umgebung gesprochen wird – sonst kann er das Zauberwort nicht erkennen.

Er macht das gern. Was für den Nutzer komfortabel ist, ergänzt Googles Puzzle vom Nutzer. Der Nutzer wird mit jedem Befehl transparenter. Wünsche, Kontakte, Interessen, Gesinnungen, Vertrauliches, Intimes …

Der Assistent hört nicht nur auf die Sprache des Nutzers, sondern auch z.B. auf Gäste oder Begleiter, auf Radio, TV-Filme, Videos etc. Alles, was er hört, ordnet er dem Nutzer zu. Auch Dialoge aus Thrillern oder Infos aus brisanten Dokumentationen. Trifft das alles auf Sie zu? Wollen Sie das?

Das macht übrigens nicht nur der Google Assistant, sondern ähnlich auch z.B. Amazons Alexa, Microsofts Cortana, Apples Siri, Samsungs Bixby.

Den Google Assistant deaktivieren und wieder aktivieren

Google Assistant deaktivieren

Bei den meisten Android-Geräten ist der Assistent wohl aktiviert. Probieren Sie es aus mit “Hey Google” und einem Befehl oder einer Frage.

Wem das zu weit geht, kann sich dagegen wehren und den Google Assistant deaktivieren. Dazu müssen Sie ihn zuerst aufrufen. Der Weg zum Deaktivieren ist relativ aufwändig und überhaupt nicht intuitiv:

  • Tippen Sie dafür zwei Sekunden auf die Home-Taste (der Assistent erscheint, unter anderem mit einem Kompass-Symbol an der rechten Seite)
  • Tippen Sie auf das Kompass-Symbol (eine Seite mit dem Titel “Entdecken” öffnet sich)
  • Tippen Sie auf das kleine Avatar-Symbol (“Schattenmann” im Kreis) rechts oben (ein Menü erscheint)
  • Wählen Sie den Befehl Einstellungen (Ihr Google-Konto mit vier “Reitern” erscheint.
  • Tippen Sie auf den zweiten Reiter Assistant (eine neue Seite erscheint)
  • Scrollen Sie nach unten bis zum Zwischentitel “Assistant-Geräte”
  • Tippen Sie auf Smartphone (eine neue Seite mit dem Titel “Einstellungen für Assistant auf diesem Gerät anpassen” erscheint, die erste Position ist “Google Assistant”)
  • Setzen Sie den Schiebeschalter auf AUS

Wenn Sie in dieser Situation (Assistant deaktiviert) zwei Sekunden auf die Home-Taste drücken, erscheint nicht der Assistent, sondern die normale Eingabezeile der Google-Suche.

Google Assistant aktivieren

Viel einfacher ist es, den Assistenten wieder zu aktivieren:

  • Tippen Sie dafür zwei Sekunden auf die Home-Taste (zusätzlich zur Google-Suche erscheint ein Hinweis: “Der Google-Assistant ist bereit, um dir zu helfen”)
  • Tippen Sie auf den Befehl AKTIVIEREN

Diese Beschreibungen gelten für mein Xiaomi Mi A2 lite mit Android 9. Bei anderen Versionen ist es ähnlich. Eine ähnliche Anleitung finden Sie auch bei Androidpit.

Warum wohl ist das Deaktivieren so versteckt und das Aktivieren so leicht? Vermutlich will Google verhindern, dass der Assistent ausgeschaltet wird. Dadurch würden Google viele gesprochene Informationen in der Umgebung des Smartphones entgehen.

Sie müssen nicht verzichten

Auch wenn Sie den Google Assistant deaktiviert haben, können Sie die Fragen und Befehle trotzdem nutzen. So sieht das Google-Eingabefeld auf dem Start-Bildschirm aus:

Google-Eingabe

Sie können auf das Mikrofon-Symbol rechts tippen und Ihren Befehl oder Ihre Frage sprechen. Oder Sie können in das Eingabefeld tippen, dann erscheint die Tastatur zum Schreiben. In beiden Fällen können Sie auf das Zauberwort “Hey Google” verzichten: Google hört wegen des deaktivierten Assistenten nicht ständig mit. Fragen und Befehle landen natürlich trotzdem bei Google.

Gehen Sie bewusst mit Ihren Daten um!

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