Ihr Internet wird manchmal tagelang unbrauchbar langsam? Oder zahlen Sie viel mehr als andere? Die Unsicherheit nervt? Hier bekommen Sie Klarheit zur Datennutzung.

Datennutzung

Der Denkansatz: Ihr Provider schenkt Ihnen nichts. Warum sollten Sie ihm was schenken? Es ist nicht so schwer, das zu regeln. Sie müssen “nur” im Blick behalten, welches Datenvolumen Ihnen zusteht und wie viel davon Sie schon verbraucht haben.

Anmerkung: Die folgenden Menüsstrukturen und Bilder kommen vom Samsung Galaxy J5 2016 mit Android 7.1.1. Andere Versionen sind ähnlich.

Welche Datennutzung steht in Ihrem Vertrag?

Ihr Provider kennt Ihren Vertrag, in dem Ihre zulässige Datennutzung steht. Bei Vertragsabschluss hat er Ihnen das mitgeteilt. Wenn Sie es nicht kennen, sollten sie es in den Vertragsunterlagen nachlesen. Wahrscheinlich steht es auch in Ihrem Kundencenter / Control-Center / Kundenservice auf dem Web-Portal Ihres Providers. Notfalls hilft Ihnen auch dessen Hotline.

Flatrate ist selten eine “echte” Flatrate

Die üblichen Smartphone-Tarife haben zwei Komponenten, den Sprachtarif und den Datentarif. Der Sprachtarif basiert auf Telefonminuten und Anzahl SMS, wie beim Handy. Der Datentarif wird nach der Datennutzung bzw. dem Datenvolumen abgerechnet.

Beim Datentarif gibt es ganz selten eine “echte” Flatrate mit unbegrenzter Datennutzung. Die echte Highspeed-Flatrate kann monatlich pauschal 100 oder sogar bis 200 Euro kosten.

Viel weiter verbreitet ist die “so genannte” Flatrate, genauer der Volumentarif. Für eine begrenzte Datenmenge zahlt man einen pauschalen Tarif. Sobald diese Volumen-Grenze erreicht ist, kann man weiterhin das Internet nutzen (weil der Tarif “Flatrate” genannt wird). Aber die Geschwindigkeit ist drastisch “gedrosselt”. Das kann so langsam sein, dass es sich wie ein Funkloch auswirkt. Erst wenn der neue Tarifmonat beginnt, gibt es wieder die normale Geschwindigkeit ohne Drosselung.

Die Bitrate, also die Geschwindigkeit der Datenübertagung, wird vom Marketing oft “Highspeed” genannt. Damit ist keine konkrete Bitrate beschrieben. Während in Ballungsgebieten brauchbare Bitraten verfügbar sind, kann “Highspeed” in ländlichen Regionen sich wie ein Funkloch auswirken. Die “echte” oder “so genannte” Flatrate unterscheiden sich nicht bezüglich der Bitrate. Die Bitrate hängt nur von der Infrastruktur am Standort ab.

Datennutzung ist nur schwer zu “begreifen”

Zugegeben, die Beeinflussung der Datennutzung ist schwierig. Wir haben vielleicht ein “Gespür” dafür, ob wir mehr oder weniger als sonst telefoniert oder SMS gesendet haben. Wir könnten es sogar mit der Uhr bzw. einer Strichliste “messen” und vergleichen. Für die Datennutzung fehlt uns das “Messgerät im Kopf”.

Die Zeit spielt nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die Art der übertragenen Daten, z.B. datensparsame Texte oder datenfressende Videos.

Darum müssen wir ähnliche Messtechniken nutzen wie unsere Provider.

Wie ist Ihre aktuelle Datennutzung?

Ein aussagefähiges Diagramm

Das Smartphone zeigt die jeweils aktuelle Datennutzung im Tarifmonat. So finden Sie es in den Geräteeinstellungen:

Einstellungen > Verbindungen > Datennutzung > Mobildatennutzung

Ihr Smartphone hat ein eingebautes Messgerät für die Datennutzung. Sie müssen es nur abfragen. Sehen Sie sich bitte dieses Bild aus meinem Smartphone an. Das Diagramm zeigt die Datennutzung im aktuellen Tarif-Monat, hier vom 6. März bis zum 6. April. Ich habe den Schnappschuss Mitte März gemacht, als ich noch nicht viel verbrauchst habe.

  • Die ansteigende blaue Linie in der Ecke links unten zeigt den Verbrauch, der in diesem Tarifmonat bis heute aufgelaufen ist.
  • Die waagerechte rote Linie oben ist mit 2,0 GB Grenzwert beschriftet. Das ist die Datenmenge, die mir für diesen Monat lt. Tarif zur Verfügung steht. Wenn mein Verbrauch diesen Grenzwert erreicht, greift die Drosselung und die Geschwindigkeit wird “grausig” langsam, fast unbrauchbar.
  • Die schwarze Linie darunter ist mit 1,6 GB Warnung beschriftet. Diesen Wert habe ich selbst festgelegt. Ich möchte gewarnt werden (per Meldung in den Benachrichtigungen), wenn ich 80% meines Datenvolumens verbraucht habe. Dann kann ich abschätzen, ob die restlichen 0,4 GB für die restliche Zeit ausreichen. Notfalls kann ich meine Datennutzung einschränken, um die Drosselung zu vermeiden oder wenigstens zu verzögern.

Wer tiefer einsteigen will, findet unterhalb des Diagramms eine Liste der verbrauchenden Apps, absteigend nach Datennutzung sortiert.

Für alle Daten gilt der Hinweis im Smartphone: “Die Datennutzung wird von Ihrem Gerät gemessen. Ihr Dienstanbieter berechnet die Nutzung gegebenenfalls anders.” Abweichungen kann es z.B. durch Rundungsdifferenzen oder unterschiedliche Ablesezeitpunkte geben.

Eckdaten zum Diagramm individuell festlegen

Damit das Diagramm für Sie aussagefähig ist, müssen Sie Ihre Eckdaten eintragen, entweder mit den kleinen Zahnrad rechts oben im Diagramm oder

Einstellungen > Verbindungen > Datennutzung > Rechnungszyklus und Datenwarnung

Dort tragen Sie ein, wann Ihr “Rechnungszyklus” (Tarifmonat) beginnt, ob Sie eine Datenwarnung festlegen und bei welchem Volumen, ob Sie eine Datenbegrenzung festlegen und bei welchem Volumen.

Wenn Sie Ihre Warnung bei einem niedrigen Wert ansetzen, haben Sie mehr Zeit zum Gegensteuern. Bei einer “echten” Flatrate brauchen Sie keine Warnung, denn dann droht keine Drosselung. Das könnte aber Anlass sein, grundsätzlich über die Flatrate nachzudenken. Vielleicht ist ein angemessener Volumentarif viel wirtschaftlicher für Sie.

Besonderheit bei zwei SIM-Karten

Manche Smartphones lassen sich als “Dual SIM” mit zwei SIM-Karten betreiben:. Dann ist es sinnvoll, beide Datennutzungen zu beobachten.

Vorbereitend legen Sie fest, welche der SIM-Karten Sie bevorzugt für Anrufe, SMS und mobile Daten benutzen wollen:

Einstellungen > Verbindungen > SIM-Kartenverwaltung

Diese Einstellungen können Sie jederzeit ändern, z.B. wenn Sie im Laufe des Monats feststellen, dass das Volumen einer SIM-Karte verbraucht ist und Sie auf das “Reserve-Volumen” des zweiten Vertrags zugreifen wollen.

Bei zwei SIM-Karten haben Sie die gleichen Möglichkeiten wie bei nur einer SIM-Karte. Allerdings gibt es dann alle Informationen zweimal:

Einstellungen > Verbindungen > Datennutzung > Mobildatennutzung

Auch alle Einstellungen gibt es dann zweimal:

Einstellungen > Verbindungen > Datennutzung > Rechnungszyklus und Datenwarnung

Datenvolumen nicht überschreiten und nicht verschenken

Überschreiten führt zur Drosselung und macht die Nutzung unbequem oder unmöglich, verschenken nutzt nur dem Provider.

Wer weiß, welches Datenvolumen bis zum Ende des Tarifmonats übrig ist, kann bewusster seinen Verbrauch beeinflussen:

  • WLAN statt mobil: Wenn Sie zwischen mobiler Nutzung und WLAN-Nutzung wechseln (z.B. zuhause, in Verkehrsmitteln, bei Freunden), verschieben Sie Datenfresser in die WLAN-Zeit. Datenfresser sind z.B. Videos, Downloads, Updates.
  • Gering- statt hochauflösend: Wenn Sie das Medium bestimmen können, ersetzen Sie Videos durch Fotos oder Audios, hoch auflösende durch gering auflösende Bilder, Fotos durch PDF-Dateien oder Texte.
  • Lokal statt Cloud: Vermeiden Sie die Cloud mit wiederholten Up- und Downloads, nutzen Sie stattdessen die MicroSD-Karte oder den Gerätespeicher im Smartphone oder den PC.

Sie sehen, dass Sie nicht verzichten müssen, um mit weniger Datennutzung auszukommen. Einfach etwas bewusster mit den Einstellungen (z.B. Kameraauflösung) und dem Verhalten umgehen. Das beliebte Katzenvideo muss nicht schärfer sein, als das Display wiedergeben kann. Und es verliert wohl keine Aktualität, wenn Sie bis zum nächsten WLAN warten.

Sehen Sie öfter mal in Ihre Datennutzung oder erwarten Sie die Warnung als Benachrichtigung. Ziehen Sie Ihre Konsequenzen, indem Sie bei nächster Gelegenheit Ihren Tarif anpassen.

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