Für das Internet braucht man einen Datentarif, z.B. eine Datenflat. Was sind die realistischen, günstigsten und teuersten Angebote?

Datenflat - was sie kosten darf

Datenflat oder Datenvolumen?

Es geht um den Datentarif im Mobilfunknetz. Während die Telefon-Gebühren auf Minuten basieren, spielt beim Surfen die Zeit keine Rolle, sondern das Datenvolumen. Uns Menschen fehlt ein “Messinstrument” im Kopf, deswegen gibt es viele Unsicherheiten und Missverständnisse, z.B. bei der Tarifwahl. Manche Werbung nutzt das und stiftet noch mehr Verwirrung. Werbung spricht z.B. von Wenig- und Vielsurfern, ohne das zu konkretisieren.

Das Gemeinsame bei Datenflat und Datenvolumen ist die Pauschalabrechnung. Man zahlt einen festen Betrag pro Monat. Bei der “echten” Flatrate bekommt man dafür ein unbegrenztes Datenvolumen und kann mit der höchsten Geschwindigkeit surfen, die das Netz am Standort bietet. Beim Volumentarif ist das Volumen pro Abrechnungsmonat begrenzt.

Wenn das Volumen verbraucht ist, wird die Surfgeschwindigkeit so stark gedrosselt, dass z.B. E-Mails noch gelesen werden können. Für Fotos oder Videos ist die gedrosselte Übertragung mit Abstand zu langsam. Das darf trotzdem noch Datenflat genannt werden, weil nicht die Datenmenge, sondern die Geschwindigkeit gedrosselt wird. Umgangssprachlich wird der Volumentarif oft als “Flat” bezeichnet, ohne dass zwischen der “echten” ungedrosselten Flatrate und der so genannten “unechten” Flatrate unterschieden wird. Eindeutig ist die Bezeichnung “Volumentarif”.

Wie die Geschwindigkeiten und Bandbreiten sich verhalten, lesen Sie im Artikel Das Netz kann ein KO-Merkmal sein.

Sie erkennen einen Volumentarif daran, dass eine Datenmenge genannt ist. Die Maßeinheiten sind Megabyte (MB) und Gigabyte (GB). Ein GB besteht aus 1000 MB. Z.B. wird ein gängiges Angebot mit 500 MB oder 0,5 GB beschrieben.

Die Geschwindigkeit nach der Drosselung wird z.B. mit der Angabe “bis zu 16 kBit/s” beschrieben, das entspricht fast einem Funkloch. 32, 56 oder 64 kBit/s ist auch nicht viel besser. 364 kBit/s ist sehr langsam, 1000 kBit/s sind schon fast brauchbar. Vergleich: Wer einen Rennwagen hat, fährt gedrosselt wie auf einem Trampelpfad statt auf der Rennstrecke. Die Geschwindigkeit der Drosselung wird künstlich “aufgeblasen”, indem sie in kBit/s (statt MBit/s) dargestellt wird, dann wirkt sie 1000-fach größer. Der Volumentarif sollte ausreichend groß sein, die Drosselung macht den Internet-Zugang praktisch unbrauchbar.

Das Datenvolumen ist also die entscheidende Größe. Gut, wenn man den eigenen Bedarf einschätzen kann, anstatt sich auf Werbeaussagen zu verlassen. Hilfe liefert diese Seite:
Volumenrechner – welches Tarif-Volumen braucht man?. Wenn das Volumen zu groß ist, zahlt man zu viel, wenn es zu klein ist, fällt man zu früh in die Drosselung.

Wie groß muss eine Datenflat sein?

Mit den folgenden Überlegungen zeige ich Ihnen, wie Sie sich von den schwammigen Begriffen “Wenig-Surfer” oder “Viel-Surfer” lösen können.

Die Nutzungsarten entscheiden darüber, welche Datenmenge pro Zeiteinheit übertragen wird. Z.B. für eine Stunde online Lesen müssen viel weniger Daten übertragen werden als für eine Stunde online Video.

In der folgenden Tabelle können Sie ablesen, für wie viele Stunden eine bestimmte Datenmenge ausreicht. Die linke Spalte zeigt die Nutzungsarten und deren Datenverbrauch pro Stunde. In der rechten Hälfte sind die Spalten mit den gängigen Datenangeboten pro Monat überschrieben. Die Werte in den Spalten sind die Stunden (h) pro Monat, für die die Datenmenge ausreicht. In der Praxis wird es solche “reine” Nutzung selten geben, wahrscheinlich werden die Nutzungsarten gemischt. Trotzdem ist diese Orientierungshilfe realistischer als “Viel-” oder “Wenig-Surfer”. Sie können die angebotene Datenflat auf ihre Eignung für den eigenen Bedarf prüfen.

Datenflat und Nutzung

Beispiel 1: Mit einer “kleinen” Datenflat von 0,5 GB pro Monat können Sie eine Stunde Video ansehen oder 2 h VOIP Video-Telefonie machen oder 4 h in sozialen Netzwerken chatten oder 42 h Musik online hören oder 167 h E-Mails, eBooks, Zeitungen etc. lesen.

Beispiel 2: Mit einer “großen” Datenflat von 10 GB pro Monat können Sie 21 h Video ansehen oder 33 h VOIP Video-Telefonie machen oder 83 h in sozialen Netzwerken chatten. Bei den übrigen datensparsameren Nutzungsarten habe ich bei 300 h aufgehört zu rechnen, mehr als 300 h (entspricht 10 h/Tag) wird man das Smartphone wohl nicht benutzen.

Was kostet eine Datenflat?

Ich wollte aktuelle Orientierungswerte für die realistischen, die günstigsten und die teuersten Angebote herausfinden.

Nützliche Hilfe bieten Tarifportale wie billiger-telefonieren.de mit ausführlichen Tabellen und Artikeln.

Filter machen die Auswahl übersichtlich

Ich benutzte in diesem Tarifportal die Seite Eine Allnet-Flat mit 10 GB Datenvolumen: Das lässt sich mit diesem Smartphonetarif nutzen. Die Voreinstellungen entsprechen also einem XXL-Tarif, wie er für geschäftlichen Bedarf geeignet ist: Allnet-Flat (in alle Netze telefonieren), 10 GB monatliches Datenvolumen, LTE (hohe Geschwindigkeit) soweit vorhanden. Die Voreinstellungen lassen sich aber für Vergleichszwecke einfach anpassen.

Meine Filter (Stand 14.06.2018):

  • Telefonie: Flatrate in alle Netze (außer Ausland)
  • SMS: egal
  • Internet: 10 GB (diese Einstellung habe ich für Vergleiche mehrfach geändert)
  • Geschwindigkeit: egal, also auch LTE-Geschwindigkeiten wählbar / abwählbar. (Die Geschwindigkeiten sind nicht beeinflussbar, sie hängen von der Infrastruktur ab)
  • Nur Tarife mit LTE: nicht gewählt
  • EU-Auslandsoption: nicht gewählt (überflüssig wegen der aktuellen Roaming-Regeln)
  • Monatliche Kosten: egal
  • Hardware: Nur SIM-Karte (ohne Gerätefinanzierung)
  • Netze: Alle Mobilfunk-Netze, alle Anbieter, alle Tarife
  • Tarifdetails: Vertrag (kein Prepaid), Laufzeit: egal, SIM-Karten-Format: egal
  • Optionen: keine gewählt (Musik-Flat, Gaming-Flat, Video on Demand etc,)

Der Filter schließt also alles ein, was gut und teuer ist.

Die Liste mit passenden Angeboten

Wenn man den Filter seinem Bedarf angepasst hat, erscheint eine Liste mit passenden Angeboten. Zu jedem Angebot wird gezeigt: Anbieter, Name des Tarifs, Vertrag, Netz, Telefon, SMS, Daten, max. Geschwindigkeit, Durchschnittspreis.

Der Durchschnittspreis pro Monat ist ein Rechenergebnis. Er berücksichtigt alle einmaligen und laufenden Kosten und Erstattungen für 24 Monate, z.B. auch Einmalzahlungen und Sofortboni.

Wichtig zu wissen: Bei manchen Tarifen sind die monatlichen Kosten im ersten Jahr niedriger als ab dem zweiten Jahr. Wenn ein Vertrag also länger als zwei Jahre besteht, steigt der Durchschnittspreis, weil die Vorteile des ersten Jahres wegfallen. Anbieter spekulieren darauf, dass die Kunden das vergessen oder dass ihnen ein Tarifwechsel zu mühsam ist. Kündigen Sie rechtzeitig, um nicht in die Verlängerungsfalle zu gehen.

Die Liste ist aufsteigend nach dem Durchschnittspreis sortiert. Achtung: Vor den nummerierten Angeboten können Anzeigen in der gleichen Darstellungsform stehen, die außerhalb der Sortierfolge stehen.

Echte Datenflat

Der Vergleichsrechner bei billiger-telefonieren.de reicht nur bis 10 GB. Es gibt auch wenige Angebote außerhalb der begrenzten Volumentarife.

Im Artikel Telekom & Vodafone: Tarife mit echter Daten-Flat im Vergleich beschreibt das Portal teltarif.de XXL-Angebote mit echter Datenflat (ohne Begrenzung). Anbieter sind Telekom und Vodafone. Die Tarife zielen auf Privat- und z.T. ausdrücklich auf Geschäftskunden.

Die monatlichen Kosten dafür liegen in der Größenordnung 80 bis 100 Euro pro Monat.

Auswertung zur Datenflat

Mein Ziel war, die Informationen der Angebotsliste übersichtlich zu vergleichen. Dazu habe ich den Filter mit den oben genannten Einstellungen verwendet und nur das Datenvolumen modifiziert: die typischen Angebote im Bereich vom 0,2 GB bis 10 GB. Zu jedem Volumen habe ich den Mittelwert aus den vier günstigsten Durchschnittspreisen errechnet:

Datenflat Tarife

Das Diagramm zeigt die Durchschnittspreise von Allnet-Flat-Tarifen, deren Filter sich nur im monatlichen Datenvolumen unterscheidet (trotzdem gibt es natürlich Unterschiede in Vertragsdetails der Anbieter). Die Durchschnittspreise schließen Telefonie, SMS und Internet ein.

Die Ergebnissse:

  1. Die günstigsten Preise pro Monat liegen unter 6,00 Euro.
  2. Dieser günstige Preis gilt für unterschiedliche Datenmengen von 0,2 GB bis 1,0 GB. Aus dieser Sicht gibt es keinen Grund, ein kleineres Volumen zu vereinbaren.
  3. Auch wenn das Datenvolumen von 1,0 GB auf 2,0 GB verdoppelt wird, steigt der Preis nur um knapp 1,00 Euro.
  4. Der Sprung von 2,0 GB auf 5,0 GB verdoppelt den Preis etwa auf 13,00 Euro.
  5. Die weitere Verdoppelung des Volumens verdoppelt auch den Preis auf knapp 25,00 Euro.
  6. Eine Aufhebung der Volumengrenze zur “echten” Datenflat führt zu drei- bis vierfachen Preisen.

Mit Datenflat wirtschaftlich ins Internet

Private Nutzer, die keinen außergewöhnlichen Bedarf haben, sollten mit 1,0 bis 2,0 GB und monatlichen Kosten bis 7,00 Euro auskommen.

Geschäftliche Nutzer haben normalerweise den größeren Bedarf und ein größeres Budget. Sie müssen mit 25,00 bis 100,00 Euro rechnen (für 10 GB bzw. unbegrenzt).

Wer mit Werten in dieser Größenordnung (oder max. 50% mehr) nicht auskommt, sollte über einen Tarifwechsel und / oder sein Nutzungsverhalten nachdenken.

Diese Werte sind in der Nähe der günstigsten Werte. Gleichzeitig sind sie realistisch. Sie werden ohne besondere Bedingungen angeboten, also kann man sie auch wählen. Sie sind nicht erreichbar, wenn man nicht bereit ist, Tarif / Anbieter / Verhalten zu wechseln.


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