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Das Smartphone sicher einschalten

Wer das Smartphone sicher nutzen will, muss es sicher einschalten. Aber so einfach, wie es klingt, ist es nicht. Es geht um Stromverbrauch und um mehrstufige Sicherheit gegen Gebühren- und Datenmissbrauch.

Risiken erkennen und vermeiden, dann sicher einschalten

Bei der Taschenlampe ist es einfach, es gibt nur EIN oder AUS. Bei EIN kann man vielleicht noch Farben und Lichteffekte wählen. Der Sicherheitsbedarf ist dabei eher gering.

Beim Smartphone ist es differenzierter. Wenn z.B. jemand den aktuellen Standort per GPS abfragt, belastet mich das nicht. Vielleicht mag ich aber nicht, wenn jemand meine Neigungen oder Gesinnungen erforscht, indem er meine gespeicherten eBooks liest, Fotos ansieht, Musik anhört, Surfhistorie durchsucht. Bestimmt mag ich nicht, wenn jemand meine E-Mails liest oder in meinem Namen schreibt, in sozialen Netzwerken agiert, meine Konten zum Einkaufen benutzt, teure Service- oder Auslandsnummern anruft, gespeicherte Daten kopiert oder löscht oder manipuliert.

Beim Smartphone sind die Risiken also viel größer. Unberechtigte Benutzer (Finder oder Diebe) können den Besitzer mit hohen Mobilfunk-Gebühren belasten. Sie können sensible Daten ausspähen, Konten missbrauchen und mit gestohlener Identität Entscheidungen treffen und Meinungen verbreiten. Also: Sicher einschalten, damit Unberechtigte weniger Chancen haben.

Außerdem soll ein “Komfort-Risiko” vermeiden werden. Wenn das Smartphone nicht benutzt wird, soll der Stromverbrauch unterbrochen werden, damit der Akku nicht zu schnell “leer” ist.

Stufenweise sicher einschalten – mehrere Sperren überwinden

Beim Smartphone ist es viel komplizierter, weil der Sicherheitsbedarf differenzierter ist. Zum Schutz gibt es ein mehrstufiges Sicherheitskonzept. Das müssen wir etwas näher betrachten (im Bild von unten nach oben):

Das Smartphone sicher einschalten

Strom einschalten

Wenn das Smartphone ausgeschaltet ist, geht gar nichts: Alle Verbindungen sind getrennt, der Bildschirm ist ausgeschaltet, Stromverbrauch findet nicht statt. Also mit der Ein/Aus-Taste (“Power-Taste”) einschalten.

Sicher einschalten: SIM-Karte mit SIM-PIN aktivieren

Sofort nach dem Einschalten werden Sie aufgefordert, die SIM-PIN einzugeben.

Die SIM-Karte identifiziert das Smartphone im Mobilfunknetz. Mit ihrer Hilfe findet die Ortung statt, damit ein eingehender Anruf an den richtigen Empfänger geleitet werden kann. Damit werden Gebühren für ausgehende Gespräche dem richtigen Vertrag zugeordnet.

Die SIM-PIN (PIN = Persönliche Identifikations-Nummer) schützt vor Gebühren-Missbrauch. Nur wer die PIN kennt, darf und kann das Mobilfunknetz benutzen.

Wenn die SIM-PIN dreimal falsch eingegeben wurde, sperrt der Provider die SIM-Karte. Die Sperre kann der Nutzer selbst aufheben, indem er statt der PIN die “PUK” (oder “Super-PIN”) eingibt, die er bei Vertragsabschluss bekommen hat. “PUK” bedeutet “Personal Unblocking Key”, etwa “Persönlicher Entsperr-Schlüssel”. Tipp: Schreiben Sie die PUK auf einen Zettel im Portemonnaie, für den Notfall, falls Sie sich vertippt haben.

Besonderheit: Wenn die SIM-Karte eingelegt ist, aber die SIM-PIN noch nicht eingegeben wurde, können die Notrufnummern (110 und 112) gewählt werden.

Standby-Modus

Damit ist das Smartphone im Standby-Modus (vergleichbar mit dem roten Lämpchen beim Fernseher: “halb” ausgeschaltet, schnell aktivierbar). Die Verbindungen bestehen und verbrauchen Strom, der Bildschirm ist aus, Apps wurden noch nicht aufgerufen.

Sicher einschalten: Bildschirmsperre überwinden

Wenn das Smartphone sicher eingerichtet ist, muss jetzt die Bildschirmsperre überwunden werden (z.B. mit einer zusätzlichen PIN, einem Passwort, Gesichts- und/ oder Spracherkennung, Fingerabdrucksensor).

Bei neuen Smartphones ist normal keine Bildschirmsperre eingerichtet. Das sollte umgehend nachgeholt werden, um die Inhalte vor fremden Blicken zu schützen – auch wenn das etwas Bequemlichkeit kostet.

Nun ist das Smartphone eingeschaltet und arbeitsfähig. Jetzt können die Apps aufgerufen werden.

Achtung: Wenn das Smartphone eine Weile nicht benutzt wird, schaltet es in den Standby-Modus zurück (mit stromsparend ausgeschaltetem Bildschirm). Die Werkseinstellung ist mit z.B. 15 Sekunden recht kurz eingestellt (Strom sparen). Diese Zeit kann mit der Einstellung “Bildschirm-Timeout” verlängert werden. Das ist komfortabler, verbraucht aber mehr Strom. Tipp: Sie können auch bei langem Bildschirm-Timeout Strom sparen, indem Sie den Bildschirm nach Nutzung der Apps manuell ausschalten: Kurz auf die Ein/Aus-Taste drücken.

Sicher einschalten: AppLock als zusätzliche Sicherung ausgewählter Apps

Wer noch sicherheitsbewusster ist, kann Apps mit sensiblen Daten zusätzlich per AppLock schützen. Das bietet sich z.B. bei E-Mail-Apps, Banking, Einstellungen des Smartphones oder anderen schutzbedürftigen Daten an. Das geschieht mit einer Sicherheits-App, die bei ausgewählten Apps eine zusätzliche PIN abfragt. Beispiel: CM Security Antivirus Applock.

Dieser Schutz wird nach meiner Beobachtung selten genutzt. Er ist vielen Nutzern nicht bekannt, und als zusätzliche Hürde schränkt er den Komfort noch weiter ein. Wägen Sie ab!

Sicher einschalten – kombinieren Sie nach Bedarf

Jede dieser Sperren kann vom Besitzer aktiviert oder deaktiviert werden – im Konflikt zwischen (mehrfacher) Sicherheit und Komfort. Sicherheit und Komfort gleichzeitig verträgt sich nicht.

Beispiele:

“Seniorenhandy”: Wer das Smartphone trotz körperlicher Handicaps benutzen will oder muss, wird auf die mehrfachen Sperren verzichten wollen. Dagegen habe ich keine Bedenken, wenn die installierten Apps nicht auf sensible Daten zugreifen. Die Einrichtung des “Einfachen Modus” im Smartphone kann zusätzlich gegen ungewollte Fehlbedienung schützen.

“Schneller Zugriff”: Wer z.B. die Kamera für spontane Schnappschüsse schnell “schussbereit” haben will, kann sie ggf. so installieren, dass sie “außerhalb” der Bildschirmsperre ausgelöst werden kann. Manche Smartphone-Modelle lassen das zu.

“Risiko-Nutzer”: Wer sich regelmäßig in “gefährlicher” Umgebung bewegt oder sein Smartphone gern mal “irgendwo liegen lässt”, sollte alle Sperren einrichten. Damit wird unehrlichen Findern oder Dieben das “Kapern” der Daten erschwert.

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