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Bitte denken Sie über den WhatsApp-Standard nach!

„Jubel-Nutzer“ bringen andere Menschen dazu, dem WhatsApp-Standard zu folgen. Meine Bitte: Prüfen Sie kritisch!

Risiken durch WhatsApp-Standard

Beobachtungen zum WhatsApp-Standard

Die ersten Fragen von Smartphone-Einsteigern betreffen die Kommunikation wie mit dem Handy: Telefon, SMS, Kontakte. Für einige gehört auch WhatsApp dazu. Mir fiel wieder einmal auf, dass Familienmitglieder oder andere Helfer WhatsApp schon installiert hatten. Etwa die Hälfte der mitgebrachten Smartphones war so vorbereitet. „Wofür?“ fragte ich. Eine typische Antwort: „Ich weiß auch noch nicht, was ich damit soll“.

„Haben Sie die AGB gelesen?“ frage ich. „Nein“ ist die Standard-Antwort. Ich weiß, die AGB-Frage ist unbequem: Viele Seiten englisch-/juristisch-sprachiger Text und die Ausrede „Die anderen haben das doch auch akzeptiert“. Ist es bequemer, sich mit Abmahnern oder Kriminellen zu streiten? Aber „Mir passiert schon nichts“.

Der WhatsApp-Standard wird mit immer den gleichen Argumenten „missionarisch“ verkündet: Alle nutzen WhatsApp; es löst SMS ab, weil kostenlos ist; es ist einfach; es ist durch die „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ sicher.

Wer noch nicht genug Informationen hat, kann kaum dagegen argumentieren. Obwohl

  • z.B. viele Senioren nicht bei WhatsApp registriert sind und über diesen Weg nicht erreicht werden können,
  • die Nutzung nicht kostenlos ist, sondern Sender und Empfänger kostenpflichtiges Datenvolumen verbrauchen,
  • die Bedienung nicht einfacher ist als andere Kommunikationswege, wie Telefon, SMS, E-Mail, Anrufbeantworter etc. WhatsApp ersetzt diese Wege nicht, sondern ergänzt sie und fordert zusätzlichen Lernaufwand,
  • die persönlichen „Profile“ wie ein offenes Buch gelesen werden können (nicht von jedem, aber von Unberechtigten, die es darauf anlegen).

Profis kennen die Lücken im WhatsApp-Standard

Profis haben Fachwissen und unterschiedliche Ziele. Die „bösen“ wollen sich mit krimineller Energie unberechtigt fremde Daten aneignen. Die „guten“ sind Sicherheitsexperten, die solche Machenschaften herausfinden und verhindern wollen. Auch die Fachpresse hat Profis, die darüber berichten (aber nicht alle, die öffentlich berichten, sind deswegen Profis).

Mitte Mai 2017 berichtete die Presse, wie Unberechtigte den WhatsApp-Standard missbrauchen können. Gemeldet wurde nicht nur der Missbrauch, sondern auch, dass WhatsApp kein Interesse hat, das zu unterbinden. Z.B. ComputerBILD schrieb: Unfassbar: WhatsApp macht es Dieben, Betrügern und Werbenetzwerken leicht.

Jeder, der ein (auch unberechtigtes!) Interesse hat, kann beliebige Telefonnummernbereiche abfragen, z.B. „alle Profile mit der Mobil-Vorwahl 0163“. Ergebnis: alle WhatsApp-Nutzer mit einer 0163-Telefonnummer, inklusive Profilbild, Onlinestatus und Profiltext. Die Profile unterliegen nicht der gepriesenen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Werbenetzwerke können diese Daten für personalisierte Werbung nutzen – genau auf den einzelnen WhatsApper zugeschnitten. Kriminelle können die Daten für Betrugsmaschen einsetzen. Wer z.B. Lebensumstände kennt, kann besonders überzeugend den Enkeltrick vorbereiten. Kriminelle können Links zu infizierten Phishing-Seiten oder Schadsoftware setzen.

Die jüngste Gesetzgebung zum Staatstrojaner ist auch nicht geeignet, Vertrauen zu erzeugen. Damit soll die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgehebelt werden. Die Inhalte sollen vor der Verschlüsselung beim Sender und / oder nach der Entschlüsselung beim Empfänger abgefangen werden. Wenn Behörden das schaffen, schaffen Kriminelle das auch – die haben keine schlechteren Profis.

Meine Empfehlung: Denken Sie darüber nach

Ich kann nicht sagen, dass ich das „schon immer gewusst“ habe. Diese konkrete Form von Datenmissbrauch habe ich nicht erwartet. Aber überrascht bin ich trotzdem nicht. WhatsApp nennt kein Geschäftsmodell. Und von irgendwas müssen die Milliarden Kaufpreis und die laufenden Kosten bezahlt werden. Meine Phantasie reicht nicht, um an ein Geschenk der Besitzer an uns Nutzer zu glauben.

Ich bin ganz sicher, da kommt noch mehr. Denn dieser WhatsApp-Skandal bringt zwar Nachteile für die WhatsApper, aber keine offensichtlichen Vorteile für WhatsApp. Irgendwann wird es auch Vorteile für WhatsApp oder das „Mutterschiff“ Facebook geben, wieder mit Nachteilen für die WhatsApper.

Meine Empfehlung: Lösen Sie sich vom vermeintlichen WhatsApp-Standard. Wenn es schon ein Messenger sein muss, nutzen Sie einen vertrauenswürdigen Messenger (z.B. den Schweizer Anbieter Threema mit europäischem Datenschutz). Oder bleiben Sie bei den herkömmlichen Kommunikationswegen wie Telefon, Anrufbeantworter, SMS, E-Mail. Den meisten wird das genügen.

Wenn ich meinen Teilnehmern meine Argumente gegen WhatsApp erkläre, erlebe ich meistens eine Befreiung von einem „unguten Gefühl“. Zusätzlich empfehle ich, meine Zusammenfassung „WhatsApp – nein danke“ mit ihren hilfreichen Jubelnutzern zu diskutieren. Tun Sie sich selbst einen Gefallen: Hinterfragen Sie die Begeisterung von Jubelnutzern mit sachlich-nüchterner Skepsis. Lassen Sie sich logisch (nicht ideologisch) erklären, was in meiner Zusammenfassung falsch sein könnte.

Sie sind überzeugt „Ich habe nichts zu verbergen“ und „Mir passiert schon nichts“ und „So ist nun mal unsere Welt“. Wovon Sie überzeugt sind, ist egal. Nicht egal ist (auch Ihnen nicht), wenn richtige Fakten in falsche Zusammenhänge gestellt werden und Sie die Folgen zu tragen haben.
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