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Biometrisches Passbild selbst machen

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Der neue Personalausweis braucht ein neues biometrisches Passbild. Mit dem Smartphone kann man das ohne weiteres Zubehör selbst machen.

Biometrisches Passbild

Der neue Ausweis braucht ein Passbild

Ich brauche einen neuen Personalausweis. Auf der Webseite der Stadtverwaltung fand ich diese Anforderungen: Persönliche Antragstellung, Termin nur nach telefonischer Anmeldung, mitzubringen sind der alte Personalausweis und ein “aktuelles, biometrisches Lichtbild (Passfoto) aus neuester Zeit”, Zeitbedarf für die Bundesdruckerei zwei bis drei Wochen. Das Passbild wollte ich selbst machen.

Die Apps für biometrische Passbilder

Die Anforderung biometrisches Lichtbild klingt dramatischer als sie wirklich ist. Ich wusste, dass es Informationen zur Einhaltung der Anforderungen gibt. Im Google Play Store suchte ich mit den Begriffen “Passfoto”, “Passbild” und ähnlich. Die Bewertungen anderer Nutzer kritisierten z.T. die fehlende Unterstützung bei den Anforderungen.

Die offiziellen Anforderungen

Also suchte ich die offiziellen Anforderungen im Internet. Die Webseite Foto-Mustertafel des Bundesministerium des Inneren gibt ausführliche Tipps und zeigt falsche und richtige Beispielfotos. Recht übersichtlich. Die Themen sind: Format, Schärfe & Kontrast, Ausleuchtung, Hintergrund, Fotoqualität, Kopfposition & Gesichtsausdruck, Augen & Blickrichtung, Brillenträger, Kopfbedeckung, Kinder, Säuglinge und Kleinkinder.

Wenn Sie ein Passbild aufnehmen wollen, empfehle ich dringend, diese Hinweise der Mustertafel zu lesen. Es ist nicht kompliziert, die Anforderungen zu erfüllen. Man muss nur dran denken. Diese Regel lässt sich interpretieren: “Die Person muss mit neutralem Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund gerade in die Kamera blicken”. Zwischen dem “bösen Blick” und dem “breiten Grinsen” ist sicher Platz für ein “leichtes Lächeln”.

Aber vergessen Sie für das Passbild alles, was Sie von Portrait-Fotografie wissen. Passbilder sollen die Gesichtserkennung per Computer ermöglichen. Das ist eine ganz andere Aufgabe als mit einem künstlerischen Portrait eine Stimmung oder eine Persönlichkeit darzustellen. Über ein gelungenes Portrait freut sich auch das “Model”, bei einem gelungenen Passbild wird das “Model” sich nur ungern erkennen. Das Passbild soll nicht “gefallen”, es soll nach technischen Merkmalen vom Amt “akzeptiert werden”.

Fotos mit der “normalen” Kamera-App

Bei meiner Suche nach einer App fand ich keine, die der Mustertafel voll entsprach. Ich erkannte aber, dass man wahlweise mit der Passbild-App fotografieren kann oder ein Foto von der Kamera-App aus der Galerie wählen kann.

Ich empfehle, mit der Kamera-App für die Galerie zu fotografieren:

  • Wählen Sie die Normal-Kamera an der Rückseite mit hoher Auflösung (nicht die Selfie-Kamera). Dadurch können Sie mehr Abstand halten und die Verzerrung des Weitwinkel-Objektivs ausgleichen. Fotografieren Sie im Hochformat mindestens die obere Körperhälfte, machen Sie später einen Ausschnitt für das Passbild.
  • Gut ist ein einfarbiger Hintergrund (weiße Wand, kein Muster, keine Dekoration). Je größer der Abstand vom Hintergrund ist, desto weniger stören Schlagschatten.
  • Benutzen Sie Tageslicht im Halbschatten (keine grelle Sonne, kein Blitz).
  • Günstig ist frontales Licht, das vermeidet Schlagschatten im Gesicht und auf dem Hintergrund. Achtung: vermeiden Sie auch den Schatten des Fotografen.
  • Machen Sie mehrere Aufnahmen, probieren Sie ähnliche Standorte aus, wählen Sie dann das “kleinste Übel”.

Bearbeitung mit der Passbild-App

Ich installierte schließlich diese Passbild-App von Yarsa Labs. Im Google Play Store heißt sie “Reisepassgröße Foto Maker – Personalausweis, Visum”, im Smartphone heißt sie dann “Photo for Passport”. Das sind die Bearbeitungs-Schritte:

  • Auswahl des Landes: Germany (wegen des Formats 35×45 mm)
  • Druckauflösung: 600 DPI
  • “Leitfaden für Fotografen” ist nicht nötig, wenn das Galerie-Foto passt.
  • Foto auswählen: Galerie (mit den Fotos der normalen Kamera-App)
  • Bearbeitung beginnen
  • “Weiter mit Werbung” (nicht “Upgrade”, die kostenlose Version genügt)
  • Spiegeln, Autokorrektur und Drehen sind nicht nötig, wenn das Galerie-Foto passt. Weiter.
  • Die App erkennt das Gesicht und schlägt die Position des Zuschneide-Rahmens vor, ein Oval markiert das Gesicht (kann durch Ziehen angepasst werden). Zuschneiden.
  • Ausschnitt wird angepasst, kann bearbeitet werden (Helligkeit, Kontrast etc.). Nicht nötig, wenn das Galerie-Foto passt. Weiter.
  • Ein Hinweis erscheint: “Sie müssen eine geeignete Hintergrundfarbe für dieses Foto festlegen”. Das muss nicht sein, wenn das Galeriefoto stimmt (führt zum kostenpflichtigen Upgrade). Speichern.
  • Aufforderung: “Hintergrund-Entferner – Sie müssen …”. Das muss nicht sein, wenn das Galeriefoto stimmt (führt zum kostenpflichtigen Upgrade). “Überspringen”.
  • Speichern als: “Rahmen hinzufügen” nicht wählen wegen der Anforderungen. Name kann bleiben; JPEG mit Punkt markieren. Speichern.
  • Auf “Mehrere Kopien drucken” tippen (nicht auf “Fertig”).
  • Wähle Papiergröße: auf “4x6inches: 10x15cm” tippen. Speichern.
  • Foto speichern unter: Name kann bleiben. JPEG mit Punkt markieren. Foto speichern.
  • evtl. “Eine Rezension schreiben”
  • Abschließen.
  • Mit der Zurück-Raste die App beenden.

Ihr Original-Foto in der Galerie bleibt dabei unverändert erhalten.

Drucken im Drogeriemarkt

Alles ist jetzt im Smartphone gespeichert:

  • Die Galerie-Fotos wie üblich im Ordner DCIM.
  • Das bearbeitete Einzel-Passbild steht im automatisch angelegten Ordner ID-Photos.
  • Das Foto mit “mehreren Kopien” ist im automatisch angelegten Ordner ID-Photo-Prints gespeichert.

Mit dem Smartphone gehe ich z.B. zum Drogeriemarkt “meines Vertrauens”, wie DM oder Rossmann oder zum Elektronic-Discounter. Dort stehen Foto-Automaten, mit denen ich mein Foto mit “mehreren Kopien” aus dem Ordner ID-Photo-Prints drucken lasse. Der Druckautomat bietet mehrere Übertragungswege an, z.B. Bluetooth für Android, WLAN, USB. Die Bedienung des Automaten “drängt sich nicht intuitiv auf”, speziell die Verbindung zwischen Smartphone und Automat. Aber wenn es dabei Probleme gibt, gibt es auch hilfsbereite Mitarbeiter im Laden. Ich wählte WLAN und musste dafür noch eine App des Fotoservice installieren. Als Druckformat wählte ich 10x15cm.

Die sechs Fotos auf dem 10x15cm-Ausdruck haben jeweils die geforderte Größe 35×45 mm. Damit gehe ich zum Amt und beantrage den neuen Personalausweis.

PrivatstundenHandyTipp Fernsteuerung


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