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Bequem schreiben: Spracherkennung statt Tastatur

Bei Computern ist die Tastatur vertraut und einigermaßen bequem. Beim Smartphone wird die „virtuelle Tastatur“ in das kleine Display eingeblendet und verlangt hohe Aufmerksamkeit. Spracherkennung „umgeht“ die Tastatur und sorgt für Komfort und Sicherheit.

Das Problem mit der Smartphone-Tastatur

Was passiert eigentlich, wenn Sie jemandem eine Nachricht schreiben? Richtig, Sie schreiben. Zuerst Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers, dann den Text. Dann schickt das Smartphone die Nachricht zum Empfänger.

Auf der kleinen Smartphone-Tastatur müssen Sie schon konzentriert zielen, um die kleinen Tasten zu treffen. Wenn Sie benachbarte Tasten berühren, gibt es Tippfehler (bei manchen Schreibern habe ich den Eindruck, dass ihnen die Fehler egal sind). Die Bedienung wird für manche Senioren noch schwieriger, wenn sie mit der Anordnung der Buchstaben auf der Tastatur (Tastatur-Layout) nicht vertraut sind. Beim Autofahren kommt noch dazu, dass Bewegungen und Vibrationen das Schreiben erschweren.

Aus gutem Grund ist es beim Autofahren verboten, das Smartphone in der Hand zu benutzen. Auch in einer Halterung mit den Händen am Lenkrad lenken diese Aktivitäten den Fahrer noch ab.

Viel sicherer wäre eine Bedienung per Spracherkennung, bei der das Smartphone in der Halterung und die Augen auf der Straße bleiben können.

Spracherkennung ergänzt die Tastatur

Tastatur mit SpracherkennungSmartphones können Sprache erkennen, wenn sie richtig eingerichtet sind. Die Bedienung ist ganz einfach. Wenn das Smartphone die Eingabe von Text erwartet, blendet es die Tastatur ein. Sie können nun wählen, ob Sie Buchstaben tippen oder Sätze sprechen wollen.

Um zu sprechen tippen Sie auf das kleine Mikrofon-Symbol in der Tastatur (im Bild mit dem roten Kreis markiert). Nun können Sie diktieren; fast gleichzeitig erscheint der gesprochene Text in Form von Buchstaben im Textbereich. Sogar Satzzeichen können Sie ansagen, sie werden richtig eingefügt. Für das Beispiel im Bild diktierte ich: „Das habe ich nicht getippt Komma sondern gesprochen Punkt“.

Die Spracherkennung ist erstaunlich gut. Gelegentlich kommt es zu Missverständnissen, z.B. bei Eigennamen und seltenen Ausdrücken. Fehler können Sie mit der Tastatur korrigieren, als ob Sie den Text getippt hätten. Sie können jederzeit zwischen Tippen und Sprechen wechseln oder Pausen machen, ganz wie es Ihnen in den Sinn kommt.

Was Sie so einfach bedienen können, ist im Hintergrund sehr komplex. Ihr Smartphone nimmt Ihre Sprache als Schallwellen auf und schickt diese ins Internet zu einem Server. Der führt die Spracherkennung durch. D.h. er „übersetzt“ Schallwellen in Buchstaben, fügt sie zu Wörtern und Sätzen zusammen, schlägt Rechtschreibung und Grammatik vor etc. Das Ergebnis sendet er zurück auf Ihr Display.

Die Spracherkennung setzt voraus, dass Sie Verbindung zum Internet haben: Unterwegs nutzen Sie das Mobilfunknetz, zu Hause das WLAN. Die Folge ist, dass Sie Datenvolumen verbrauchen und Gebühren verursachen – für den Text wenig, für die Sprache etwas mehr. Im Funkloch und evtl. bei tariflicher Drosselung funktioniert das System nicht.

Wenn Sie Ihr Smartphone für die Spracherkennung benutzen, sind Sie normalerweise mit Ihrem Google-Konto angemeldet. Die Spracherkennung läuft über Google-Server. D.h. Google kennt und speichert Ihre Texte. Sie können sie nachlesen, wenn Sie sich bei Ihrem Google-Konto einloggen. Von Ihren Texten hängt es ab, ob Sie Google Ihre Privatsphäre anvertrauen.

Die Spracherkennung funktioniert überall, wo die Tastatur eingeblendet wird, z.B. bei SMS, E-Mails, Notizen, Formularen. Vorstellbar ist durchaus, dass Sie einen langen Text (z.B. Bericht, Buch) auf einem PC schreiben und gestalten wollen. Dafür „diktieren“ Sie den gesamten Text oder Teile mit dem Smartphone in Notizen und übertragen sie zur weiteren Bearbeitung auf den PC.

Die Tastatur für Spracherkennung einrichten

Falls Ihre Tastatur das Mikrofon-Symbol nicht zeigt, können Sie es so einrichten (das Bild zeigt Screenshots vom Samsung Galaxy J5 2016 mit Android 6.0.1):

Tastatur für Spracherkennung einrichten

  1. Rufen Sie die Einstellungen auf.
  2. Wischen Sie nach oben, bis weiter unten Sprache und Eingabe erscheint. Tippen Sie darauf.
  3. Tippen Sie im nächsten Bildschirm auf Standardtastatur.
  4. Im kleinen Fenster tippen Sie auf EINGABEMETHODEN EINRICHTEN.
  5. Prüfen Sie die Google Spracheingabe. Setzen Sie ggf. den Schalter nach rechts auf EIN.

Diese Einrichtung der Spracherkennung ist nur einmalig nötig. Sie bleibt so, bis Sie sie irgendwann ändern.

Chancen und Grenzen der Spracherkennung

Das System schreibt, was es verstanden hat. Das ist meistens richtig, manchmal aber Glückssache. Die Fehlervermeidung hängt offensichtlich vom „eingebauten Wörterbuch“ der Spracherkennung ab. Fehler können entstehen, wenn meine Wörter nicht im Wörterbuch des Systems stehen. Aber das Wörterbuch scheint meine Begriffe zu „lernen“ – die Spracherkennung wird in kleinen Schritten immer besser.

Meine Erfahrung:

  • Ich nutze die Spracherkennung im Smartphone gern für einfache Texte, und wenn keiner mithört. Beispiel: E-Mails und SMS. Tippfehler, z.B. weil ich eine benachbarte Taste erwischt habe, entstehen gar nicht erst. Einfache Texte werden gesprochen „besser“ als getippt.
  • Komplizierte Texte tippe ich lieber. Dazu gehören Eigennamen, Adressen und Fachbegriffe, denn die wenigsten stehen im Wörterbuch. Tippen erspart mir Korrekturen. Texte an denen ich „feilen“ will, tippe und ändere ich schneller mit der PC-Tastatur. Beispiel: Blogbeiträge wie dieser, den Sie gerade lesen.

Mich würde interessieren, wie Sie damit umgehen. Unten gibt es ein Kommentarfeld.


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