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Frequenzbereiche – Zugang zu fremden Netzen

Frequenzbereiche – das Smartphone funktioniert nicht überall

Smartphones sind international nur reisetauglich, wenn sie die Frequenzbereiche der “Gastgebernetze” benutzen können. Handy- und Smartphone-Nutzer können nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass sie überall telefonieren und surfen können. Was Sie beim internationalen Einsatz beachten müssen, erfahren Sie hier.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Hier geht es nicht um Tarife und Gebühren, sondern um die Verbindungstechnik. Es kommt darauf an, dass das eigene Gerät sich am aktuellen Standort im dort vorhandenen Netz anmelden kann. Es spielt keine Rolle, in welchem Netz sich der Kommunikationspartner befindet – Übergänge zwischen unterschiedlichen Netztechniken regeln die Netzbetreiber untereinander.

Die Entwicklung der Frequenzbereiche

Das Festnetz braucht keine Frequenzbereiche

Das Festnetz benutzt “feste” Kabelverbindungen. Ein Festnetz-Telefon wechselt seinen Standort nicht und muss sich daher nicht an andere Netze anpassen.

Einstieg in die Mobilität: Sprache und SMS per GSM

GSM steht für “Global System for Mobile Communications” oder “Globales System für mobile Kommunikation” – Telefonieren und SMS. GSM ist das “Schmalband” und transportiert nur Sprache (Telefon) und Text (SMS).

Als die Telefone als Handy mobil wurden, mussten sie sich den Bedingungen der Funktechnik anpassen. Die braucht eine gemeinsame “Wellenlänge” zwischen dem Handy und dem Funkmast am Standort des Handys. Die Funkmasten werden von den jeweiligen Netzbetreibern aufgestellt, das erfolgte nicht international koordiniert. Im nationalen Betrieb mussten die Handys so ausgestattet sein, dass ihr Frequenzbereich zu den Funkmasten passte.

Mobil ins Internet: Daten per UMTS

UMTS steht für “Universal Mobile Telecommunications System” oder “Universelles mobiles Telekommunikations-System” – langsames und normales Internet. UMTS ist der Einstieg in Breitband mit relativ geringer Leistung.

Als das Internet mit den Smartphones mobil wurde, mussten mehr Daten übertragen werden. Die bisherigen Datenraten (Übertragungs-Geschwindigkeiten) reichten nicht mehr aus. Für die Datenübertragung von UMTS wurden die Grundlagen von GSM weiterentwickelt, UMTS benutzt die gleichen Frequenzbereiche wie GSM.

“Turbo”-Internet: Schnelle Daten per LTE

LTE steht für “Long Term Evolution” oder “Langfrist-Entwicklung” – Hochleistungs-Internet. LTE ist schnelles Breitband für Multimedia und gewerbliche Anwendungen.

Mit der Verbreitung des mobilen Internets werden Daten für immer mehr Nutzer übertragen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Geschwindigkeit. Neben Texten und Bildern werden immer mehr Videos übertagen. Z.B. verdrängt “Video on Demand” immer mehr das Fernsehen – Sendungen werden nicht nur “für alle gleichzeitig nach Programm per Antenne” ausgestrahlt, sondern individuell per Internet “auf Anforderung heruntergeladen”. Das steigert den Bedarf an Übertragungskapazität.

Diese höhere Leistung von LTE soll auch eingesetzt werden, um “unterversorgten” ländlichen Bereichen großflächig erstmals den Internetzugang zu ermöglichen. Diese Leistungsmerkmale können langfristig dazu führen, dass das Festnetz durch das LTE-Mobilfunknetz ersetzt wird.

Frequenzbereiche im In- und Ausland

Das folgende Bild zeigt die Frequenzbereiche einiger europäischer Länder und anderer Kontinente.

Frequenzbereiche - Zugang zu fremden Netzen

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Daten gibt es keine Gewähr, weil die Informationen aus unterschiedlichen Quellen stammen und weil die Entwicklung ständig im Fluss ist. Die Angaben für die Kontinente sind nur grobe Orientierungswerte, regionale Abweichungen sind nicht dargestellt.

Frequenzbereiche in Deutschland

In Deutschland werden 2 GSM-/UMTS-Frequenzbereiche und 3 LTE-Frequenzbereiche von diesen Netzbetreibern genutzt:

  • 800 MHz-Band: LTE für ländliche Gebiete mit größeren Reichweiten und etwas geringeren Geschwindigkeiten (genutzt von Telefonica mit O2, Telekom, Vodafone)
  • 900 MHz-Band: GSM, UMTS
  • 1800 MHz-Band: GSM, UMTS, LTE (Telefonica, Telekom)
  • 2100 MHz-Band: UMTS
  • 2600 MHz-Band: LTE für Spitzengeschwindigkeit in Ballungszentren (genutzt von Telefonica, Telekom, Vodafone)

Die Netzbetreiber (Telekom, Vodafone, Telefonica) können “ihre” Frequenzbereiche in den Auktionen der Bundesnetzagentur ersteigern.

Frequenzbereiche weltweit

Im Ausland gibt es insgesamt 4 GSM-/UMTS- und ca. 40 verschiedene LTE-Frequenzbereiche. Das Elektronik-Kompendium beschreibt die wichtigsten im Artikel “LTE-Übertragungstechnik”.

Im europäischen Ausland werden ähnliche Bereiche wie in Deutschland benutzt. Die meisten Abweichungen gibt es im LTE-Bereich, der sich noch im Aufbau befindet. Große Gebiete in Afrika, Asien und Australien nutzen ähnliche Frequenzbereiche wie Europa. Ganz andere Frequenzen werden in den USA benutzt.

Die Vielzahl der Frequenzbereiche fordert Ihr Smartphone

Die Netze sind in ihren Ländern ohne gemeinsame Koordination gewachsen. Die vorhandene Infrastruktur kann sich nicht an die Smartphones anpassen. Also muss die Anpassungsfähigkeit vom Smartphone ausgehen, das Smartphone muss sich auf die Frequenzen im Ausland einstellen.

Handys wurden als Dualband / Triband / Quadband angeboten. Die Namen deuten an, dass das Gerät zwei, drei oder vier Frequenzbereiche beherrscht. Zum Beispiel ein Dualband-Handy: Wenn das Handy für die Bereiche GSM 900 und GSM 1800 ausgestattet ist, ist es in Europa, Australien sowie in Teilen von Afrika und Asien geeignet; in den USA ist es unbrauchbar. Ein anderes Dualband-Handy mit GSM 850 und GSM 1900 ist in den USA kompatibel; im Rest der Welt kann es sich nicht verbinden. Triband- und Quadband-Handys sind da vielseitiger.

Für die vier verbreiteten GSM-/UMTS-Frequenzbereiche ist die Vielseitigkeit leicht erfüllbar, Quadband-Geräte sind technisch und wirtschaftlich verfügbar, sie sind sie keine teure Ausnahme mehr.

Für die ca. 40 LTE-Frequenzbereiche ist diese Vielseitigkeit (noch) nicht verfügbar. Als Problem wird der Platzbedarf im Smartphone genannt, für Antennen / Chips / leistungsfähigere Akkus. Es bleibt abzuwarten, wie die Smartphone-Ausstattung dafür entwickelt wird. Ich lese in diesem Zusammenhang Begriffe wie “LTE-Advanced”, “Carrier Aggregation”, “Frequenzträgerbündelung”, “Mehrantennentechnik” etc. Diese Techniken betreffen die Funkmasten und/oder die Smartphones. Vielleicht können zukünftige Smartphones dann mit mehreren Frequenzbereichen umgehen.

Was bei fehlender Kompatibilität passieren kann, berichtet LTE-Anbieter.info: “Wie wir schon mehrfach auf lte-anbieter.info berichtet haben, unterstützt das neue Apple iPhone 5 zwar LTE – auf Grund der von Apple integrierten Frequenzen jedoch nur im Netz der Deutschen Telekom auf 1800 Megahertz. Die Telekom setzt LTE1800 jedoch auch nicht flächendeckend ein, sondern nur in Städten ab etwa 20.000 Einwohnern. Das auf dem Land oft verbreitete LTE auf 800 Megahertz ist für Besitzer eines iPhone 5 nicht nutzbar.” Für die teure Technik und den teuren Tarif gab es in 2012 also in großen Bereichen kein schnelles Internet.

Empfehlung für mobile Nutzung

Das geeignete Netz

Für Deutschland und für das Ausland gilt: Die Netzbetreiber verfolgen ihre individuellen Pläne für Netzausbau und Frequenzbereiche. Die Standorte (z.B. Ballungsgebiet, ländliche Gegend) werden unterschiedlich versorgt. Das hat nichts mit der Ausstattung Ihres Smartphones zu tun.

Informieren Sie sich, welche Frequenzbereiche an Ihren “normalen” Aufenthaltsorten vorhanden sind, z.B. Wohnsitz, Arbeitsplatz, Zweitwohnung. Das gilt für GSM, UMTS und LTE in gleicher Weise. Schließen Sie Ihren Mobilfunk-Vertrag mit dem Netzbetreiber ab, der Ihren Bedarf mit seinem Angebot deckt.

Das “auslandstaugliche” Smartphone

Bei der heute marktüblichen Ausstattung der Smartphones mit Quadband können Sie davon ausgehen,

  • dass Telefon und SMS (per GSM) sowie mobiles Internet mit “normalen Geschwindigkeiten (per UMTS) weltweit möglich sind,
  • dass das “Turbo-Internet” (per LTE) nur als Insellösung, nicht flächendeckend, zur Verfügung steht.

Ausweichlösungen, wenn Turbo-Internet per LTE fehlt

Brauchen Sie auf Auslandsreisen unbedingt hochauflösendes Video on Demand?

Wenn Sie im Ausland LTE wirklich benötigen, sollten Sie bei der Anschaffung die Versorgung im Reiseland und die verfügbaren Frequenz-Bündel der Smartphones aufeinander abstimmen. Ohne diesen Aufwand haben Sie diese Möglichkeiten:

  1. Verzichten Sie auf LTE, nutzen Sie GSM und UMTS für mobile Telefonie und Internet, das sollte für die meisten Anforderungen genügen,
  2. WLAN-Zugang per Smartphone, das ist nicht richtig mobil, aber evtl. ausreichend,
  3. Ausweichen auf Festnetz-Telefone und -Computer, z.B. im Hotel oder im Internet-Café,
  4. Beschaffung eines anderen vielseitigeren Smartphones für universellen Einsatz,
  5. Beschaffung eines zusätzlichen Smartphones nur für die Zielregion.

FrequenzbereicheLTE im Ballungsraum brauche ich nicht, in ländlichen z.B. Ferien-Bereichen ist es noch zu wenig verbreitet. Quadband gehört quasi zur Standardausstattung, für Europa genügt mir das.


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