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Display als Grundausstattung

Das Display ist das auffälligste Bauteil des Smartphones, entsprechend emotional wird darüber diskutiert. Mir geht es hier um sacchliche Kriterien.

Die Display-Größe bestimmt den Komfort

DisplayBeim Handy ist das Display nur eine Anzeige (einfarbig oder farbig), die Bedienung des Handys erfolgt per Hardware-10er-Tastatur. Ein einfacher Zusammenhang: Größeres Display = bessere Lesbarkeit.

Beim Smartphone wird auf die Tastatur verzichtet, deren Platz kann für ein größeres Display verwendet werden. Das muss dafür die Aufgaben der Tastatur übernehmen: Bei Bedarf wird eine „virtuelle“ Tastatur eingeblendet, die auf Berührung reagiert. Das Display ist daher als „Touchscreen“ gebaut.

Weil die Tastatur nur bei Bedarf eingeblendet wird, schränkt sie die Displaygröße nicht dauerhaft ein. Als „Kompromiss“ gibt es eine Kombination dieser Bauweisen: Touchscreen mit Hardware-Tastatur. Der Touchscreen ist größer als beim Handy und kleiner als das Gehäuse, die Tastatur ist eine Volltastatatur mit einem Layout analog zur Schreibmaschine. Diese Bauweise hat sich für Smartphones nicht durchgesetzt.

BauformenLinks: Handy mit 10er-Hardware-Tastatur. Mitte: Smartphone ohne Hardware-Tastatur oder (größer) Tablet. Rechts: Kombination kleiner Touchscreen und Hardware-Volltastatur

Die Größe des Touchsreeens bestimmt den Komfort:

  • Je größer das Display ist, desto größer können Texte, Bilder und Bedienelemente dargestellt werden – höherer Lese- und Bedien-Komfort.
  • Je größer das Display ist, desto schwieriger ist einhändige Bedienung: Das Gerät passt zwar in eine Hand, aber der Daumen ist zu kurz, um bequem alle Tasten zu erreichen.
  • Je größer das Display ist, desto größer wird das Gerät – geringerer Transport-Komfort.
  • Je größer das Display ist, desto größer wird der Stromverbrauch, desto öfter muss der Akku geladen werden – geringerer Betriebs-Komfort oder desto größere Abmessungen hat der Akku – geringerer Transport-Komfort.

Ich sehe im Prinzip drei Display-Größen:

  • Smartphone um 4,5 Zoll Bildschirm-Diagonale. Was nutzt unterwegs ein komfortables großes Gerät, wenn es nicht in die Hemden- oder Hosentasche passt und deswegen zu Hause bleibt? Was nutzt eine zu kleine virtuelle Tastatur, die durch die unvermeidlichen Vertipper frustriert?
  • Phablet größer als Smartphone oder Tablet bis 7 Zoll Bildschirm-Diagonale. Lesbarkeit und Bedienbarkeit sind dabei sehr komfortabel. Das Gerät kann in einer Hand gehalten werden und muss nicht auf dem Tisch legen
  • Tablet ab 10-Zoll wird meistens auf dem Tisch liegen. Manche nutzen ein Tablet anstelle eines PC oder Notebook. Zum „produktiven“ Arbeiten muss man aber Zugeständnisse machen, z.B. fehlt ein Drucker-Anschluss.

Empfehlung: Probieren Sie es aus.

Display-GrößeAls „täglicher Begleiter“ mit Kalender, Navi etc. sowie als „Couch-Computer“ genügt mir Smartphone um 4,5 Zoll. Ein Phablet oder Tablet brauche ich nicht. Zum Arbeiten habe ich den PC.

Display und Qualitätsmerkmale

Beim Display scheiden sich die Geister. Werbung und Labortests betonen einzelne Ausstattungs-Merkmale und Daten. Aus meiner bisherigen Erfahrung halte ich das für nicht praxisgerecht. Die „Lesbarkeit“ des Displays hängt nicht nur vom Gerät ab, sondern sehr stark vom Nutzer. Wenn der seinen Touchscreen nicht reinigt, das Smartphone ungeschützt in der gleichen Tasche hat wie seine scharfkantigen Schlüssel, die Helligkeit runterreguliert, eine Folie „blasig“ aufzieht, nicht auf sein Umgebungslicht achtet, dann kann dagegen auch die beste Technik nichts ausrichten. Ich beschreibe hier die diskutierten Merkmale hauptsächlich wegen der Vollständigkeit.

Für besonders wichtig halte ich die maximal mögliche Helligkeit des Displays. Helles Umgebungslicht stört stark. Z.B. bei greller Sonne kann es vorkommen, dass Texte nicht lesbar sind, dass Fotos (Kamerafunktion) und Landkarten (Navigation) nicht erkennbar sind. Für die Helligkeit gibt es den Maßstab cd/m² (Candela pro m²). Bei Smartphones werden z.Z. Helligkeiten bis 500 cd/m² angeboten. Zum Vergleich: Für Notebooks wird empfohlen: 200-250 cd/m² in beleuchteten Innenräumen, 500-800 cd/m² bei bedecktem Himmel, 800-1000 cd/m² bei direkter Sonneneinstrahlung.

Bedenken Sie: Größere Helligkeit geht zu Lasten der Akku-Laufzeit! Ein Helligkeitssensor (wenn vorhanden) misst das Umgebungslicht und passt die Displayhelligkeit sowie die Akku-Belastung automatisch an: Je heller die Umgebung, desto heller die Display-Beleuchtung und desto größer der Stromverbrauch. Die Lesbarkeit kann durch Schatten verbessert werden, z.B. unter dem Autodach oder Baum, im Hauseingang oder Körperschatten. Mein Tipp: Ausprobieren! Bilden Sie sich einen eigenen Eindruck, was für Sie akzeptabel ist. Bedenken Sie, wo Sie sich normalerweise aufhalten, z.B. am Schreibtisch, im Auto, im Freien. Wer überwiegend drinnen ist, kommt mit geringerer Helligkeit aus.

Der Kontrast sorgt für Bildschärfe und Tiefenwirkung. Je größer der Kontrast, desto „schwärzer wirkt schwarz“. Wenn Testberichte den Kontrast beschreiben, verwenden sie Verhältniszahlen, z.B. 800:1, 9000:1 oder ähnlich bei Smartphones, 2.000.000:1, 5.000.000:1 o.ä. bei Fernsehern. Die großen Unterschiede machen deutlich wie unterschiedlich die Anforderungen z.B. an Smartphone und Fernseher sind. Mein Tipp: Ausprobieren! Vergleichen Sie die Smartphones „in engerer Wahl“ bei gleichen Lichtverhältnissen – gleichzeitig.

Die Auflösung des Displays bestimmt, wie „scharf“ die Darstellung ist. Unabhängig von der Display-Technik ist klar: Die Qualität der Darstellung steigt mit der Anzahl Bildpunkte (Pixel) und mit den daraus errechenbaren Pixelzahl für das ganze Display (Höhe x Breite). Daraus wird Pixeldichte errechnet, ausgedrückt in Pixel pro Zoll / Dot per Inch / dpi. HD- oder gar Full-HD-Auflösung werden inzwischen angeboten und mit Begriffen wie „brillant“ beworben. In aktuellen „Bestenlisten“ werden Pixeldichten von über 300 bis fast 500 dpi genannt. Zur Orientierung: Das menschliche Auge kann ab 350 dpi keine Pixel mehr unterscheiden. Mehr ist also Unsinn, weniger ist durchaus akzeptabel. HD-Auflösung wie z.B. beim Fernseher halte ich auf dem kleinen Smartphone-Display für weit übertrieben. Prüfen Sie z.B. Buchstaben, schräge Linien und Bögen mit Ihrer normalen Brille oder mit bloßem Auge, ob Sie den störenden Treppchen-Effekt erkennen. Erkennen Sie die Unterschiede?

Eine hohe Auflösung ist nicht nur ein Vorteil. Wenn die Apps nicht für die hohe Auflösung geeignet sind, kann der Vorteil nicht genutzt werden. Hohe Auflösung benötigt auch hohe Prozessorleistung. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis extrem hohe Auflösung zum Standard wird.

Je mehr Farben ein Display darstellen kann, desto echter wirkt z.B. das Foto. Der Maßstab für die möglichen Farb-Abstufungen ist die Farbtiefe. Mit der Farbtiefe 16 Bit können ca. 65.000 Farben dargestellt werden, mit 24 Bit ca. 16 Mio Farben. Die Farbtiefe halte ich für weniger wichtig – Smartphones sollen funktional sein, nicht nur Fotokunst zeigen. Messwerte sind in Handbüchern und in Testberichten leider nur selten zu finden. Auch hier mein Tipp: Ausprobieren!

Ein heftig beworbenes Merkmal ist die Display-Technik, z.B. LCD, TFT-Matrix, IPS, OLED, AMOLED (Active Matrix OLED), Super-AMOLED, S-LCD, Retina. Es gibt laufend Neu-Entwicklungen – und die Reaktivierung alter Techniken mit neuen Argumenten. Labortests ergeben, dass jede Technik spezifische Vor- und Nachteile hat und dass die Unterschiede auf einem hohen Qualitätsniveau zu beobachten sind. Eine eindeutige Qualitätsrangfolge habe ich nicht gefunden, stattdessen gab es wiederholt den Hinweis: „Das Zusammenspiel der Komponenten macht es aus“. Vielleicht ist das Zusammenspiel der Grund, dass nicht „die beste“ Technik gemessen werden kann. Dann können Werbetexter sich daran unwidersprochen austoben.

Ich halte die Display-Technik für weniger wichtig. Wenn man ein Einsteiger- neben ein High-End Gerät legt, wird ein Unterschied deutlich sein. Unterschiede in Laborwerten müssen sich im Komfort nicht bemerkbar machen. Wenn man immer mit dem gleichen Gerät umgeht, kommt es mehr darauf an, dass man die Fingerabdrücke vom Touchscreen abwischt 😉

Mein Tipp: Probieren Sie es mit Ihren typischen Anwendungen aus, z.B. stellt Text andere Anforderungen als Bilder. Achten Sie dabei auf ähnliche Helligkeitseinstellungen – ein einfaches hell eingestelltes Display kann besser wirken als ein hochwertiges dunkel eingestelltes. Beachten Sie dabei auch die Preisunterschiede. Und denken Sie daran, dass Sie nicht stundenlang auf das kleine Display sehen.

Gelegentlich wird das Seitenverhältnis des Displays betont: 4:3, 16:9 oder ähnlich. Für Videos mag die optimale Platzausnutzung wichtig sein. Weil die Gerätegröße für Videos sowieso „suboptimal“ ist, halte ich das Seitenverhältnis für wenig bedeutend.

Display - Einblickwinkel Der Einblickwinkel (oder Betrachtungswinkel) bestimmt, ob der Nutzer gerade auf das Display blicken muss oder ob es auch schräg von der Seite gut lesbar ist, d.h. ohne große Farbverschiebung und Kontrastverlust. Der Einblickwinkel kann wichtig sein, wenn immer wieder mehrere Personen gleichzeitig auf das Display blicken – beim Smartphone ist das seltener als beim Fernseher. Der Einblickwinkel von 178° ist praktisch der äußerst mögliche Winkel. Wenn Sie vermeiden wollen, dass Ihnen jemand „über die Schulter“ sieht, sind kleinere Einblickwinkel (z.B. 110°) sicherer. Für mich ist der Einblickwinkel nebensächlich.

Die Oberfläche des Touchsreeens bestimmt den Lese-Komfort. Es gibt glänzende und matte Oberflächen. Hochlänzende Oberflächen spiegeln bei hellem Licht, matte Oberflächen sind dabei besser zu lesen. Dafür erscheinen bei glänzenden Oberflächen die Farben etwas klarer. Fazit: Geschmackssache, nicht überbewerten. Die meisten Geräte haben eine glänzende Oberfläche. Etwas Abhilfe können Blendschutz-Folien bringen. Glänzende und matte Oberflächen wirken nach Benutzung gleichermaßen „verschmiert“, es sind eben Touchscreens. (Abhilfe: Microfaser- oder Ledertuch).

Zum Schutz gegen Kratzer auf dem Display bieten manche Geräte verbesserte Widerstandsfähigkeit an, z.B. unter den Namen Gorilla-, Corning- oder Schott-Glas. Das ist sicher vorteilhaft, aber bei normalem Einsatz als Kaufkriterium nicht entscheidend. Zubehör Muss das Smartphone unbedingt „nackt“ in der gleichen Tasche mit dem scharfkantigen Schlüsselbund sein? Geeignetes Zubehör: Schutz kann auch durch Display-Folien und Taschen gewährleistet werden. Folien und Taschen sind für mich wichtig zur Werterhaltung. Die Forderung „Gorillaglas“ schränkt die Auswahl unnötig ein. Je größer das Gerät, desto eher wird man auf eine (vergrößernde) Tasche verzichten wollen, desto wichtiger werden ein widerstandsfähiges Display und eine unempfindliche Rückseite.

Gesamtwirkung des Displays ist wichtiger als Details

DisplayNach meiner Beobachtung sind die einzelnen technischen Ausstattungs-Merkmale weniger wichtig, es kommt auf die Gesamtwirkung an, auf das Zusammenspiel der Merkmale. Das können Sie durch Vergleiche „mit eigenem Auge“ besser erkennen als aus Marketing-Daten. Wenn Sie vergleichen, sollte das unter gleichen Bedingungen geschehen, mehrere Geräte gleichzeitig am gleichen Ort. Erinnerungen sind dabei nicht hilfreich. Lassen Sie sich nicht zu sehr von technischen Daten blenden!


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