Das Smartphone braucht ein geeignetes Netz. Wenn das Netz schwächelt, kann das Smartphone das nicht ausgleichen. Die Netz-Qualität streut aber zwischen High-Speed und Funkloch. Worauf man beim Netz- und Tarifpartner achten muss.

Bandbreiten im Netz: Leistung und Geschwindigkeit

Diese “Dienste” werden für das Mobilfunknetz angeboten:

  • Telefonie: Sprachkommunikation,
  • SMS: Versand und Empfang von kurzen Textnachrichten (max. 160 Zeichen) über das Handy-Netz,
  • MMS: Weiterentwicklung von SMS: Versand und Empfang von multimedialen Nachrichten über das Telefonnetz, z.B. Fotos und kurze Videos, Texte länger als 160 Zeichen,
  • Internet: Weltweites Netzwerk aus vielen Computern, durch das Daten ausgetauscht werden, z.B. World Wide Web, E-Mail, Telefonie, Chat.

Diese Dienste werden in den Netzen angeboten, die in vielen Jahren gewachsen sind. Die Netze sind dort am schnellsten gewachsen, wo der Bedarf am größten war bzw. wo es die meisten Gebührenzahler gab. Das führte dazu, dass langsame Netze in ländlichen Regionen und schnelle Netze in Ballungsgebieten gleichzeitig nebeneinander existieren. Details sind in diesem Artikel ausführlich beschrieben:

Generationen im Mobilfunk-Netz
Mobilfunknetz – was die Balken und Buchstaben bedeuten

Wie unterschiedlich die Leistung der Netze ist, lässt sich an einem Vergleich abschätzen. Die langsamsten Netz-Teile transportieren Daten mit Schnecken- oder Fußgänger-Geschwindigkeit; die heute schnellsten Netz-Teile bewegen Daten mit Jet-Geschwindigkeit. In Vorbereitung ist “Raketen-Geschwindigkeit”. Weit verbreitet sind “brauchbare” Geschwindigkeiten von Fahrrad bis Auto.

Drei Netz-Betreiber in Deutschland

Im Funkloch nutzt das beste Smartphone und der günstigste Tarif nichts. Die Funklöcher sind noch nicht restlos geschlossen, z.B. in ländlichen Gegenden. Funklöcher ohne stabilen Funkempfang entstehen, wenn die Region mit zu wenig Funkmasten oder alter (langsamer) Technik ausgestattet sind. Funklöcher bestehen in Netzen. Darum ist die Auswahl des “richtigen” Netzes wichtig.

In Deutschland gibt es nach der Übernahme des E-Plus-Netzes durch Telefonica (und der Zusammenführung des E-Plus-Netzes mit dem O2-Netz) nur noch drei Mobilfunknetze. Die Netze gehören Telekom, Vodafone und Telefonica. Sie werden von den Netz-Betreibern selbst oder von “Resellern” (“Zwischenhändlern”) vermarktet. Die Netze unterscheiden sich bezüglich ihrer Leitungsqualität und Übertragungs-Geschwindigkeit. Die drei Netzbetreiber versorgen Deutschland – mit Unterschieden.

Aus dem Vergleichstest “Wer hat das beste Handy-Netz?” vom November 2017 von connect ergibt sich dieser Vergleich: Das beste Netz hat Telekom (901 von 1000 Punkten). Ganz nah folgt Vodafone (876 Punkte). Abgeschlagen ist Telefonica/O2 (553 Punkte).

connect Netztest Mobilfunk 2018

Ausblick: Alle Festnetz-Anbieter wollen sich von der “letzten Meile” trennen; das ist die Kabelverbindung von der Vermittlungsstelle bis ins Haus. Die Telekom (als Eigentümer der “letzten Meile”) strebt das wegen der hohen Unterhaltungskosten an. Die “Mieter” der letzen Meile wollen die Gebühren vermeiden, die sie an Telekom zahlen müssen. Außerdem sind über die Mobilfunknetze größere Bandbreiten und Geschwindigkeiten zu erreichen als über das Festnetz.

Telefondienste werden dann über das Internet geleitet (VOIP = Voice over Internet Protocol). Für “normale” Internetdienste (z.B. Surfen, E-Mail) genügt die 3. Mobilfunk-Generation (UMTS). “Schnelle” Internetdienste (z.B. Fernsehen, Video, professionelle Anwendungen) werden die 4. Mobilfunk-Generation (LTE) benutzen.

“Flickenteppiche” – kein Netz ist homogen

Für Anwender ist selten die “durchschnittliche” Netz-Qualität aus bundesweiten Vergleichstests wichtig, sondern die Qualität am eigenen Standort und an Reisezielen.

Die Netze sind gemäß der Geschäftspolitik der Netzbetreiber gewachsen. Wo sie Nachfrage von zahlenden Kunden erwarteten, bauten sie ihr Netz aus. Daher sind Ballungszentren gegenüber ländlichen Gebieten eindeutig bevorzugt. Die Netze sind hier dichter (mehr Funkmasten) und schneller (mit größerer Bandbreite). Bundesweit nebeneinander existieren in allen Netzen alle Generationen: GSM, GPRS, EDGE, UMTS, HSPA, HSPA+ und LTE. Dabei ist LTE noch nicht flächendeckend, sondern bisher nur in “Inseln” verfügbar, die im Lauf der Zeit zusammenwachsen sollen.

Flickenteppich Eifel
Beispiel für den Flickenteppich: Ein Eifelort – zwei Netze

In dieser Heterogenität gibt es immer noch Gebiete mit Funklöchern, in denen bestenfalls Sprache und SMS möglich sind, aber kein zufriedenstellender Internet-Zugang. Das wirkt sich nicht nur beim Surfen aus, sondern z.B. auch bei E-Mails, bei der Offboard-Navigation, bei der Spracherkennung, beim Skypen etc., immer wenn Daten oder Funktionen im Internet liegen. Der Vergleich mit einem “Flickenteppich” liegt nahe.

Unter diesem Aspekt müssen Sie auch manche Tarif-Versprechungen sehen. Wenn ein Anbieter z.B. “bis 7,2 MBit/s” nennt, ist das als Obergrenze gemeint, bis zu der in diesem Tarif die Bandbreite nicht gedrosselt wird (auch wenn technisch evtl. mehr möglich wäre). Diese Aussage ist überhaupt keine Garantie, dass diese Leistung überall erreicht wird. Solche Werbeaussagen sind gegen zu schwache Technik machtlos. Auswirkung: Das gleiche Smartphone kann im gleichen Netz die gleiche Webseite in der Stadt blitzschnell aufbauen, während das auf dem Land minutenlang dauern kann oder gänzlich unmöglich ist.

Ebenfalls unter diesem Aspekt müssen Sie technische Versprechungen sehen. Wenn Ihnen z.B. ein Tarif mit LTE angeboten wird, obwohl es bei Ihnen LTE noch nicht gibt, geben Sie das Geld nutzlos aus – ohne Gegenleistung. Vielleicht kommt LTE bei Ihnen erst, wenn das nächste Smartphone fällig ist, oder nie…

Praktisch gibt es die Unterscheidung zwischen “Indoor-LTE” und “Outdoor-LTE”. Die LTE-Frequenz in Kombination mit der Gebäudetechnik können bewirken, dass z.B. vor einem Haus der Empfang bestens ist, dass aber im gleichen Haus nichts mehr geht. Fragen Sie bei Bedarf Ihren Provider und vereinbaren Sie Rücktritt von LTE, falls es nicht klappt.

Empfehlung: Prüfen Sie für Ihren Standort und ggf. für Ihre Reiseziele die Netzabdeckung z.B. bei 4g.de oder LTE-Anbieter.info oder ltemobile oder Telekom. Dort finden Sie konkrete Aussagen zur lokalen Verfügbarkeit der Netze. Weitere Informationen gibt es bei allnet-flatrate.net

Und lesen Sie ergänzend hierzu Mobilfunknetze nutzen, speziell den Abschnitt “Nationale und internationale Kompatibilität bei LTE”.


Weiter mit > Volumenrechner – welches Tarif-Volumen braucht man?

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