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Das Netz kann ein KO-Merkmal sein

Das Smartphone braucht ein geeignetes Netz. Wenn das Netz schwächelt, kann das Smartphone das nicht ausgleichen. Die Netz-Qualität streut aber zwischen High-Speed und Funkloch. Worauf man beim Netz- und Tarifpartner achten muss.

Bandbreiten im Netz: Leistung und Geschwindigkeit

Diese “Dienste” werden für das Mobilfunknetz angeboten:

  • Telefonie: Sprachkommunikation,
  • SMS: Versand und Empfang von kurzen Textnachrichten (max. 160 Zeichen) über das Handy-Netz,
  • MMS: Weiterentwicklung von SMS: Versand und Empfang von multimedialen Nachrichten über das Telefonnetz, z.B. Fotos und kurze Videos, Texte länger als 160 Zeichen,
  • Internet: Weltweites Netzwerk aus vielen Computern, durch das Daten ausgetauscht werden, z.B. World Wide Web, E-Mail, Telefonie, Chat.

Die Entwicklungsstufen im Mobilfunk werden als “Generationen” bezeichnet. Die erste Generation war das analoge mobile Telefonieren. Der Name “1G” entstand erst später, zur Abgrenzung von jüngeren Generationen. Das digitale Telefonieren begann Anfang der 1990er Jahre mit “GSM”, das ist die 2. Generation, Kurz-Schreibweise “2G”. Die bisher höchste Stufe “4G” ist z.Z. in allen Netzen im Aufbau. Sie wird zunächst in Ballungsgebieten angeboten; ländliche Gebiete bieten für die Netzanbieter nicht genug Kunden und werden vernachlässigt. Für das mobile Internet sind mehr Daten zu übertragen, das erfordert höhere Geschwindigkeiten.

Bundesweit existieren diese Generationen (Entwicklungsstufen) gleichzeitig (Dezimalstellen deuten Zwischenstufen an).


Mobilfunk-Generationen im Netz

Die Generationen, Dienste und Bandbreiten im Vergleich. Die Bandbreiten (Leistungen, Übertragungs-Geschwindigkeiten) werden in MBit/s oder KBit/s angegeben. Die Werte in de Spalte “bis MBit/s” sind theoretische Werte, die praktisch nicht erreicht werden (wie z.B. Normbrauch bei Autos). Angebote und Tarifverträge enthalten daher als Schlupfloch die Formulierung “bis zu .. MBit/s”. Zum Vergleich sind sie trotzdem geeignet.

Erklärung:

  • Die zusammenfassenden Bezeichnungen in der ersten Spalte beschreiben die technologiscche Entwicklung / die Generationen des digitalen Netzausbaus (von unten nach oben): GSM für Sprache und SMS, UMTS für “normale” Datenübertragung im Internet, LTE für “schnelle” Datenübertragung im Internet.
  • Die Tabellenspalte “Generation” zeigt die feinere Abstufung innerhalb der Technologie, und zwar die Nummer der Generation und den dazugehörigen Namen.
  • Die Spalte “Dienste” zeigt, wofür die Generationen geeignet sind.
  • Die nächste Spalte zeigt Übertragungsgeschwindigkeit / Datenrate / Bandbreite. Wegen der Vergleichbarkeit sind die Bandbreiten in MBit/s (MegaBit pro Sekunde) umgerechnet (ca. 1000 KBit/s sind 1 MBit/s).
  • Das Balkendiagramm und die Symbole für Verkehrsmittel machen die Unterschiede zwischen den Generationen deutlich.
  • Die letzte Tabellenzeile (Generation 2G – GSM) beschreibt das “alte” Handynetz, nur Telefonieren und SMS, kein Internet. Alle Zeilen darüber sind “theoretisch” für das Internet geeignet.
  • Die Grenze zwischen “theoretischer” und “praktischer” Eignung des Internet deutet die waagerechte rot gestrichelte Linie an. Viele ländliche Gegenden sind mit GPRS, EDGE und UMTS vom Internet fast abgeschnitten; in städtischen Ballungsgebieten ist die Versorgung mit HSPA oder HSPA+ meist deutlich besser.
  • Die Kreis-Symbole rechts im Bild werden in der Statuszeile des Smartphones gezeigt, abhängig von der Leistung des Funkmastes, mit dem das Smartphone am aktuellen Standort verbunden ist.
  • Die gestuften Balkensymbole rechts daneben zeigen, wie gut oder schlecht die Verbindung zum Funkmast aktuell ist – je mehr “beleuchtete” Balken, desto besser die Verbindung. Die Aussagefähigkeit der Balken auf dem Display ist begrenzt, z.B. sind 4 Balken bei 2,5G GPRS fast unbrauchbar, während 1 Balken bei 3,5G HSPA schon ein brauchbares Netz beschreibt.
  • Zur Orientierung ist im oberen Teil der Tabelle die blaue Zeile “DSL” eingefügt, um einen Vergleich zwischen Fest- und Mobilfunknetz zu ermöglichen. Das Angebot VDSL mit 50 MBit/s wäre knapp über HSPA+ anzuordnen. Während eine DSL-Verbindung im Festnetz eine einigermaßen konstante Leistung zeigt, kann das Mobilfunknetz – abhängig vom Standort – unbrauchbar langsam bis extrem schnell sein.

Drei Netz-Betreiber in Deutschland

Im Funkloch nutzt das beste Smartphone und der günstigste Tarif nichts. Die Funklöcher sind noch nicht restlos geschlossen, z.B. in ländlichen Gegenden. Funklöcher ohne stabilen Funkempfang entstehen, wenn die Region mit zu wenig Funkmasten oder alter (langsamer) Technik ausgestattet sind. Funklöcher bestehen in Netzen. Darum ist die Auswahl des “richtigen” Netzes wichtig.

In Deutschland gibt es nach der Übernahme des E-Plus-Netzes durch Telefonica (und der Zusammenführung des E-Plus-Netzes mit dem O2-Netz) nur noch drei Mobilfunknetze. Die Netze gehören Telekom, Vodafone und Telefonica. Sie werden von den Netz-Betreibern selbst oder von “Resellern” (“Zwischenhändlern”) vermarktet. Die Netze unterscheiden sich bezüglich ihrer Leitungsqualität und Übertragungs-Geschwindigkeit. Die drei Netzbetreiber versorgen Deutschland – mit Unterschieden.

In früheren Testberichten (z.B. Testbericht “Netztest Deutschland 2013/2014” von connect) wiederholte sich diese Rangfolge: 1. Telekom, 2. Vodafone, 3. O2, 4. E-Plus.

Ein Testbericht Der große Smartphone Netztest 2015 von ANDROID MAG (veröffentlicht 9/2016) kommt zu veränderten Ergebnissen:

  • Bestes Netz: Telekom
  • Beste Preis/Leistung: O2
  • Beste Kundenzufriedenheit: Telekom
  • Bester Service: Telekom
  • Vodafone leicht abgeschlagen

Ausblick: Alle Festnetz-Anbieter wollen sich von der “letzten Meile” trennen; das ist die Kabelverbindung von der Vermittlungsstelle bis ins Haus. Die Telekom (als Eigentümer der “letzten Meile”) strebt das wegen der hohen Unterhaltungskosten an. Die “Mieter” der letzen Meile wollen die Gebühren vermeiden, die sie an Telekom zahlen müssen. Außerdem sind über die Mobilfunknetze größere Bandbreiten und Geschwindigkeiten zu erreichen als über das Festnetz.

Telefondienste werden dann über das Internet geleitet (VOIP = Voice over Internet Protocol). Für “normale” Internetdienste (z.B. Surfen, E-Mail) genügt die 3. Mobilfunk-Generation (UMTS). “Schnelle” Internetdienste (z.B. Fernsehen, Video, professionelle Anwendungen) werden die 4. Mobilfunk-Generation (LTE) benutzen.

“Flickenteppiche” – kein Netz ist homogen

Für Anwender ist selten die “durchschnittliche” Netz-Qualität aus bundesweiten Vergleichstests wichtig, sondern die Qualität am eigenen Standort und an Reisezielen.

Die Netze sind gemäß der Geschäftspolitik der Netzbetreiber gewachsen. Wo sie Nachfrage von zahlenden Kunden erwarteten, bauten sie ihr Netz aus. Daher sind Ballungszentren gegenüber ländlichen Gebieten eindeutig bevorzugt. Die Netze sind hier dichter (mehr Funkmasten) und schneller (mit größerer Bandbreite). Bundesweit nebeneinander existieren in allen Netzen alle Generationen: GSM, GPRS, EDGE, UMTS, HSPA, HSPA+ und LTE. Dabei ist LTE noch nicht flächendeckend, sondern bisher nur in “Inseln” verfügbar, die im Lauf der Zeit zusammenwachsen sollen.

Kein Netz ist homogen

In dieser Heterogenität gibt es immer noch Gebiete mit Funklöchern, in denen bestenfalls Sprache und SMS möglich sind, aber kein zufriedenstellender Internet-Zugang. Das wirkt sich nicht nur beim Surfen aus, sondern z.B. auch bei E-Mails, bei der Offboard-Navigation, bei der Spracherkennung, beim Skypen etc., immer wenn Daten oder Funktionen im Internet liegen. Der Vergleich mit einem “Flickenteppich” liegt nahe.

Unter diesem Aspekt müssen Sie auch manche Tarif-Versprechungen sehen. Wenn ein Anbieter z.B. “bis 7,2 MBit/s” nennt, ist das als Obergrenze gemeint, bis zu der in diesem Tarif die Bandbreite nicht gedrosselt wird (auch wenn technisch evtl. mehr möglich wäre). Diese Aussage ist überhaupt keine Garantie, dass diese Leistung überall erreicht wird. Solche Werbeaussagen sind gegen zu schwache Technik machtlos. Auswirkung: Das gleiche Smartphone kann im gleichen Netz die gleiche Webseite in der Stadt blitzschnell aufbauen, während das auf dem Land minutenlang dauern kann oder gänzlich unmöglich ist.

Ebenfalls unter diesem Aspekt müssen Sie technische Versprechungen sehen. Wenn Ihnen z.B. ein Tarif mit LTE angeboten wird, obwohl es bei Ihnen LTE noch nicht gibt, geben Sie das Geld nutzlos aus – ohne Gegenleistung. Vielleicht kommt LTE bei Ihnen erst, wenn das nächste Smartphone fällig ist, oder nie…

Praktisch gibt es die Unterscheidung zwischen “Indoor-LTE” und “Outdoor-LTE”. Die LTE-Frequenz in Kombination mit der Gebäudetechnik können bewirken, dass z.B. vor einem Haus der Empfang bestens ist, dass aber im gleichen Haus nichts mehr geht. Fragen Sie bei Bedarf Ihren Provider und vereinbaren Sie Rücktritt von LTE, falls es nicht klappt.

Empfehlung: Prüfen Sie für Ihren Standort und ggf. für Ihre Reiseziele die Netzabdeckung z.B. bei 4g.de oder LTE-Anbieter.info oder ltemobile oder Telekom. Dort finden Sie konkrete Aussagen zur lokalen Verfügbarkeit der Netze.

Und lesen Sie ergänzend hierzu Mobilfunknetze nutzen, speziell den Abschnitt “Nationale und internationale Kompatibilität bei LTE”.


Weiter mit > Volumenrechner – welches Tarif-Volumen braucht man?

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