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Vor Ihrer Entscheidung

Vor Ihrer Entscheidung sollten Sie noch Merkmale für Smartphone und Tarif bedenken: „Nur so gut wie nötig“, Zukunftssicherheit, weitere Hilfen zur Einschätzung des Bedarfs.

Die Entscheidung sollte kein Zufall sein

Ich weiß nicht, wie viele aktuelle Smartphone-Modelle es gerade gibt, sicher mehrere Hundert. Und wöchentlich / monatlich kommen neue dazu, spätestens wenn irgendwo in der Welt eine Messe ist. Und Sondermodelle, die für nur einen Provider gefertigt werden, werden bewusst „unvergleichlich“ gemacht. Und Nachfolger unterscheiden sich oft nur minimal von Vorgängern, vielleicht nur in Details, die das Marketing als sensationell darstellt, oder nur in der Typen-Bezeichnung. Auswüchse des Wettbewerbs in einem explodierenden Markt.

Mit den Tarifen ist es nicht besser. Es gibt Shops, die für einen Netzbetreiber oder einen Reseller arbeiten. Jeder bietet große und kleine Verträge an, Laufzeit oder Prepaid, Pauschal- oder Einzelabrechnung, für unterschiedliche Zielgruppen. Es gibt andere Shops, die mehrere Netze und mehrere Reseller im Sortiment haben. Allein daraus ergeben sich Interessenlagen, die evtl. an Ihren Interessen vorbei gehen.

Können Sie sich vorstellen, dass ein Verkäufer alle Details aller Angebote kennen kann? Will er das überhaupt? Das wird er aber ungern zugeben und stattdessen von Ihren Fragen ablenken. Vielleicht wird er das Gerät und / oder den Tarif empfehlen, zu dem er gerade eine Schulung mitgemacht hat, für das er die beste Provision bekommt, was er selbst gerade getestet hat.

Mir wäre das zu zufällig. Meine Empfehlung: Beschäftigen Sie sich selbst mit der Entscheidung, machen Sie sich nicht von anderen abhängig.

Nebeneffekt: Je intensiver Sie jetzt darüber nachdenken, desto besser kennen Sie Ihr Smartphone und den Tarif, desto mehr können Sie später damit anfangen. Dieser Lerneffekt fehlt, wenn Sie die Entscheidung delegieren.

Entscheidung zum Smartphone

Entscheidung für das Optimum: Nur so gut wie nötig!

Smartphones sind vor allen Dingen klein und dünn und leicht für unendlich viele Aufgaben – die typische „Eier legende Woll-Milch-Sau“. Jede Entscheidung erfordert daher Zugeständnisse an die Ausstattung.

Vor der Anschaffung eines neuen Gerätes ist es nötig, sich über den eigenen Bedarf klar zu werden. Wer unterwegs gelegentlich kurz im Internet surfen will, soziale Netzwerke nutzen oder E-Mails schreiben will, braucht kein teures High-End-Gerät. Vielleicht ist ein Einsteiger-Gerät genau richtig, um bei überschaubarem Aufwand zu lernen und den eigenen Bedarf zu „erforschen“.

In Testberichten und Anzeigen finde ich immer wieder Begriffe, Leistungs- und Ausstattungsmerkmale, von denen ich sicher bin, das Frau oder Herr „Normaltelefonierer“ sie nicht verstehen und dann auch nicht nutzen können. Oft stehen Begriffe wie „edel“, „Lifestyle“, „Design“ im Vordergrund. Mit Leistungsmerkmalen hat das nichts zu tun.

Immer wieder sehe ich Startseiten im Auslieferungszustand, d.h. nur mit den Standard-Apps und -Widgets darauf. Vermutung: Wenige selbst installierte Apps und wenige genutzte Funktionen – viele ungenutzte Möglichkeiten des Geräts. Obwohl es sich um „High-End“-Geräte („Oberklasse“) handelte.

Aus den Beobachtungen schließe ich: „Man gönnt sich“ mehr, als objektiv sinnvoll ist: Ausmustern, obwohl das alte Modell noch gut ist; High-End-Geräte, deren Fähigkeiten man nicht nutzt; Image, wo Nutzen gefragt ist; Scheinvorteile, wo Funktionalität ausreicht.

„Nur so gut wie nötig“. Das ist das Motto einer Rationalisierungs-Methode. Das bedeutet:

  • „Gut“ muss es sein, sonst erfüllt es den Zweck nicht. Beispiel: Wer mit seinem Smartphone schnelle Spiele mit fotorealistischer Darstellung machen oder HD-Videos ansehen will, ist mit einem schnellen Quad- oder sogar Octa-Core Prozessor besser bedient als mit einem „normalen“ Single oder Dual Core.
  • Besser als „gut“ muss es nicht sein, das macht das Gerät nur größer, schwerer, teurer und verkürzt die Akkulaufzeit. Beispiel: Wer also solche hohen Abforderungen nicht hat, ist fürs Telefonieren mit Single Core ausreichend bedient. Niemand kann so schnell reden, dass er von irgend einem Prozessor ausgebremst wird ;-).

Empfehlung: Lesen Sie vor dem Kauf die Bedienungsanleitung des empfohlenen oder Traum-Handys, die ist oft als Download auf der Webseite des Herstellers zu bekommen (oft im Bereich SUPPORT). Was Sie jetzt nicht verstehen, können Sie beim Kauf erfragen. Andernfalls werden Sie es vermutlich später nicht nutzen. Links zu Benutzerhandbüchern für viele Smartphones finden Sie auf der Seite handyfant.de.

Zukunftssicherheit durch richtigen Umgang

Die Hardware ist heute ziemlich haltbar. Ein aktuelles Gerät sollte unter „normalen“ Bedingungen 3 bis 4 Jahre Lebensdauer haben, das ist mehr als die 24 Monate vieler Verträge. Allerdings gehe ich davon aus, dass das Smartphone einigermaßen pfleglich behandelt wird: mit Schutzfolie auf dem Display, in einer eigenen Tasche, nicht zu oft fallen lassen. Das Gerät wird nicht schlechter, nur weil der Markt neue Geräte mit weiteren Merkmalen anbietet.

Manche Nutzer gehen ganz „cool“ mit ihrem Smartphone um – „nackt“ in der gleichen Tasche wie die scharfkantigen Schlüssel, zerkratztes Display, verbeulte Kanten – „in zwei Jahren gibt es sowieso ein neues“. Die wirtschaftliche Auswirkung kann man in Gebraucht-Angeboten bei eBay erkennen. Die Reparatur eines gesplitterten Displays kann leicht zum wirtschaftlichen Totalschaden werden.

Zukunftssicherheit durch Updates

Die folgenden Überlegungen gelten vorrangig für Android-Geräte, deren Betriebssystem von Google entwickelt und gerätespezifisch von den Hardware-Herstellern angepasst wird.

Was „relativ zu alt“ werden könnte, ist das Betriebssystem. Manche neuen Apps können evtl. vom alten Betriebssystem nicht mehr unterstützt werden. Dann ist es gut, wenn für ältere Geräte neue Versionen des Betriebssystems entwickelt werden, wenn also ein Update möglich ist.

Aber bedenken Sie die Interessenlage. Die Anpassung des Google-Betriebssystems Android an ältere Geräte verursacht für die Hersteller Kosten. Nutzer möchten das Update kostenlos haben. Hersteller verkaufen lieber neue Geräte mit ebenfalls neuen Betriebssystem-Versionen. Trotzdem werden sie von den Erwartungen früherer Käufer „gezwungen“, auch ältere Geräte zu versorgen, wenn es „genug“ verkaufte Geräte gibt – die Kunden sollen nicht vergrault werden, damit sie bei späterer Ersatz-Beschaffung markentreu bleiben. Sie sind also evtl. aktueller, wenn Sie ein Smartphone mit größerem Marktanteil wählen.

Nach diesen Überlegungen sind die Chancen für ein Update älterer Geräte umso größer, je weiter das Gerät im Markt verbreitet ist, z.B. wenn es im Fokus der Werbung, der Presse und der Testberichte stand. Geräte, die Google mit eigenem Logo produzieren lässt, scheinen größere Update-Chancen zu haben. Mehr als ein Update des Systems pro Modell sollten Sie nicht erwarten.

Eine Liste der Android-Versionen gibt es bei Wikipedia. Das dort genannte Datum der „Veröffentlichung“ besagt nicht, dass schon alle neuen Geräte damit ausgestattet sind, dafür baucht es eine Übergangszeit.

Im 2. Quartal 2016 empfehle ich, das neue Gerät nur zu kaufen, wenn es mindestens Android-Version 5.1 hat. Dann besteht evtl. eine Chance, später ein Update zu bekommen.

Smartphone-Bedarf: Es darf ein bisschen mehr sein

Setzen Sie den Bedarf nicht so groß an, wie die Werbung empfiehlt. Begrenzen Sie ihn auf die Lernbereitschaft des eigenen Kopfes. Aber der Appetit kommt beim Essen – vorher reicht die Phantasie nicht aus. Was ebenfalls kommt: Ihr nächstes Smartphone in 2 bis 4 Jahren. Dafür können Sie dann Ihren Bedarf besser einschätzen.

Hardware lässt sich praktisch nicht aufrüsten. Was nicht von Anfang an im Gerät ist, kommt auch später nicht rein. Manches lässt sich „dranhängen“ (z.B. USB-Hubs sind vorstellbar). Ich bin aber nicht sicher, ob die Verbindungen mechanisch und elektronisch / elektrisch dafür ausgelegt sind. Vor allem ist das ein unverträglicher Widerspruch zur Mobilität. Smartphone mit Kabelsalat?

Wenn Sie jetzt schon den Bedarf erkennen, kaufen Sie Hardware „auf Vorrat“, .

Sie haben die Checkliste Gerät: Smartphone / Tablet durchgearbeitet? Dann sollten Sie schon eine brauchbare Orientierung haben. Wenn nicht, dann gebe ich Ihnen hier noch eine gröbere Einschätzung:

  • Einsteigergerät: Einsteiger, die das Gerät nur „haben“ wollen, ohne sich damit näher zu beschäftigen, kommen mit einem Einsteiger-Modell zurecht: 4 GB interner Speicher, UVP (unverbindlicher Verkaufspreis) bei Markteinführung um 100 Euro. Wenn später doch Interesse entsteht, kann das (preiswerte) Smartphone durch ein leistungsfähigeres ersetzt werden.
  • Mittelklassegerät: Aufsteiger, die schon erste Erfahrungen haben und an die Grenzen ihres Geräts gekommen sind, sollten mindestens 8 GB oder 16 GB internen Speicher haben, UVP um 300 Euro. Das reicht auch für wachsende Ansprüche.
  • High-End-Gerät: Wer „Early Adopter“ oder „Power-User“ ist (das trifft für Senioren ganz selten zu), kauft ein Gerät mit 32 GB oder mehr internem Speicher ab 600 Euro UVP.

Anmerkung: Ich habe hier nur den internen Speicher als „Größenmerkmal“ genannt, der ist als Werbemerkmal leicht erkennbar. Je mehr Speicher, desto höherwertig ist auch die übrige Ausstattung, z.B. die Prozessor-Leistung. Zusätzlich sollte ausreichend Massenspeicher für Fotos, Videos, Musik etc. verfügbar sein.

Entscheidung zum Tarif

Eindeutige Entscheidung: Telefon mit Sprachtarif, Internet mit Datentarif

Mit einem Sprachtarif ist die Internetnutzung zwar technisch möglich, sie kann aber viel teurer sein als bei einem Datentarif. Provider akzeptieren das gern, das bringt zusätzliche Gebühren. Wer die Internetnutzung plant, sollte einen Tarif wählen, der die zeitabhängige Sprachnutzung und die zeitunabhängige Datennutzung trennt.

Mit einem Datentarif ist auch Telefonieren technisch möglich. Dann ist eine spezielle App erforderlich, z.B. Skype. In diesem Fall wird keine Sprachfrequenz, sondern eine Datenfrequenz benutzt. Provider akzeptieren das nicht gern oder untersagen es ausdrücklich im Vertrag, damit ihnen die zeitabhängigen Telefongebühren nicht entgehen. Manche Angebote schließen daher die Nutzung des Datentarifs für Telefondienste vertraglich aus.

Prüfen Sie vor jeder Entscheidung kritisch

Prüfen Sie, ob eine scheinbar attraktive „All-Net-Flat“ wirklich alle Netze und Leistungen Ihres Bedarfs umfasst oder welche Situationen extra bezahlt werden müssen. Aus dem Namen allein lässt sich das nicht erkennen – immer gilt das „Kleingedruckte“. Solche Angebote sind einfach, sie können günstig oder ungünstig sein, sind sie nicht transparent. Manche Nutzer lassen sich „einfache“ 80 Euro pro Monat aufschwatzen, obwohl sie mit „überlegten“ 10 Euro pro Monat ausreichend versorgt wären.

„Nur so gut wie nötig“: Tarifbausteine

Grundsatz ist: Jedes Gerät kann mit jedem Tarif kombiniert werden, solange kein SIM-Lock oder Net-Lock besteht. Dann spielt es keine Rolle, wann oder bei welchem Anbieter das Gerät beschafft wurde.

Die volle Kostenkontrolle haben Sie, wenn Sie die drei Kostenbausteine Sprachtarif / Datentarif / Gerätefinanzierung gedanklich voneinander trennen und die für Ihren Bedarf passenden Bausteine wählen. Fragen Sie und wählen Sie, auch wenn diese Dreiteilung nicht aus allen Angeboten deutlich wird.

  • Wer bereits ein Smartphone besitzt (oder es unabhängig vom Vertrag beschaffen will), wählt einen Tarif ohne Gerät.
  • Wem Telefon und SMS genügt, braucht keinen Internet-Zugang und keinen Datentarif. Dann genügt vielleicht ein Handy mit Sprachtarif anstelle eines Smartphones.
  • Wer Apps nutzen will (viele benötigen das Internet!), sollte einen Tarif wählen, der auch eine Daten-Flatrate oder einen Volumentarif enthält. Das wird der Normalfall für Smartphone-Nutzer sein.
  • Wer nur wenig telefoniert und SMS schreibt, kommt mit einem Volumentarif oder einer Daten-Flatrate aus, die „auch“ Telefon und SMS mit Einzelabrechnung anbietet.
  • Wer ein Dual-SIM-Gerät hat, kann einen Sprachtarif und einen Datentarif parallel nutzen. Das wird eher die Ausnahme sein.

Tarif-Bedarf: „Klein ist clever“

Beim Tarif gelten ganz andere Überlegungen als beim Smartphone. Tarife sind Vereinbarungen, an die man sich halten muss, die aber geändert werden können – einfach per Anruf bei der Hotline, durch Änderung im eigenen Kundenkonto oder durch Besuch im „Telefonladen“.

Wer seinen Bedarf kennt (aus der Vergangenheit) oder geschätzt hat (mit der Checkliste Tarif), ist bei seiner Entscheidung relativ sicher. Wenn Unsicherheiten bleiben, gibt es eine trotzdem eine wirtschaftliche Entscheidung: Sie steigen klein ein und stocken bei Bedarf auf. Mit einer „Vergrößerung“ Ihres Tarifs ist Ihr Provider mit sofortiger Wirkung einverstanden (zur Sicherheit fragen Sie bei Vertragsabschluss nach den Upgrade-Möglichkeiten). Bei Kündigung oder Verkleinerung Ihres Vertrags hilft Ihnen der Provider „gern“ – allerdings sind Sie dann an bestehende Laufzeiten gebunden.

„Klein einsteigen“ bedeutet für Einsteiger: Durchlaufen Sie die folgenden Stufen nacheinander: Wenig-, Normal- und Intensivnutzer. Steigen Sie nicht gleich bei der Normal- oder Intensiv-Stufe ein. Wer schon Erfahrungen hat, soll die natürlich nutzen und braucht diese „Lernstufen“ nicht.

  • „Wenignutzer“, z.B. Einsteiger, die ihren Bedarf noch nicht einschätzen können oder Nutzer, die das Smartphone nur als gelegentliche Ergänzung zur Festnetz-Flatrate einsetzen:
    • Sprachtarif: Einzelabrechnung (Minutenabrechnung für Telefon, Anzahl SMS)
    • Datentarif: kleines Volumen, z.B. 100 MB oder 200 MB oder 500 MB pro Monat
  • „Normalnutzer“, z.B. Nutzer, die deren Erfahrungen schon gezeigt haben, dass die „Wenignutzer“-Empfehlungen nicht ausreichen und bei denen „Sparmaßnahmen“ wie im Volumenrechner erfolglos waren:
    • Sprachtarif: nach den eigenen Erfahrungswerten (lt. Einzelnachweis)
    • Datentarif: nach den eigenen Erfahrungswerten (lt. Einzelnachweis)
  • „Intensivnutzer“, z.B. geschäftliche Nutzer und private Nutzer, die nur das Smartphone nutzen und auf einen eigenen Festnetz-Anschluss verzichten:
    • Sprachtarif: „echte“ Flatrate, ohne Begrenzung der Minuten oder SMS
    • Datentarif: „echte“ Flatrate, ohne Begrenzung des Datenvolumens

Achten Sie auf Flexibilität. Beim Sprachtarif ist Einzelabrechnung flexibler als Pauschalabrechnung. Beim Datentarif ist ein kleiner Volumentarif (anstelle einer Flatrate) ausbaufähig; wenn eine „Datenautomatik“ angeboten wird, ist auch befristeter Spitzenbedarf gut abzufangen.

Prepaid-Verträge sind flexibler als Laufzeit-Verträge. Ihre Entscheidung hängt nicht von einer Kündigungsfrist ab, z.B. füllen Sie ab sofort kein Guthaben mehr auf.

Wer klein einsteigt, kann seinen Tarif mit seinem Bedarf wachsen lassen. Wer zu groß einsteigt, bezahlt seinen Tarif bis zum Ende der Vertragslaufzeit, ohne die Leistungen abzufordern. Viele Tarife lassen „Mischungen“ zu, z.B. Intensivnutzung bei Sprache mit Wenignutzung bei den Daten – Stichwort „Tarifbausteine“.


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