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5 Euro Spartarif – es muss nicht immer ALDI sein

Ein Spartarif fürs Smartphone ist ein Zeichen von Durchblick. Spartarif bedeutet nicht „billig um jeden Preis“, sondern „wirtschaftlich“. Damit kann das Smartphone auch dort funktionieren, wo der Billigtarif ein Funkloch hat. Man muss nur wissen, worauf zu achten ist.

Vielen Senioren genügt ein Spartarif

Wenn Senioren ihr erstes Smartphone anschaffen, wird es oft zum Nachfolger eines Handys: Telefon und SMS. Sie wollen aber auch gelegentlich E-Mails, Fahrplanauskünfte oder „Ich will doch nur …“. Und schon kommt ein Internet-Tarif mit Datenvolumen ins Spiel. Das kann das herkömmliche Handy nicht.

Andere Senioren haben schon Smartphone-Erfahrungen. Sie wollen oder können nicht mehr bezahlen als nötig.

Die meisten Senioren gehen nach meiner Beobachtung „konservativ“ mit ihrem mobilen Handy oder Smartphone um. Sie nutzen es als Ergänzung zum Festnetz, nicht als Ersatz. SMS schreiben sie z.B., wenn sie ihre Telefonpartner nicht stören wollen oder nicht erreichen können. Sie haben noch keinen Plan, wofür das Internet nützlich sein kann, dann brauchen sie es auch noch nicht.

Die folgenden Überlegungen berücksichtigen nur um die Gebühren für die Mobilfunknetze, nicht die Finanzierung des Smartphones.

Der Volumenrechner führt zum Spartarif

Wer einen Spartarif sucht, sollte zunächst seinen Bedarf beschreiben. Dabei hilft mein Volumenrechner – welches Tarif-Volumen braucht man? Sie beantworten ein paar Fragen, für die kein Fachwissen nötig ist. Ergebnis ist eine Zusammenfassung dieser Art: „Ich brauche monatlich 20 Telefonminuten, 30 SMS und 200 MB Datenvolumen“.

Mit dieser Zusammenfassung beauftragen Sie eine „Tarif-Suchmaschine“; die soll die günstigsten Tarife für diesen Bedarf auflisten. Das geht ganz einfach. Sie tragen Ihre Anforderung z.B. hier ein: Vertragsrechner Handy.

Als ich in diesen Tagen mit diesem Bedarf gesucht habe, erschien eine lange Liste mit Tarifangeboten, die so anfing:

Beispiel Spartarif

Welche Haken hat der Spartarif?

Die Liste zeigt Tarife für diesen Bedarf, nach monatlichen Kosten aufsteigend sortiert, mit Anbieter, Laufzeit, Netz und weiteren Tarif-Details. Es gibt also für diesen Bedarf ausreichend viele Angebote. Welches ist für Sie richtig? Oder hat der Spartarif einen versteckten „Haken“?

Gebühren

  • Es gibt Angebote ab ca. 5,00 Euro pro Monat.

Die Liste soll die Tarife vergleichbar machen. Ermittelt werden die durchschnittlichen Kosten in Euro pro Monat. Dabei werden einmalige und befristete Kosten und Rabatte für zwei Jahre summiert und wieder auf die Monate verteilt. Manche Anbieter locken mit attraktiven Preisen im ersten Jahr, danach steigen die Preise drastisch. Dabei spekulieren sie darauf, dass die Nutzer die Kündigung verpassen und dann laufend viel mehr bezahlen. Achtung! Dann sollten Sie rechtzeitig kündigen und wechseln.

Wahrscheinlich gibt es Abweichungen zwischen dem errechneten Durchschnitt und Ihren einzelnen Zahlungen, aber die Summen für zwei Jahre stimmen überein.

Das gilt für alle Angebote, nicht nur für den Spartarif.

Verträge

  • Die Angebote haben unterschiedliche Vertragsformen: Prepaid oder Laufzeitverträge über einen oder 24 Monate (Postpaid).

Laufzeit- und Prepaid-Verträge unterscheiden sich vor allem in der Bindung an den Anbieter. Prepaid kann man beenden, indem man kein Guthaben mehr auffüllt. Bei Laufzeitverträgen muss man vor dem Wechsel Kündigungsfristen beachten.

Das gilt für alle Angebote, nicht nur für den Spartarif.

Netze

  • Jedes Angebot ist einem Mobilfunknetz zugeordnet. Ca. 40 Anbieter (Zwischenhändler, Discounter) vermarkten die Netze.

Es gibt z.Z. diese Netze: Telekom, Vodafone und Telefonica (ehemals O2 und E-Plus). Diese Reihenfolge für die Netz-Qualität wird in diversen Testberichten genannt.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die „Netzabdeckung“. Je größer die Netzabdeckung ist, desto weniger „Funklöcher“ hat das Netz. Die drei Netze kann man mit Flickenteppichen vergleichen: Telekom hat Lücken an anderen Stellen als Vodafone oder Telefonica; Telekom hat weniger Lücken als die anderen.

Es lohnt sich also, Ihre bevorzugten Nutzungsorte (z.B. Reiseziele) vor einem Vertragsabschluss zu überprüfen. Auf der Webseite 4G.de können Sie eine Anschrift eingeben. Dann erfahren Sie, welche Netze dort in welcher Qualität verfügbar sind. Das Telefonica-Netz wird hier „O2“ genannt. Meine „Übersetzung“ der Symbole: 2G ist unbrauchbar bis unbefriedigend langsam, 3G ist brauchbar bis gut, 4G ist schneller als normal erforderlich. Mehr dazu bei Das Netz kann ein KO-Merkmal sein.

Die Erfahrungen zeigen, dass in dicht besiedelten städtischen Bereichen die Netze etwa gleichwertig sind. D.h. Sie können ohne Nachteile jedes Netz wählen. Funklöcher oder schlechter Empfang sind vorwiegend in ländlichen Bereichen zu beobachten.

Ihr Netz muss dort verfügbar sein, wo Sie es mobil benutzen werden und wo Sie nicht auf das Festnetz ausweichen können. Ihre bevorzugten Nutzungsorte (z.B. Reiseziele) müssen eine gute Netzabdeckung haben.

Das gilt für alle Angebote, nicht nur für den Spartarif.

LTE

  • Im Angebot steht, ob der Vertrag LTE unterstützt.

Um LTE nutzen zu können, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: LTE muss vertraglich möglich sein und die Funkmasten am aktuellen Standort müssen LTE beherrschen und das Smartphone muss LTE-fähig sein.

LTE steht für sehr schnelles Internet (Highspeed) und ist für „Power-User“ als Luxus-Versorgung interessant. Für normale mobile Nutzung ist LTE nicht erforderlich.

Außerdem ist LTE dafür vorgesehen, den Internet-Zugang in schlecht versorgten ländlichen Gebieten zu verbessern. Falls der Nutzungsort mit LTE-fähigen Funkmasten ausgestattet ist, kann ein Vertrag mit LTE-Unterstützung auch für Normalnutzer wichtig sein. Ob es passt, finden Sie ebenfalls bei 4G.de. Zur Zeit ist dieser spezielle LTE-Einsatz noch nicht sehr verbreitet; LTE für den ländlichen Raum wird erst noch attraktiv werden.

Das gilt für alle Angebote, nicht nur für den Spartarif.

Nutzungsmengen

  • Die Nutzungsmengen, die es für den genannten Preis gibt, werden in Telefon-Minuten, Anzahl SMS und MB „Highspeed“-Datenvolumen gemessen. Die Nutzungsmengen in dieser Liste sind (mindestens) so groß, wie Sie sie angefragt haben.

Für Telefon und SMS sind die Nutzungsmengen für leicht überschaubar: Minuten und Anzahl.

Dagegen ist das Datenvolumen (MB = MegaByte) ohne Hilfsmittel nicht richtig „greifbar“. Es hängt von der Nutzungsart ab. Wer z.B. eine Stunde Internet-Videos ansieht, verbraucht etwa das 160-fache Datenvolumen als wenn er Internet-Texte liest.

Wenn das Datenvolumen vor Ablauf des Tarifmonats verbraucht ist, greift die „Drosselung“, d.h. das Internet wird so langsam, dass es fast nicht mehr nutzbar ist.

Für diesen Fall enthalten manche Angebote eine Datenautomatik. Wenn das vereinbarte Datenvolumen verbraucht ist, bekommt der Nutzer eine zusätzliche Datenmenge für einen zusätzlichen Preis. Manche empfinden das als „Befreiung“ von der Drosselung, andere sehen darin ein Hintertürchen der Anbieter, mehr Umsatz zu machen. Aufpassen!

Das gilt für alle Angebote, nicht nur für den Spartarif.

Wer falsch wählt, wird überrascht

Wer sein erstes Smartphone bekommt, hat es schwer, den richtigen Tarif zu finden. Den Einsteigern fehlen einfach die Erfahrungen, wie sie die neue Technik nutzen werden. Sie kennen viele Nutzungsarten noch nicht. Sie wissen nicht, wie die Nutzungsarten sich auf die Gebühren auswirken.

Sogar die Entscheidung für die größten Anbieter kann falsch sein. Es kann sinnvoll sein, sie zu wählen – oder auch nicht. Das hängt vom eigenen Bedarf ab. Beispiele:

  • Viele Einsteiger wählen „blind“ einen ALDI-Tarif im Telefonica-Netz, weil auch Freunde oder Familie den nutzen. Funktioniert das Telefonica-Netz an den bevorzugten Nutzungsorten?
  • Andere Nutzer entscheiden sich für einen Congstar-Tarif im guten Telekom-Netz. Aber der Discounter Congstar bietet keine LTE-Unterstützung an. Genügt das, wenn „Ihr“ ländlicher Nutzungsort nur eine LTE-Infrastruktur hat?

Mein Fazit zum Spartarif

  1. Spartarife sind nicht „billig um jeden Preis“, sondern bedarfsgerecht und „wirtschaftlich“.
  2. Spartarife haben keine grundsätzlichen Nachteile im Vergleich zu anderen Tarifen.
  3. Wer sich seinen Bedarf bewusst macht, kann einen zufriedenstellenden Tarif zu günstigen Konditionen finden.

Also: Bedarf ermitteln, den dafür passenden Tarif wählen und für 5 Euro monatlich ohne Einschränkungen unterwegs sein.

Und: Dieser Weg zum wirtschaftlichen Tarif funktioniert nicht bur beim Spartarif, sondern bei jedem Bedarf. Probieren Sie es. Der Schlüssel dafür ist der Volumenrechner. Viel Spaß dabei!

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